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Hoch hinaus

SPIESSER-Autorin Maria, 23, hat die Duale Studentin Simone, 21, bei ihrer Arbeit im 15. Stock der ADAC-Zentrale in München besucht. Was euch einen Einblick in Simones Ausbildung geben soll, ist für Maria auch eine kleine Zeitreise. Denn sie hat – genau wie Simone jetzt – ihr Duales Studium einst mit der Fachrichtung BWL-Industrie in Karlsruhe absolviert.

24. September 2014 - 17:04
SPIESSER-Autorin mia..
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mia. Offline
Beigetreten: 08.02.2013

So ein Duales Studium hat viele Vorteile: Die Studienzeit wird bezahlt, man kann – anders als bei einem Uni-Studium – unheimlich viel Praxiserfahrung sammeln und hat trotzdem schon nach drei Jahren seinen Bachelorabschluss in der Tasche. Ein weiterer Vorteil ist, dass  die Übernahmechancen bei einem Dualen Studium meist sehr gut sind – vor allem, wenn man einen starken Praxispartner hat. Simone hat sich einen solchen Partner gesucht, den ADAC. Hier steht ihr eine enorme Bandbreite an Möglichkeiten zur Verfügung, denn das Unternehmen bietet Arbeitsplätze in hundert verschiedenen Berufsfeldern an.



Ganz schön imposant, die Hauptzentrale des
größten deutschen Automobilclubs.

Foto: David Friedmann
Zurück in die Zukunft

Simone, die ich heute begleite, wartet im 15. Stock der ADAC-Zentrale bei der gemeinnützigen ADAC Luftrettung auf mich. Hier arbeitet sie gerade im Bereich „Erlöse und Ausschreibungen“. Dahin gelange ich – zum Glück – mit dem Fahrstuhl. Alles absolut Hightech, versteht sich. Ich wähle auf einem Touchpad das Stockwerk aus und der Lift-Computer weist mir dann einen freien Fahrstuhl zu. Ich bin schon jetzt absolut begeistert von Simones modernem Arbeitsplatz.

Oben angekommen, kann ich nicht direkt zu Simones Schreibtisch gehen. Denn im modernen Hauptsitz des Automobilclubs sucht sich jeder Mitarbeiter morgens – je nach Besetzung und Aufgaben – ganz individuell seinen Platz aus. Um das zu erleichtern, hat jeder einen eigenen Caddy – einen großen Bürorollcontainer, in dem sich alle Arbeitsutensilien befinden. Morgens nimmt man ihn aus der Caddy-Garage und sucht sich einen freien Schreibtisch. An einer Übersichts-Tafel im Flur markiert man dann seinen „Schreibtisch des Tages“ mit einem magnetischen Namensschild. So findet jeder jeden – und ich Simone.


Sie begrüßt mich sehr freundlich und zeigt mir ihren Platz. Ihr Rollcontainer steht neben dem Tisch – es ist ein kleineres Exemplar, das aussieht wie ein großer silberner Pilotenkoffer. „Da wir Dualen Studenten nicht durchgehend im Unternehmen sind, haben wir nur eine Miniatur-Ausgabe des Caddys“, erklärt mir Simone. Nach getaner Arbeit werden dann Laptop, Telefonhörer und Unterlagen wieder im Caddy verstaut. Übrig bleibt ein sogenannter Clean Desk. „Da stehen dann nur noch der Bildschirm, die Docking-Station für den Laptop und das Telefon ohne den Hörer“, zeigt mir Simone an einem freien Arbeitsplatz.

Ihr fragt euch, warum Simone nicht durchgehend beim ADAC ist? Das liegt an ihrem Dualen Studium. Sie ist immer abwechselnd drei Monate bei ihrem Unternehmen und dann wieder drei Monate in Karlsruhe an ihrer Hochschule. Während ihrer Praxisphasen kann Simone bei ihren Eltern in Ingolstadt wohnen – das bedeutet allerdings, dass sie jeden Tag nach München pendeln muss. Für eine Strecke benötigt sie fast anderthalb Stunden. „Das ist ein echter Vorteil an meinen Theoriephasen in Karlsruhe – da bin ich nämlich in nur 15 Minuten mit dem Fahrrad an der Hochschule“, erklärt mir Simone. Ihre Wohnung in Karlsruhe hat sie durchgehend gemietet. „Leider darf ich sie in meinen Praxisphasen nicht untervermieten, das ist schon eine hohe finanzielle Belastung – auch wenn ich als Duale Studentin einen Lohn bekomme.“


Simone hat durch ihr Duales Studium schon in
verschiedenen Abteilungen beim ADAC ge-
arbeitet. Ihre Stammabteilung ist die Luftrettung.

Foto: David Friedmann

Ihr Duales Studium beim ADAC hat sie mit zwei Mädels angefangen, die auch BWL-Industrie in Karlsruhe studieren. Simone findet das sehr gut, da sie so immer jemanden hat, mit dem sie sich austauschen kann. Doch das klappt natürlich nicht immer so reibungslos. „Die Studentin, die in dem Jahr vor uns angefangen hat, war ganz alleine. Da hatte ich echt Glück!“ Das Angebot an Studienplätzen beim ADAC ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. „Je nach Bedarf der Abteilungen“, erklärt mir Simone.

