Kinofeeling

Bad Banks

Die Banken sind das absolute Böse unserer Gesellschaft? Zumindest in „Bad Banks“ bekommt man den Eindruck in einen Sumpf aus Intrigen und Verrat zu geraten, sobald man einen Fuß in die Finanzwelt setzt!

28. Februar 2018 - 12:55
SPIESSER-Autor PaulausMdorf.
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PaulausMdorf Offline
Beigetreten: 18.05.2016

Worum geht's?

Im Zentrum der Geschichte steht die junge, hochbegabte Investmentbankerin Jana Liekam, die bei einer internationalen Großbank in Luxemburg arbeitet. Gespielt wird sie von Nachwuchsstar Paula Beer, die seit ihrer Hauptrolle in Francois Ozons Weltkriegsdrama „Frantz“ von der internationalen Presse mit der Schauspielikone Romy Schneider verglichen wird.

Als sie für den Fehler eines anderen gefeuert wird, vermittelt ihr ihre Ex-Chefin Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch) einen Job bei einer Bank in Frankfurt. Leblanc ist es auch, die Jana den Tipp für ein hochattraktives, aber äußerst riskantes Geschäft gibt, mit dem sie ihren neuen Chef Gabriel Fenger (Barry Atsma) so sehr beeindruckt, dass er ihr die Leitung des Projektes überträgt. Der Druck auf Jana nimmt rasant zu: Das Geschäft muss rechtzeitig abgeschlossen werden, während einzelne Teammitglieder sich gegen sie wenden. Gleichzeitig steht sie in der Schuld von Christelle Leblanc, die immer wieder Forderungen stellt. Als Jana erkennt, wer welche Fäden im Hintergrund zieht, holt sie zu einem Gegenschlag aus, der nicht nur die Existenz der deutschen Großbank gefährden könnte.

Es wird hervorragend geschafft, in die Bankenwelt einzuführen und die Skrupellosigkeit und den Druck darzustellen, der dort herrscht. Am Ende ertappt man sich sogar dabei, dass man sich freut, wenn die ruchlosen Intrigen von Jana aufgehen.

Wer spielt mit?

Paula Beer als Jana Liekam passt perfekt in die Rolle der aufstrebenden Jung-Bankerin. Désirée Nosbusch ist im Deutschen Fernsehen ebenfalls noch recht unbekannt. Mit Rollen im Tatort und in der Luxenburgischen Sitcom Weemseesdet beweist sie jetzt ihre Wandelbarkeit in „Bad Banks“ als intrigante und skrupellose Geschäftsfrau. Auch Barry Atsma als Geschäftsführer überzeugt.

Filmischer Augenschmaus?

Es ist und bleibt eine Fernsehserie. Eine verdammt gut produzierte und unter die Haut gehende Fernsehserie. Vom Plot her ein „Game of Thrones“ der modernen Finanzwelt. Von den Bildern her sehr gut ins Ambiente passend. Vor allem die Musik schafft eine verdammt bedrohliche und dichte Atmosphäre.

Gibt’s was zu meckern?

Am Anfang kommt man ein bisschen schwer rein. Dann ist es aber eine echte Sucht-Serie.

Braucht man Taschentücher?

Die vorherrschenden Gefühle sind Abscheu, Zorn und Erstaunen darüber, wie mächtig und verrottet die Banken sind. Muss jeder selber wissen, ob man dabei weint. Sentimental wird´s eher nicht.

Mit wem angucken?

Ob alleine oder zum gemeinsamen Filmabend. Definitiv sehenswert! Egal mit wem, außer vielleicht zum ersten Date...

Auf einen Blick
Action: ✪ ✪
Romantik:
Humor: ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪ ✪ ✪
Was macht man danach?

Je nach Charakter: Banker werden oder das System stürzen.

In 3 Worten:

Spannung, Schock, Intrige

 

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Beides!

Mainstream oder Independent?

Für eine Fernsehserie sehr aufwändig produziert und deswegen nicht Independet. Aber auch nicht komplett Mainstream, da die Serie sehr intellektuell ist.

Bad Banks

Regie: Christian Schwochow
Darsteller: Paula Beer, Désirée Nosbusch, Barry Atsma, Mai Duong Kieu
TV-Start: 3. März 2018
Filmlänge: 6 x 60 Minuten
Genre: Drama, Thriller, Horror, Wirtschaft
FSK: 12

 

Text: Paul Hilliger
Bilder: © Themroc Promotions

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