Anzeige Geben gibt. Bündnis für Engagement
Schwerpunkt

Auf der Suche nach Engagement

Engagement ist absolut notwendig! Diese Botschaft vermittelt auch die Kampagne „Geben gibt“. Doch was ist Engagement eigentlich? Müll trennen? Oder mehr als das?

27. Juli 2010 - 14:50
SPIESSER-Autorin Kristin.
Noch keine Bewertungen
Kristin Offline
Beigetreten: 28.04.2009

<< zurück zum Sozialengagement bei den Griechen und Römern

Engagement ist auch Eigennutz
Engagement n&uuml;tz nicht nur einem selbst.Engagement nütz nicht nur einem selbst.

Schon in der Antike war neben Politik die Kultur das beliebteste Feld in Sachen Engagement. Reiche Bürger veranstalteten die ersten großen Festivals: Es gab tagelang Theater, Gladiatorenkämpfe und Co. bei freiem Eintritt. Völlig uneigennützig war das Engagement damals nicht, sondern ein ideales Mittel, um den eigenen Reichtum zur Schau zu stellen (auch wenn sich dabei die Sponsoren häufig finanziell ruinierten) und das eigene Ansehen zu vergrößern. Doch egal, aus welcher Motivation heraus die reichen Römer und Griechen ihre Festivals veranstalteten, sie boten damit auch dem ärmsten Bettler die Möglichkeit, die Kultur und die Theatergrößen der Zeit zu genießen oder beim Gladiatorenkampf die eigenen Sorgen eine Zeit lang zu vergessen.

Einsatz für andere ganz ohne eigennützige Hintergedanken − diese Idee kam vor allem mit dem Einzug des Christentums in Europa auf. Im neuen Testament finden sich zahlreiche Aufforderungen zu Mildtätigkeiten seinen Mitmenschen gegenüber. Ganz uneigennützig? Nicht wirklich. Denn die Katholiken hoffen darauf, im Jenseits für ihren wohltätigen Einsatz auf Erden entlohnt zu werden. Und die Protestanten haben die Möglichkeit, durch ihr Engagement schon hier und jetzt Ehre zu erlangen.

Es ist wahrscheinlich unvermeidbar, dass beim freiwilligen Engagement auch immer etwas für den Engagierten rausspringt. Aber es ist auch nicht wirklich anrüchig, wenn jemand wie die 20-jährige Rebekka, die ein Jahr lang in Ghana Englisch unterrichtet und beim Bau einer Grundschule geholfen hat, abends mit dem guten Gefühl etwas Sinnvolles geleistet zu haben, einschläft.

Dienst an der Gesellschaft
Viele Jugendliche wollen sich engagieren, wissen aber nicht wie. Geht es euch auch so? Auf den Seiten von „Geben gibt.“ findet ihr Links, die euch weiterhelfen.

Wie wichtig Engagement für unsere Gesellschaft ist, sieht man auch an unserem deutschen Grundgesetz. Das schreibt jungen Männern ab Vollendung ihres 18. Lebensjahres neun Monate lang Wehr- oder Zivildienst vor (ab dem 1. Dezember 2010 nur noch sechs Monate). Der Zivildienst als Pflicht, sich gesellschaftlich zu engagieren.

Jan absolviert gerade seinen Zivildienst in einer Schule für behinderte Kinder. „Statt Soldat zu spielen wie früher im Kindergarten, wollte ich lieber was Sinnvolles tun, mich für eine gute Sache engagieren.“ Trotz dem „Zwang zum Engagement“ fühlt er sich nicht genötigt: „Fast alle Zivis, die ich kenne, machen ihre Aufgaben gern. Außerdem ist das doch eine super Einstiegsdroge in Sachen gesellschaftliches Engagement.“ Auch Jan wäre früher nicht auf die Idee gekommen, dass ihm die Arbeit mit behinderten Kindern Spaß machen könnte. Jetzt sucht er nach einer Möglichkeit „seine“ Kinder auch nach Ende des Zivildienstes begleiten zu können.

Engagement ist facettenreich

Engagement ist freiwilliger Einsatz für etwas, das einem wichtig ist. Etwas, an das man glaubt. Und glauben kann man an verdammt viel: Kostenloses Fußballtraining, Weitergabe der eigenen Geschichtsbegeisterung, Biokarotten für alle oder Schiedsrichter bei Rollstuhlrennen auf dem Pausenhof − das Betätigungsfeld für freiwilliges Engagement ist riesig. Zumindest groß genug, um für jeden Motivierten das Passende zu finden.

Dennoch tun sich viele Menschen schwer mit dem Engagement: „Ich würde mich echt total gern engagieren, aber ich finde einfach nichts Passendes.“ Dieser Satz stammt von Caro. Die junge Münchnerin steckt mitten in ihrer Ausbildung zur Restaurantfachfrau, hat wegen ihren komplizierten, ständig wechselnden Arbeitszeiten wenig Zeit und ihr Azubigehalt reicht auch gerade nur so, um Miete und Essen zu bezahlen. „Okay, ich trenne meinen Müll, kaufe ab und zu bei Hanno an der U-Bahnstation eine Obdachlosenzeitung und mache hin und wieder ein paar Besorgungen für die alte Frau Huber aus der Wohnung nebenan. Aber so richtiges Engagement ist das noch nicht“, gesteht sie. Vielleicht hat sie Recht, aber letztlich ist jedem selbst überlassen, wie viel Engagement er in seinem Leben unterbringen kann. Engagement ist vielfältig und überall, manchmal in Afrika und manchmal eben bei Frau Huber nebenan.

