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An, aus, Standby-Modus oder stillgelegt?

Geht es euch auch so, dass ihr überhaupt nicht mehr wisst, was wie wo und warum passiert ist, wenn ihr das Wort „Energiewende“ hört? Welche Atomkraftwerke sind bereits abgeschaltet, welche stillgelegt, welche laufen noch? Und vor allem: Wie sieht der zukünftige Plan für Deutschland und Europa aus? SPIESSER-Praktikantin Maxi hat sich einen Überblick verschafft.

25. März 2014 - 09:58
SPIESSER-Autorin Miliane.
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Miliane Offline
Beigetreten: 20.01.2014

Dieser Beitrag entstand
in Zusammenarbeit mit RWE.

 

Zunächst einmal gibt es in Deutschland insgesamt 36 Atomkraftwerke (AKW). Davon laufen jedoch nur noch neun, 19 sind stillgelegt und acht dauerhaft abgeschaltet. Im Herbst 2010 beschloss die Bundesregierung die Laufzeiten der AKWs zu verlängern, doch nach dem Reaktorunglück in Fukushima vor zwei Jahren hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das Energiekonzept umgekrempelt: Bis 2022 sollen alle Kraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden und wir auch keine mehr als Reserve benötigen.


Abschalten ist nicht gleich stilllegen, wenn es um
Kernkraftwerke geht. Foto: setcookie, pixelio.de

Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem abgeschalteten und einem stillgelegten AKW? Erst, wenn ein Kraftwerk einige Jahre abgeschaltet ist, der Abbau des nuklearen Teils eingeleitet und geklärt wurde, was mit dem radioaktiven Müll geschieht, kann es als „stillgelegt“ bezeichnet werden. Aber was passiert danach? Leider kann man ein AKW nicht einfach abschalten, indem man auf den „Herunterfahren“-Knopf drückt. Ein endgültiger Rückbau kann bis zu 40 Jahre dauern. Der Rückbau des Kraftwerks in Greifswald zum Beispiel hat 1995 begonnen und soll erst im kommenden Jahr endgültig abgeschlossen werden. Allerdings bedeutet das nicht, dass nichts mehr von dem AKW übrig ist. Die Gebäude sollen noch weitere 50 Jahre stehen bleiben, bis deren radioaktive Strahlung abgeklungen ist.

Was wird aus dem Müll?

Wenn die Bundesregierung also festlegt, dass bis 2022 alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden sollen, dann heißt das noch lange nicht, dass sie bis dahin verschwunden sind. Nachdem der Reaktor abgekühlt ist und die Brennstäbe entfernt wurden – das AKW also stillgelegt ist –  muss das Kraftwerk langsam von außen nach innen abgerissen werden. Die Kosten des trägt der betreibende Energiekonzern. Dabei werden alle Bestandteile auf Radioaktivität geprüft. Manche Teile werden auch erst mehrere Jahrzehnte gelagert, bis sich ihre Strahlung verringert hat. Die Elemente, die so verseucht sind, dass es Jahrhunderte dauert bis sie dekontaminiert sind, werden unter Wasser mit ferngesteuerten Sägen zerkleinert und schließlich verpackt. Der Atommüll, der dabei entsteht, wird dann in den bekannten gelben Fässern gelagert und zu einem Endlager transportiert.


Der Müll, der beim Rückbau eines Atomkraftwerkes
entsteht, ist noch viele Jahre radioaktiv.

Foto: gruenenrw, flickr.com, CC-Lizenz
(CC BY-SA 2.0)

Natürlich ist dieser Müll nicht ungefährlich, da die Teile alle noch mehrere Jahrhunderte oder auch Jahrtausende lang radioaktiv strahlen können. Deshalb muss ein stillgelegtes AKW immer wieder gewartet werden, um Risiken zu vermeiden. Auch der Castortransport zum Endlager birgt Gefahren, die man bis heute noch nicht genau einschätzen kann. Wenn es beim Transport des Atommülls zu einem Unfall kommt, kann es sein, dass die Castorbehälter undicht werden und radioaktive Strahlen austreten. Dies kann in hohen Dosen zum Beispiel Krebs verursachen, darum werden die Transporte auch immer streng überwacht.

Und wie schauts im Ausland aus?

Innerhalb Europas gibt es ganz unterschiedliche Umgänge mit dem Thema Kernenergie. Während sich Länder wie die Schweiz und Spanien auch den Ausstieg als Ziel setzen, hat Italien seit Jahrzehnten keine AKWs mehr am Netz. In Österreich steht der Verzicht auf Atomkraft sogar in der Verfassung. Ganz anders in Russland: Dort wird der Bau von 26 weiteren Reaktoren geplant – Fukushima wurde in den russischen Medien kaum thematisiert. Auch Frankreich, das Land mit den meisten AKWs in Europa, setzte bis zum Unglück in Fukushima auf Kernenergie. Seit 2011 hat sich nicht nur die französische Bevölkerung kritisch zur Kernenergie geäußert, sondern auch die Regierung scharfe Prüfungen der Reaktoren angeordnet.

Text: Maxi Schmidt
Teaser-Bild:
Christian Beilborn, jugendfotos.de, CC-Lizenz (CC BY 2.0 DE)

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