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Abgehört: Wooden Peak – „Yellow Walls“

Das am 18. Januar erscheinende neue Album der Band Wooden Peak hat nun mehr als fünf Jahre auf sich warten lassen. Genug Zeit also, um ein weiteres Werk auf die Beine zu stellen, das mit ihrer typischen Kombination aus instrumentalen und gesanglichen Elementen für eine mystisch, sphärische Stimmung sorgt.

17. Januar 2019 - 09:19
SPIESSER-Autorin vivid.
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vivid Offline
Beigetreten: 07.07.2009

Mit „Yellow Walls“ bringt das in Leipzig ansässige Duo, bestehend aus Sebastian Bode und Jonas Wolter, sein viertes Album heraus. Musikalisch bewegt es sich zwischen Indie, Alternative und Elektronica. Der Name der Band, der vielleicht an einen Wanderausflug in den Wald erinnern mag, nimmt Bezug auf einen Berg, der im Grahamland, fernab in der Antarktis gelegen ist. Ob da wohl eine tiefere Verbindung besteht?

Das Duo schafft es mittels Instrumenten wie Schlagzeug und Gitarre sowie Gesang, der von einer unaufgeregten Stimme geprägt ist, und digitalen Begleitern wie etwa Synthesizer oder Fußorgel, als „Zweimannorchester“ aufzutreten. Dass für die beiden das Instrumentale im Vordergrund steht, ist dem neuen Album anzumerken, denn der Großteil der Stücke beginnt mit einem längeren rein instrumentalen Part, der fast schon zu schnell vergeht, bis der Gesang einsetzt. Auch zwischendurch gibt es immer wieder längere Passagen, die ohne Gesang sehr gut auskommen, sodass die Frage aufkommt, ob hier der Text die Musik unterstreicht oder andersherum. Für mich spielte dies jedoch keine große Rolle, da der Text in den sphärischen Klängen, die Entspannung vermitteln, zweitrangig ist. Auch der letzte Titel „Zeep“, in dem mittendrin ein angenehmes Vogelgezwitscher zu vernehmen ist, ist von dieser Vorliebe geprägt: Es handelt sich um ein rein instrumentales Lied. Bei aufgedrehter Lautstärke kommen besonders die kleinen Nuancen an Klängen zur Geltung und regen die Fantasie an.

Der Song „Stitch“ fällt deutlich aus der Reihe, da er sofort mit Gesang beginnt. Der Text ist kurz und prägnant und seine Textzeilen eher düster, wie etwa „sinking boat take this load the beast was told to eat all who came around for more“ und weiter „the chief was told to fire then the ones who might not swim“. Dieser Songtext enthält Metaphern und könnte durchaus auf die aktuelle politische Lage an den Grenzen Europas am Mittelmeer anspielen.

Ältere Hörerinnen und Hörer könnten sich aufgrund der speziellen, „altertümlichen“ Synthesizerklänge mal an das Computerspiel Tetris, ein anderes Mal an die Musik von Jan Hammer (der auch den Titelsong zur Kultkrimiserie „Miami Vice“ geschrieben hat) oder an Michael Rother (und seine Band „Neu“ aus der „German Rock Scene“ der 70er Jahre) erinnert fühlen.

Insgesamt gefällt mir diese Musik, die durchaus entspannt ist, sehr gut und ich konnte feststellen, dass sie sich auch hervorragend als Begleitmusik für Alltägliches, zum Beispiel zum Kochen, eignet!

Ohrwurm: „Swarm“, „Point“
hinhörer: „Stitch“
album in drei worten: elektronica, sphärisch, entspannt
passt zu: sich entspannen, in der Badewanne liegen
erinnert an: the notwist, lambchop

„Yellow Walls“ von Wooden Peak

: 18.01.19
Label: Kick The Flame

Tour Termine

11.01. Leipzig | naTo
12.01. Rostock | Peter-Weiss-Haus (mit Petula)
13.01. Berlin | Monarch
31.01. Landau | Grauflächenkultivierung (Duo Electric)
02.02. Stuttgart | Galao
16.02. Halle | Cafe Ludwig (Duo Electric)
16.03. Biesenthal | Camp Concerts (Duo Electric)
27.03. Brüssel | Le Brass (mit River Into Lake) (Duo Electric)
28.03. Aachen | Raststätte (Duo Electric)
02.04. Darmstadt | Schlosskeller
08.04. Münster | Pension Schmidt
07.06. Ottersweier | Grüner Baum (Duo Electric)
04.-07.07. Rudolstadt | tff Rudolstadt 2019
09.08. Feldberg | 3000grad Festival
19.09. Chemnitz | Weltecho
05.10. Erfurt | Franz Mehlhose

Text: Britta Buchwald
Teaserbild: www.ballyhoomedia.de

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