Der Ausbildungsstart beim ADAC fiel ihr nicht sonderlich schwer, da sie vorher bereits ein halbes Jahr als Aushilfe in der Luftrettung gearbeitet hatte. Dass sie diese Stelle damals bekommen hat, war eher ein Zufall: Eine Kollegin ist in Altersteilzeit gegangen und Simone wurde die Aushilfsstelle in Vorbereitung auf ihr Studium angeboten. Ihre Aufgabe bestand damals vor allem darin, bei der Einsatzabrechnung einzelner ADAC Luftrettungsstationen zu helfen. Für Simone eine super Sache, denn dadurch war sie bereits mit allen Kollegen, dem Unternehmen und auch den Abläufen im Haus vertraut. Ob Simone auch nach dem Studium in ihrem Heimathafen bei der Luftrettung bleiben kann, steht zwar noch nicht fest – aber sie würde es wahnsinnig gern.



Beim ADAC wird's für Simone nie langweilig.
Foto: David Friedmann
Die Arbeit ruft

Inzwischen durfte Simone neben der Luftrettung auch schon in einige andere Abteilungen im Unternehmen reinschnuppern: „Ich war schon kurzzeitig in der Personalentwicklung, bei den Allgemeinen Onlinediensten und in der Social-Media-Abteilung.“ In diesen Bereichen hatte Simone aber meist nur kleinere administrative Aufgaben. Demnächst steht bei ihr eine Projektarbeit an – so eine große theoretische Arbeit muss sie in jedem Studienjahr abgeben. Ich erinnere mich noch gut an das lästige Thema: eine Projektarbeit ist ganz schön anstrengend und zeitaufwändig. Simone sieht auch nicht gerade begeistert aus, als wir darüber sprechen. Aber wenigstens darf sie sogar während ihrer Arbeitszeit daran arbeiten. „Ich kann mir meine Zeit sehr frei einteilen – mir bleibt genug für mein Studium und für das Tagesgeschäft“, freut sich Simone. Denn wir wissen beide, dass das nicht in jedem Unternehmen möglich ist.

Aber was sind eigentlich Simones tägliche Aufgaben beim ADAC? Momentan ist sie ja bei der Luftrettung in der Abteilung „Erlöse und Ausschreibungen“ eingesetzt. „Wenn zum Beispiel eine neue Luftrettungsstation ins Leben gerufen wird, wird diese ausgeschrieben und wir bewerben uns darauf“, erklärt sie mir. Dabei ist Simones Aufgabe, bei der der Kalkulation und bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen zu unterstützen.

So läuft's im Dualen Studium!
Bei einem Dualen Studium vereinen sich die Theorie eines normalen Studiums und die Praxis einer Ausbildung. Alle drei Monate findet der Wechsel zwischen Hochschule und Unternehmen statt. So sammelt ihr neben dem Studium auch wertvolle Praxiserfahrung in den verschiedensten Abteilungen eines Unternehmens und könnt das erlernte Wissen direkt in der Praxis anwenden. Im Anschluss werden die meisten Dualen Studenten auch von ihren Firmen übernommen.

Beim ADAC bekommt ihr als dual Studenten eine Stammabteilung zugewiesen, in der man die meisten seiner Praxisphasen absolviert. Dennoch ist es möglich, auch in andere Abteilungen zu schnuppern – so wie Simone.

Im 15. Stock bei der Luftrettung fallen für Simone und ihre Kollegen hauptsächlich solche Verwaltungs-Tätigkeiten an. Aber wie eine Luftrettungsstation vor Ort aussieht, durfte sich Simone natürlich auch schon ansehen. In ihrer Heimatstadt Ingolstadt konnte sie einen der gelben Rettungshubschrauber ganz aus der Nähe betrachten. Aber das reicht Simone noch nicht, sie will noch viel mehr vom ADAC-Alltag entdecken: „Ich möchte beispielsweise auch unbedingt mal einen Tag einen Straßenwachtfahrer begleiten.“

Blick in die Zukunft

Als ich Simone auf den Manipulationsskandal der vergangenen Monate anspreche, reagiert sie ganz gelassen. Denn trotz der Schlagzeilen, auf die sie auch ab und zu von Freunden scherzhaft angesprochen wird, weiß sie ja aus eigener Erfahrung, wie wichtig die Arbeit des ADAC ist. „Was mir am ADAC so gut gefällt, ist, dass er vielen Menschen hilft. Und ich bin nach wie vor überzeugt, dass der ADAC ein gutes Unternehmen ist.“

Ich merke sofort, dass Simone das auch wirklich so meint, wie sie es sagt. Das ist keine einstudierte PR-Floskel, die den Mitarbeitern eingetrichtert wurde, da spricht jemand wirklich aus Überzeugung. Deshalb wundert es mich auch nicht, dass Simone nach ihrem Abschluss gern beim ADAC bleiben möchte. „Nach dem Studium würde ich gern ein bis zwei Jahre arbeiten und dann vielleicht noch meinen Master machen oder ins Ausland gehen. Das wollte ich schon immer, aber leider hat es noch nicht geklappt.“

Bei Maria ist der Zug mit dem Dualen Studium ja inzwischen schon abgefahren, aber unter euch gibt es sicher noch ganz viele, die sich überlegen, was sie mal werden wollen. Darum wollen wir von euch wissen: Könntet ihr euch vorstellen wie Simone eine Ausbildung beim ADAC zu machen?


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