Titelverteidiger

Abgehört: Dita von Teese

Sie ist eindeutig ein Hingucker. Doch ist Dita von Teeses Album auch ein Hinhörer? Diese Frage beantwortet SPIESSERin Nicole.

13. März 2018 - 18:16
SPIESSER-Autorin JillTaylor.
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JillTaylor Offline
Beigetreten: 30.01.2012

Dita von Teese war zwar ein Jahr lang mit Rockmusiker Marilyn Manson verheiratet, ist selbst aber eher für außermusikalische Aktivitäten bekannt, zum Beispiel als Tänzerin und Aktmodell. Bei zwei Singles, von Monarchy und Die Antwoord, war sie bereits Gastmusikerin. Nun bringt sie erstmals, unter Mitwirkung des französischen Ex-ESC-Teilnehmers Sébastien Tellier, ein komplettes Album heraus. Das Album trägt ihren Namen. Ob es so gut klingt, wie sie aussieht? Ich bin gespannt.

Der erste Song, „Sparkling rain“, gibt auch bereits eine erste Antwort auf meine Frage. Der Sound ist elektronisch, klingt entspannt, was mir ganz gut gefällt. Allerdings könnte Frau von Teeses Stimme wirklich stärker sein. Die weiteren Nummern sind in einem ähnlichen Stil gehalten. Bei „La vie est un jeu“ versucht Dita von Teese sich an französischsprachigem Gesang. Die Idee ist ja ganz schön, aber ich finde, wenn man einen so starken amerikanischen Akzent hat wie sie, kann man es auch sein lassen. Was für „La vie est un jeu“ gilt, gilt auch für „Parfum“: Nicht immer klingt es gut, wenn eine Frau Französisch singt.

Ihre Stücke sind ganz angenehm, überzeugen mich insgesamt aber nicht so richtig. „Saticula“ immerhin klingt schön loungig. Für „Porcelaine“ hat Frau von Teese sich Unterstützung durch einen Gastsänger dazu geholt, was den Song gegenüber den anderen, die so vor sich dahinplätschern, durchaus herausstechen lässt. Der einzige Song, der mir ausnehmend gut gefällt, ist „The lunar dance“. Ein paar Minuten lang erklingt Instrumentalmusik, die an die von mir sehr geschätzten New Order oder die Pet Shop Boys erinnert, bis Dita von Teese – ich kann es nicht anders sagen – leider doch noch anfängt zu singen.

In den Texten geht es um Verführung, worauf man aber niemals kommen würde, wenn man nur die Musik hört. Von der Musik fühle ich mich jedenfalls nicht verführt. Es ist eher ein nettes Album zum nebenbei Hören oder vielleicht für Freibadgänge. Dita von Teese selbst hat von sich in mehreren Interviews gesagt, dass sie sich nicht als Sängerin sieht. Meiner Meinung nach sollte sie sich auch eher als Tänzerin oder Model weiterbetätigen. Texte und Musik lösen bei mir nichts aus, was ich wirklich sehr schade finde. Empfehlen kann ich „Dita von Teese“ jedem, der leichten elektronischen Sound mag und etwas Entspannendes zum Runterkommen hören möchte.

Ohrwurm: „Dangerous guy“
Hinhörer: „Fevers and candies“, „Saticula“, „Porcelaine“
Album in drei Worten: elektronisch, Sommerwiese, leicht
Passt zu: einer Nacht in einer Bar
Erinnert an: die „Space Night“ im Bayerischen Fernsehen

Dita von Teese von Dita von Teese

 

: 16.02.2018
Label: Record Makers (Cargo Records)

 

 

 

Text: Nicole Prehn
Teaserbild: Pressematerial

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