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Abgehört: Alex Mofa Gang – „Ende Offen“

Alex Mofa – eine fiktive Person die fünf Berliner in einer Band vereinen. Das neue Album der Punkrockband „Ende offen“ – hymnisch, elektrisch energiegeladen und laut – erscheint heute, am 21. Juni. SPIESSER-Autorin Ema hat exklusiv für euch reingehört.

28. Juni 2019 - 13:54
SPIESSER-Autorin Em.
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Em Offline
Beigetreten: 17.07.2015

Fünf Freunde erfinden eine fiktive Person, erzählen seine Geschichte durch viel zu laute und hitzige Pop-Musik mit Punk-Elementen. Bereits im Debut-Album „Die Reise zum Mittelmaß der Erde“ zeigten die fünf Jungs ihre fiktive Person Alex Mofa an einem Wendepunkt seines Lebens. Er zog von der niedersächsischen Provinz in den urbanen Großstadtdschungel Berlin um.

Es wundert daher nicht, dass das neue Album „Ende offen“ einen Neuanfang widerspiegelt. ALEX MOFA GANG reißen ihren Protagonisten aus seinem mühsam gefundenen Alltag und erzielen damit auch den gleichen Effekt bei ihren Fans. Alle Zeichen stehen auf Neuanfang. Die Geschichte des jungen Mannes geht voran und er muss weiterziehen, befindet sich also wieder auf der Reise. Wohin diese geht, bleibt jedoch unklar. Damit treffen sie genau den Zeitgeist unserer Generation.

„Und ich fühl mich so yeah, yeah!“

Den Start von 12 Songs macht der Ohrwurm-Generator „Ende offen“. Der Song handelt vom Aufbruch, einer Reise ohne Ziel – und die Band thematisiert ihren bisherigen Werdegang.
Und alle singen mit: „Und ich fühl mich so yeah, yeah!“.

 

 

Der Song „Hinter den Fassaden“ nimmt uns zu einer Reise durch das nächtliche Berlin mit – ganz losgelöst von der eigentlich traurigen Geschichte. Das Lied beleuchtet Einzelschicksale, zum Beispiel eine vereinsamte Oma oder ein streitendes Pärchen im nächtlichen Chaos der Großstadt. Die dynamische, aber für die Spielgewohnheiten der Band doch eher langsame Musik, lässt einen melancholisch an die eigenen nächtlichen Erfahrungen zurückdenken.

 

 

Da sind Songs wie „Erstmal für immer“ oder „Es ist vorbei“ oder „Nacht aus Gold“ schon energiegeladener. Die meisten Songs des Albums haben einen flotten Beat und sind temperamentvoll. Die Melodien laden ein zum Austoben und Ausflippen. Die schnellen Rhythmen machen das Tanzen zum Automatismus, Beine, Hüften und Schultern bewegen sich fast schon wie von selbst.

Untermalt werden diese mitreißenden Klänge von genauso mitreißenden Texten. Vor allem die einprägsamen Refrains mit Wiederholungscharakter brennen sich ins Gedächtnis ein. Schon nach einmaligem Hören erinnert man sich wieder an den Text und beim zweiten Mal wird laut mitgesungen. Das macht gute Laune oder wie Alex sagen würde: „Ich kann durchdrehen!“.

Doch Alex folgt nicht nur dem Zeitgeist der Jungen, sondern erkennt auch politische Entwicklungen, die ihn und sein Handeln beeinflussen. In „Alles robotisiert“ geht es um die Angst vor der Maschinisierung unserer Welt, die Übernahme von Siri und Co. über unser Leben und die dadurch entstehende Gleichschaltung unserer Interessen. Der Text in „Düsenjäger“ ist sogar noch politischer. Auf fast schon ironische Weise führt die Alex Mofa Gang ihre Zuhörer die Gleichgültigkeit der heutigen jungen Generation über paradoxe politische Situation wie das Flüchtlingssterben auf dem Mittelmeer vor – Gute-Laune-Klänge inklusive. Das bringt einen zum Nachdenken und zur Reflektion der eigenen politischen Einstellung.

 

 

Mit „Treibholz“ verabschieden sich die fünf Jungs von ihren Fans. Sie zeigen die Sehnsucht der heutigen jungen Generation nach einem Nest, einem Zuhause und nach Sicherheit und Planbarkeit der Zukunft. Damit trifft die Band den Nerv der Zeit. Denn genau das ist oft unmöglich. Flexibilität wird heutzutage in fast allen Lebenslagen vorausgesetzt, resultierend in einem „Baukasten-Leben“. Die Reise geht also noch immer weiter. Auch für die Jungs von ALEX MOFA GANG.

Ohrwurm: Hinter den Fassaden
Hinhörer: Alles robotisiert, Düsenjäger
Album in drei Worten: Energetisch. Den Zeitgeist betreffend. Kritisch.
Passt zu: einem warmem Festivaltag
Erinnert an: Muff Potter, Jupiter Jones

Ende offen“ von Alex Mofa Gang

: 21.06.2019
Label: Redfield Records

Alex Mofa Gang live on Tour:

08.11.2019 | Bastard Club | Osnabrück
09.11.2019 | Goldgrube | Kassel
16.11.2019 | FZW | Dortmund
22.11.2019 | ClubCann | Stuttgart 
23.11.2019 | Artheater | Köln

Weitere Infos findet ihr hier.

 

Text: Ema Jerkovic
Teaserbild: Redfield Records

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