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Abgehört: Cro

Cro ist endlich zurück, immer noch maskiert und immer noch „tru“ zu sich selbst. Mit seinem neuen Album liefert er einen Mix an Knallertexten und feurigen Beats. SPIESSER-Praktikantin Rebekka hat mal für euch reingehört.

15. September 2017 - 09:18
SPIESSER-Autorin breakfastatspiesser.
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breakfastatspiesser Offline
Beigetreten: 28.07.2017

Nach seinem letzten musikalischen Erfolg „MTV Unplugged“ (2015) meldet der Rapper sich nun überraschend zurück. Die erste Single des Albums „Unendlichkeit“ (VÖ 02.06.) erreichte schon nach wenigen Wochen Gold-Status, was bestätigt, dass der Künstler in Pandamaske es noch immer so richtig drauf hat. Und auch jetzt noch besitzt er einen unglaublichen Wiedererkennungswert, das bekommt man auch auf seinem neuen Album „Tru“ zu hören.

Den Start von 20 Songs macht „Kapitel 1“, ein ehrlicher Raptitel und „ein Toast auf die Jene, die wir lieben“. Darauf, auf den kommerziellen Nutzen von seiner Musik zu scheißen und sich auf seine Musikliebe zu konzentrieren, wie am Anfang seiner Karriere, wie im ersten Kapitel seiner Story. Weiter geht's mit „Forrest Gump“, der durch seinen groovigen Beat besticht und Lust auf mehr macht. Genau das erhält man dann ein paar Minuten später in Form des gute Laune Titels „Fkngart“, dessen ungewöhnlicher Anfang schon ein bisschen an Imogen Heaps Watcha Say erinnert.

Einen absoluten Ohrwurm mit internationalem Potenzial bietet der Titelsong „Tru“. Trotz einer prägnanten Portion Autotune erzeugen die knalligen Beats in Verbindung mit deutschen Texten einen unverwechselbaren Sound.

Wer sich mehr bewegen will als nur cool mit dem Kopf zu nicken und den Füßen hin- und herzutippen, der findet mit den nächsten beiden Songs genau die richtige Möglichkeit dazu. „Hi“ und „Todas“ kriegen mit einem einprägsamen Rhythmus selbst die größte Couchpotatos dazu, mal aus ihrer Liegeposition rauszukommen.

Und wenn man ein mal von der Couch runter ist, ist man bereit für den nächsten Hinhörer: „Baum“. Um die tiefere Aussage hinter diesem Song zu verstehen, sollte man nämlich ordentlich wach sein. Darin gerät Cro in einen Autounfall, bei dem er gegen einen Baum fährt und in seinem vermeintlich letzten Moment plötzlich über sein Leben nachdenkt. Der Titel schafft es, dass man sich auch selber mit der emotionalen Thematik auseinandersetzt.

Danach folgt auch schon der nächste Hit „Unendlichkeit“, welcher mit Autotune nicht nur einen coolen Sound erzeugt, sondern auch eine coole Aussage mit sich bringt. Denn wer würde nicht gern sein vergängliches Leben leben, ohne den gesellschaftlichen Druck, unbedingt etwas Großes erreichen zu müssen? Bei „Noch da“ ist dann wieder ein richtiges Feuer zu hören und auch zu spüren. Der Song erzählt von einer Beziehung, die kurz vor dem Aus ist, denn der Junge fühlt sich einfach nicht auf dem Level seiner Freundin. Allen Feministinnen/Feministen entlockt er ein belustigtes Schmunzeln und bleibt durch seinen catchy Refrain sofort im Ohr.

Die Titel „Paperdreams“ und „Slow down” versetzen einen dann in einen ruhigeren Zustand, mit langsamen Rhythmen und sexy Vibes. Hier heißt es einfach mal die Augen schließen und sich von den Melodien tragen lassen.

Obwohl es einige Hinhörer gibt, die sich abheben, muss ich leider sagen, dass sich viele Songs ähneln. Das nicht nur vom Instrumentalen her, sondern auch von den Texten. Aber insgesamt zieht sich ein roter Faden durchs Album. Denn „Tru“ befasst sich mit Cros Leben und wenn man genauer hinhört, verraten die Lyrics den einen oder anderen Insider über den sonst so privaten Superstar. Wie er tickt, was er schon erlebt hat und vor allem: was ihm wichtig ist. Man merkt, dass er nicht für den Fame, sondern aus seiner Liebe zur Musik produziert. Es geht ihm nicht ums Geld, auch nicht darum so viele Groupies wie möglich am Start zu haben. Die Message von „Tru“ lautet: Habe Spaß am Leben trotz Krisen, bleib dir selbst treu und zeige dem Materialismus den Mittelfinger. Und ich finde: „Tru“ly gute Arbeit, Cro!

Ohrwurm: „Tru“
Hinhörer: „Noch da“, „Unendlichkeit“, „Baum“
Album in drei Worten: loslassen, abgehen, eintauchen
Passt zu: einem Autotrip, chilligen Momente mit den Freunden
Erinnert an: Internationalen/Amerikanischen Rap

„Tru“ von Cro

VÖ: 8. September 2017
Label: chimperator productions gmbh & co. kg

 

 

 

Text: Rebekka Hörnig
Bildmaterial: © Chimperator Productions

 

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