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Abgehört: Tina Dico – Fastland

Mit ihrem elften Album überzeugt die dänische Sängerin und Songwriterin Tina Dico durch einfühlsame Harmonien und poetische Texte, die anregen, sich Zeit zur Reflektion zu nehmen.

01. Oktober 2018 - 10:48
SPIESSER-AutorIn Helen16.
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Helen16 Offline
Beigetreten: 02.01.2018

Wir sind umgeben von Wellen und Wogen, die uns hin und her schaukeln. Wir schaffen es nicht, Halt zu finden. Wir sehnen uns nach festem Boden unter den Füßen, Festland, auf dem wir zu uns zurückfinden können. Der Titel von Tina Dicos neuem Album „Fastland“ ist dänisch für ebendieses Festland. Nach vier Jahren Pause veröffentlicht die dänische Sängerin, die eigentlich Tina Dickow heißt, ihr neues Album. Wir leben in „einer modernen Welt, in der die Dinge immer in Bewegung sind“, sagt die Musikerin, die jetzt mit ihrer Familie auf Island zu Hause ist. Ihr Album versteht die 40-Jährige als eine Antwort und wohl auch als Protest diesen Entwicklungen gegenüber. Sie spricht dabei viel von ihrem eigenen Leben: Früher hätte sie ohne Handy in ihrer Heimat gelebt, heute sei sie immer erreichbar.

Ihre Lieder handeln davon, wie man zu sich selbst und zu echten Beziehungen zurückfindet. Dieses Bedürfnis zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album. Lyrics wie „Doing it all to be alone with you (…) never been so close to breaking the law“ (Ich tue das alles, um mit dir alleine zu sein. Ich war nie so nah daran, das Gesetz zu brechen) im Song „Devil’s Door“ zeigen, welche Verzweiflung und welch starken Wunsch die Sängerin verspürt, Zeit für sich zu haben, abseits von Trubel und Stress: Sie würde sogar das Gesetz brechen, um einen Moment für alle Ewigkeit zu erhalten.

Haben wir das „Fastland“ erreicht, können wir uns darauf besinnen, was wirklich wichtig ist im Leben. „All this glitter“ mag sich nach Sicherheit und Freude anfühlen, ist jedoch nichts anderes als Gier, die zu nichts führt. Tina Dico singt, dass es viel mehr darum geht, ehrlich zu sich selbst zu sein, das wahre Leben einzuladen und es selbst in die Hand zu nehmen. Denn nichts im Leben ist vorbestimmt. Jeder hat die Chance, Festland zu finden und sein Leben selbst zu erschaffen, so die Sängerin, die mit 20 in Dänemark zwei Talentwettbewerbe gewann und für die Veröffentlichung ihres ersten Albums eine eigene Plattenfirma gründete.

Oft sind wir abgelenkt von Social Media und können uns nicht auf das konzentrieren, was uns wirklich wichtig ist. Unterstützt von einfühlsamen Harmonien und einem weiten Spektrum an Intensität der Lieder, bietet Tina Dico ein Album voller Weisheiten, die vielleicht gerade für uns Jugendliche nützlich sein können. Ihre Musik erinnert an weite Landschaften und an pure Freiheit. Manche Tracks laden ein, einen ruhigen Moment zu genießen, während andere wahres Ohrwurmpotenzial haben. Mich persönlich spricht ihr Album sehr an, ich fühle mich von ihren Texten verstanden und sie geben mir neue Denkanstöße. Aber hört doch am besten selbst rein „and let down your hair, like you don’t care“ (und lass dein Haar offen fallen, als wäre es dir egal).

Ohrwurm: „Devil’s Door“ 
Hinhörer: „Fancy“
Album in drei Worten: poetisch, sehnsuchtsvoll, ergreifend
Passt zu: Zurückziehen wenn alles zu viel ist, Überlegen was man eigentlich möchte im Leben
Erinnert an: Sarah Bareilles, Birdy, Florence and The Machine,

„Fastland“ von Tina Dico

 

: 28.09.18
Label: BMG Music Publishing

 

 

 

TINA DICO Tour 2018                    
15.10.2018 Köln Philharmonie
16.10.2018 München Circus Krone
17.10.2018 Stuttgart Theaterhaus
19.10.2018 Leipzig Gewandhaus
20.10.2018 Offenbach Capitol
21.10.2018 Saarlouis Theater am Ring
14.11.2018 Hannover Theater am Aegi
15.11.2018 Bremen Glocke
16.11.2018 Erfurt Alte Oper
17.11.2018 Dortmund Konzerthaus
18.11.2018 Berlin Admiralspalast
                              
TINA DICO solo
05.12.2018 AT-Wien WUK
06.12.2018 NL-Amsterdam Paradiso (De Duif)
07.12.2018 GB-London Union Chapel
14.12.2018 CH-Basel Kaserne/Reithalle 
16.12.2018 CH-Zürich X-TRA

 

Text: Helen Pörtner
Teaserbild: BMG

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