Kinofeeling

Amy

Der Tag an dem Amy Winehouse starb, war ein heißer Tag. Er wollte so gar nicht zu dieser Tragik passen. Jetzt, vier Jahre später, wurde das Leben der jungen, außergewöhnlichen Frau aus Nord-London von Asif Kapadia auf die Leinwand gebracht. Eine aufwühlende, schmerzende und doch wundervolle Doku.

16. Juli 2015 - 14:29
SPIESSER-Redakteurin Frit.zi.
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Frit.zi Offline
Beigetreten: 15.10.2013

Worum geht's?

Ja, worum geht es in dieser Doku eigentlich? Es geht um Amy, um den Beginn ihres Erfolges und um Amys Verfall. Es geht darum, Amy zu zeigen, wie sie war, wie sie mit Menschen umgegangen ist, es geht darum, wie Menschen sie behandelt haben. Es geht um ihre Alkohol- und Drogensucht, ihre Essstörung. Aber eigentlich geht es um Musik und Liebe. Amys Jazzstimme, ihre außergewöhnliche Persönlichkeit und ihre intensiven Erfahrungen haben ihr die Gabe verliehen, grandiose Musik nicht nur zu schreiben, sondern zu verkörpern. Amy liebte, wenn sie liebte, abgöttisch. Ihre Musik, ihren Mann, ihren Vater. Doch nicht immer wurde ihre Liebe erwidert. Und Amy brauchte Liebe. Das ist es, was auf der Leinwand gezeigt wird.


Amy Winehouse begann schon als Teenager ihre
eigenen Lieder zu schreiben und unterschrieb mit
19 ihren ersten Plattenvertrag.

Foto:© 2015 PROKINO Filmverleih GmbH
Wer spielt mit?

„Mitspielen“ ist bei dieser Doku das falsche Wort. Einige Personen aus Amys engstem Umfeld, waren bereit Interviews für den Film zu geben. Da wäre zum Beispiel Amys Ehemann Blake Fielder-Civil, ihre Freundin Lauren Gilbert, Freund und Co-Manager Nick Shimansky, ihr späterer Manager Raye Cosbert wie auch ihre Eltern Janis und Mitch Winehouse. Wobei sich Mitch später vom Film distanzierte, weil ihm die Darstellung seiner Person nicht so richtig gefallen wollte.

Filmischer Augenschmaus?

Amy ist ein guter Dokumentarfilm, ja. Die Bilder sind toll, die verschiedenen Originalquellen wie private Videosequenzen, Fernsehmitschnitte, Radiointerviews, Telefonate und Fotos sind wahnsinnig gut komponiert. Wirklich Spaß macht es aber nicht, dabei zu zusehen, wie Amy leidet, sich wieder aufrappelt und dann noch tiefer fällt. Irgendwann ist es dann soweit, dass sie gar nicht mehr hoch kommt – helfen kann ihr keiner mehr.

Braucht man Taschentücher?

Du gibst alles oder nichts. Wenn du alles gibst, leidest du mit.

Mit wem angucken?

Mit niemandem. Dieser Film muss verdaut werden und eignet sich daher eher weniger dazu, sich mit jemand anderem entertainen zu lassen.

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Was macht man danach?

Am besten gleich heimgehen und versuchen zu schlafen.

In 3 Worten:

Grausam. Schön. Echt.

Mainstream oder Independent?

Absolut untypische Verfilmung eines berühmten Lebens. Ohne Schnickschnack. Ohne Glorifizierung.

Amy - The gril behind the name

Regie: Asif Kapadia
Protagonisten: Amy Windehouse, Mitch Winehouse, Mark Ronson
Kinostart: 16.07.2015
Länge: 127 Minuten

 

 

Text: Nora Stankewitz
Foto: © 2015 PROKINO Filmverleih GmbH

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