SPIESSER unterwegs

#ActNow

Aktuell findet der G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Oberbayern statt. Dort werden dann wieder große gesellschaftspolitische Probleme gewälzt und nach Lösungen gesucht. Schon vor einem Monat haben sich 54 Jugendliche aus 19 verschiedenen Ländern in Berlin zum J7 getroffen, um eine Woche lang über die Themen des diesjährigen G7-Gipfels zu diskutieren. SPIESSER-Autor Üwen war nicht nur dabei, sondern durfte auch mit Lilian von der deutschen Delegation sprechen und mit Fragen für euch löchern.

09. Juni 2015 - 13:21
SPIESSER-Autor uewen.
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uewen Offline
Beigetreten: 02.06.2012

Für Lilian (16) und die anderen Jugendlichen war es eine ganze Woche voller neuer Eindrücke in Berlin. Neben den jungen Weltveränderern aus den Ländern des G7-Gipfels durften sich am J7-Summit (Junior 7-Gipfel) auch Jugendliche aus weiteren Ländern beteiligen. Eine der zusätzlichen Delegationen trug den Titel „EU“. Zu dieser Delegation gehörten Jugendliche aus den Nicht-G7-EU-Staaten. Die andere Delegation bestand aus Jugendlichen verschiedenster afrikanischer Länder und wurde als Delegation „Africa“ bezeichnet. Mein erster Gedanke als ich diese ganzen jungen und motivierten Gesichter aus der ganzen Welt sah war: Wie haben die sich denn da überhaupt verständigt? Lilian erklärte mir in unserem Gespräch, dass das gar nicht so schwer war. In der Regel haben sich alle auf Englisch verständigt. Wennʼs doch mal Schwierigekeiten gab, stand ihnen meistens auch ein Dolmetscher in den Sprachen der G7-Staaten zur Seite.

Das sind die G7-Länder: Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten

Organisiert wurde der Gipfel vom Familienministerium und UNICEF Deutschland zusammen mit IJAB (Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.). Viele der jungen Abgeordneten haben sich bereits im Vorfeld in ein paar Themenbereichen des Gipfels stark gemacht und wurden deshalb von einer nationalen Jury aus ihrem Herkunftsland, welche aus Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen bestand ausgewählt. „Ich habe mich bereits in der Schule schon in zwei AGs sozial engagiert. Zum einen in der AG Journalistik und zum anderen in dem Projekt: Umwelt baut Brücken“, erzählt mir Lilian.


Lilian (links) mit ihrer Projektgruppe.
Foto: UNICEF/David Ausserhofer

Nicht nur Lilian auch die meisten anderen, die ich nach ihrer Motivation für die Teilnahme am J7 fragte, antworteten mit so: „Weil die Jugend die Zukunft ist. Wir haben also ein Recht auf Mitsprache, wenn es um Dinge von Morgen geht.“ Lilian findet es schade, dass das nicht jeder so sieht: „Wir sollten viel mehr an das denken, was Morgen passiert. Unser Handeln und Denken hat unscheinbar starke Auswirkungen auf unsere Zukunft, das sollte man nicht vergessen.“

Die Themen des Junior-Gipfels wurden an die Themen des G7-Gipfels angelehnt. Unsere jungen Vertreter befassten sich in der vergangene Woche in Berlin im Großen und Ganzen mit vier Themenbereichen: Umweltschutz, Frauenrechte, Faire Wirtschaft(-standards) und Gesundheit.

Shortfacts zum G7-Gipfel:

• G7 steht für „Gruppe der Sieben“.
• Zusammenschluss der zum Gründungszeitpunkt wichtigsten Industrienationen
• regelmäßige Treffen der Staats- und Regierungschefs
• die EU ist bei allen Treffen ebenfalls vertreten
• besteht seit 1975, damals als Weltwirtschaftsgipfel
• entstand aus den wirtschaftlichen Problemen der 1970er-Jahre
• traditionell werden Fragen der Weltwirtschaft, Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik diskutiert (z.B. nachhaltiges Wirtschaftswachstum und freier Handel).
• zusätzlich werden bei den Treffen Themen aufgegriffen, die für unsere Gesellschaft aktuell von großem Interesse sind (z.B. Stärkung von Frauen bei Selbstständigkeit und beruflicher Bildung).