Autorin/Fotos: Kristin Ofer

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit "Geben gibt. Bündnis für Engagement"

Dir gefällt dieser Artikel?

Kommentare

Und du so? Sag' uns, was du denkst!
Mehr zum Thema „Geben gibt
  • Anzeige
    Onlineredaktion
    Schwerpunkt

    Schüler Helfen Leben — Deutscher Engagementpreis

    Bei „Schüler Helfen Leben“ setzen sich jedes Jahr 100.000 Jugendliche in ganz Deutschland für Hilfsprojekte auf dem Balkan ein. Dafür hat der Verein jetzt den Deutschen Engagementpreis bekommen.

  • Anzeige
    Miss Vespa
    Schwerpunkt

    Hoffnung geben, Zeichen setzen

    Für „Geben gibt.“ erzählt Mara, warum sie sich freiwillig und ohne Geld dafür zu bekommen, in ihrer Kirchengemeinde engagiert.

  • Anzeige
    Onlineredaktion
    Schwerpunkt

    RoQ keeps equality: Open Air gegen Extremismus

    Trotz 15 Stunden Arbeit am Tag hat er Zeit, sich zu engagieren. Denn er liebt Musik. Und Technik. Für „Geben gibt.“ erzählt uns Pascal von seinem Einsatz für das „RoQ keeps equality“- Festival.

  • Anzeige
    Stefanie Lodde Hirte
    Schwerpunkt

    Jacob Schrot: Sozialengagement ist kulturelles Bindemittel

    Jacob Schrot, der Gewinner der ZDF-Show „Ich kann Kanzler“, ist ein Musterbeispiel für gesellschaftliches Engagement. Für Geben gibt. erzählt er, dass Ehrenamt hilft, eine gemeinsame Identität zu stiften.

  • Anzeige
    Stefanie Lodde Hirte
    Schwerpunkt

    Entscheidet über den Publikumspreis für freiwilliges Engagement!

    Insgesamt 1.800 Personen und Projekte waren bei der Kampagne „Geben gibt.“ für den Deutschen Engagementpreis 2010 nominiert. Wir stellen euch fünf Jugendprojekte vor.

  • Anzeige
    Lilientiger
    Schwerpunkt

    Umweltarbeit beim Kindergipfel – ein nachhaltiges Hobby

    Die Zukunft, das ist unsere Umwelt und: Kinder. Deswegen bringt Nina dem Nachwuchs etwas über Umweltschutz bei – freiwillig und ehrenamtlich. Ein Geben gibt.-Bericht.

  • Anzeige
    Gleb Karbachinsky
    Schwerpunkt

    „Schwimm mal ne Runde!“

    Freiwilliges Engagement gibt es in den unterschiedlichsten sozialen Bereichen: Kirche, Schule, … Was Gleb allerdings macht, klingt so selbstverständlich wie es auch wichtig ist: Er bringt Kindern das Schwimmen bei. Sein Bericht für „Geben gibt.“

  • Anzeige
    Birk Grüling
    Schwerpunkt

    Mit Becherpfand die Welt retten

    Menschen mit Mülltonnen, die keinen Müll sondern Becher einsammeln? Bei diesem Phänomen handelt es sich um ehrenamtliches Engagement. Birk hat sich das für „Geben gibt.“ mal angeschaut.

  • Anzeige
    Creazy
    Schwerpunkt

    Über Aids aufklären

    Daniela ,19, engagiert sich seit drei Jahren in der Aids-Hilfe Westsachsen e. V. und kämpft gegen Vorurteile rund um die Krankheit. Für „Geben gibt.“ stellt sie ihr Ehrenamt vor.

  • Anzeige
    Laura.
    Schwerpunkt

    Zukunft des Zivildienstes: Positives beibehalten?

    Kürzen oder ganz abschaffen: Wie steht es um den Zivildienst in Deutschland? Für „Geben gibt.“ hat sich Laura mit dieser Frage beschäftigt.

  • Anzeige
    Gustav
    Schwerpunkt

    Aufbruch ins Unbekannte

    Die Stiftung „Elemente der Begeisterung“ hilft jungen Leuten, neue Welten zu entdecken. Gustav sprach für die Kampagne „Geben gibt.“ mit Robert B. Biskop über das Konzept.

  • Anzeige
    Onlineredaktion
    Schwerpunkt

    Sozialengagement: Wo wir sind, ist es laut!

    Im Umgang mit Behinderten sind viele verunsichert, manche schämen sich sogar. Miriam kann das nicht verstehen. Fü die Kampagne „Geben gibt.“ erzählt sie von ihrer völlig schamlosen Arbeit.

  • Anzeige
    Onlineredaktion
    Schwerpunkt

    Kindern eine Zukunft geben

    Deborah betreut in ihrer Freizeit Kinder in einem Jugendheim und trägt dabei eine große Verantwortung. SPIESSER.de und die Kampagne „Geben gibt“ stellen euch die 15-Jährige vor.

  • Anzeige
    Lilientiger
    Schwerpunkt

    Es ist nicht gut, so wie es jetzt ist!

    Lina findet, dass mehr für die Umwelt getan werden sollte. Daher engagiert sie sich in der Naturfreundejugend.

  • Anzeige
    Lilientiger
    Schwerpunkt

    „Ich treffe außergewöhnliche Menschen“

    Jonas, 21, ist einer von über 30.000 Jugendlichen, die jedes Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr machen. Für „Geben gibt." erzählt er uns, welche Erfahrungen er beim Malteser Fahrdienst gemacht hat.