Neben vielen tollen Gesprächen, Workshops und Diskussionsrunden durften die insgesamt 53 Jugendlichen ihre Ergebnisse aus den Themen-Workshops vergangene Woche nicht nur in ihren Botschaften den jeweiligen Konsuln vorstellen. Selbst unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm sich für ein Gespräch mit den diesjährigen J7 im Bundeskanzleramt in Berlin Zeit. Insbesondere in den Workshops diskutierten die Jugendlichen ihre Themen und entwickelten Lösungsvorschläge für die Probleme in unserer Welt, sowie neue innovative Ideen.


Verständigungprobleme gab es trotz vieler
Sprachen kaum. Foto: UNICEF/Julia Zimmermann

Die Jugendlichen übergaben ihre Ideen an Angela Merkel, welche sicherlich auch am 7. und 8. Juni in die Gespräche der G7 miteinfließen werden. Lilian erklärte mir: „Es ging uns darum, neue innovative Ideen und Lösungsvorschläge zu unseren Themen zu finden, die direkt umgesetzt werden könnten.“ Die J7 blieben dem nicht nur treu, sondern beginnen jetzt auch selbst direkt eine ihrer Ideen umzusetzen – eine Plattform zum Austauschen und Vernetzen von selbstständigen Frauen, die ein eigenes Geschäft oder Unternehmen innehaben, also ein Forum für Geschäftsfrauen.  

Diese Veranstaltung hat Jugendlichen nicht nur eine tolle Möglichkeit geboten einen kleinen Einblick in politische Arbeit zu haben oder ihre Meinung zu sagen. Wie Lilian lernten die Jugendlichen in den vergangenen Tagen, Probleme besser und schneller zu erkennen und zu handeln, denn das ist das, was zählt: Wir müssen aktiv werden und mitdenken, nur so können wir unsere Welt besser machen – #Actnow!

 

Über J7-Summit

• J7-Gipfel steht für „Junior 7“-Gipfel
• bewerben konnten sich Jugendliche online unter: www.j7summit.org im Alter von 14 bis einschließlich 18 Jahre
• Ziel war es, Jugendlichen eine Plattform zu geben, um über politische Themen, die auch sie betreffen, zu diskutieren.
• organisiert und durchgeführt wurde der Gipfel auf Wunsch der Bundeskanzlerin
• ausgewählt wurden die Teilnehmer von einer nationalen Jury in ihrem Herkunftsland
• gearbeitet wurde auf dem Gipfel in der Regel in Themengruppen
• neben den Workshops/Gruppenarbeiten gab es auch Podiumsdiskussionen mit Politkern und weitere Gespräche mit Experten für die Gipfel-Themen

Text: Üwen Ergün
Teaserbild: UNICEF/Julia Zimmermann

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Kommentare

Zwei Kommentare
  • Kannst du deine Meinung auch fundierter begründen?
    Klar ist so eine Veranstaltung nicht kostengünstig, dennoch sorgt sie für politische Partizipation von Jugendlichen und fördert auch das politische Engagement von Jugendlichen. Sollte man auf sowas zukünftig verzichten? Dann können wir uns auf eine Zeit freuen, in der Jugendliche doof durch die Gegend gucken und die "Großen" in der Politik machen lassen - Resultat: Wir haben ein Land in dem Jugendliche nichts zusagen haben und Dinge, die auch sie betreffen einfach über ihren Kopf hinweg entschieden werden. Meinst du nicht, die Förderung von politischem Engagement durch solche Veranstaltungen (meinetwegen auch gerne im kleineren Stil) ist wichtig?
    Zum Thema Kaffeekränzchen (du hast ein "f" vergessen und ein "e" zu viel): Hättest du meinen Artikel gelesen und nicht nur überfolgen, dann wüsstest du, dass die Jugendlichen auf dem Gipfel eine sehr intensive arbeitsreiche Zeit hatten und diese produktiv genutzt haben!

  • Teures Kafeekränzchen auf Steuerzahlers kosten

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