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Auf nach Südafrika

Wie ist es eigentlich, die Reisen anderer Leute zu planen? Josephine, 21, macht eine Ausbildung zur Tourismuskauffrau und hat Anne erzählt, was die Ausbildung bietet.

27. Oktober 2012 - 11:31
SPIESSER-Autorin Momo Ende.
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Momo Ende Offline
Beigetreten: 08.05.2012

Mit einem strahlenden Lächeln wartet Josephine schon auf mich. Sie ist Auszubildende im zweiten Jahr beim Reiseveranstalter „Windrose – Finest Travel“ in Berlin.

Bevor sie mir ihren Arbeitsplatz zeigt, bekomme ich eine kurze Führung durch das Büro. Hier suche ich aber vergeblich nach den erwarteten Reisekatalogen und Kunstpalmen. „Unsere Kunden kommen nur selten persönlich vorbei. Wenn sie eine Reise buchen wollen, rufen sie uns an, schreiben eine E-Mail oder gehen in ein Reisebüro. Windrose ist ein Reiseveranstalter. Wir vermitteln die Reisen nicht nur, wir erstellen eigene Reisen für Individual oder Pauschalreisende." Das Büro besteht aus verschiedenen Abteilungen, die nach Reisezielen unterteilt sind. Josephine arbeitet in der Abteilung Afrika.

Planen, organisieren, prüfen

 

Ihr Arbeitsplatz sieht nicht wirklich nach Urlaub oder Verreisen aus. Auf dem Schreibtisch stehen Computer, Telefon, Ablage und ein paar Stifte. Nur ein paar Reisekataloge deuten darauf hin, dass wir bei einem Reiseveranstalter sind und nicht in einem klassischen Reisebüro. Josephine zeigt mir aber ganz schnell, dass sich bei ihr alles rund um Urlaub dreht. Als Auszubildende unterstützt sie ihre Kollegen bei der Reiseproduktion. „Ich überprüfe die Verfügbarkeit der Hotels für das jeweilige Reiseziele und stelle die Reisedokumente zusammen. Außerdem gebe ich die Daten der Reisenden und deren Reiseleiter in ein Computerprogramm ein. Darüber hinaus kaufe ich Hotelzimmer oder Flugplätze ein und führe diese dann zu einer Pauschalreise zusammen.

Josephine erklärt mir die vielen verschiedenen Arbeitsschritte, die notwendig sind, um eine Pauschalreise zu organisieren und zu verkaufen. Es ist ein langer Weg, und auch hier geht nichts mehr ohne Computer.

Klick zum Traumjob

Ihr sucht einen Ausbildungsplatz im Tourismus? Das Portal Tourismus-Azubi.de als Teil der Ausbildungsoffensive des Deutschen Reiseverbandes hilft euch, per Klick zu eurem Traumjob zu gelangen. Ihr seid noch unschlüssig? Dann macht doch erstmal ein Praktikum. Probierts gleich aus!

Das alles erklärt Josephine mir, während sie sich durch verschiedenfarbige Tabellen und Fenster klickt. „Wie siehst du da überhaupt durch?“, frage ich sie. „Am Anfang habe ich mich nur schwer zurechtgefunden. Aber ich habe schnell gelernt damit umzugehen und es macht mir unheimlich viel Spaß, dafür verantwortlich zu sein, unseren Kunden einen unvergesslichen Urlaub zu ermöglichen. Urlaub ist schließlich die schönste Zeit des Jahres und ich bin dafür verantwortlich“, freut sich Josephine über ihre große Herausforderung.

Wie ist denn Josephine eigentlich auf die Idee gekommen, bei einem Reiseveranstalter eine Ausbildung zu machen? „Ich habe zuvor ein Praktikum bei Windrose gemacht. So konnte ich mir ganz sicher sein, dass die Ausbildung zur Tourismuskauffrau genau das richtige für mich ist. Hier wird es nie langweilig, es gibt immer wieder neue Reiseziele oder Hotels, über die ich mich informieren muss. Ich lerne also ständig Neues kennen. Andere Menschen können sich nur wenige Wochen im Jahr mit Urlaub beschäftigen, ich tue es das ganze Jahr. Wer kann das schon von sich sagen?“, schwärmt Josephine von ihrem Beruf.

Abwechslung

Josephine arbeitet nicht nur im Büro. Während der Ausbildung besucht sie zweimal in der Woche die Berufsschule. In Fächern wie Wirtschaft, Englisch, Geografie oder Sozialkunde lernt sie alles, was sie für ihre spätere Arbeit als Tourismuskauffrau wissen muss: Wohin lässt es sich zu welcher Jahreszeit am besten reisen? Was ist neu auf dem Markt, was sind die Trendreiseziele? Vermittelt werden aber auch kaufmännische Fähigkeiten und rechtliche Kenntnisse. Wie wird ein Reisepreis kalkuliert oder welche Rechte und Pflichten haben Unternehmen und Kunden?


In Höchstgeschwindigkeit klickt sich Josephine
durch die Reisedokumente.

Das klingt zwar etwas trocken, aber Josephine geht gern zur Berufsschule. „Für den Büroalltag benötige ich doch recht viele Informationen, die ich am besten in der Schule vermittelt bekomme. Außerdem treffe ich dort andere Auszubildende und wir tauschen uns viel aus. Der Kontakt mit Kollegen ist total wichtig. Wer nicht gerne kommuniziert, ist in der Tourismusbranche nicht richtig.“ Für Josephine ist schon heute klar, dass für das künftige Berufsleben Weiterbildung unerlässlich ist. Ob sie beispielsweise den Weiterbildungslehrgang zur Tourismusfachwirtin absolvieren oder studieren wird, weiß sie heute noch nicht. Josephine kann sich auch vorstellen, einmal als Reiseführerin im Ausland zu arbeiten.

Die Berufsperspektiven nach ihrer Ausbildung sind vielfältig. Denn Tourismuskaufleute arbeiten nicht nur in Reisebüros, Geschäfts-Reisebüros, bei Reiseveranstaltern und Tourismusorganisationen, sondern auch bei Fluggesellschaften, Kurverwaltungen oder Firmen mit einem sogenannten Travel Management, wo Geschäftsreisen für die Angestellten organisiert werden.

Josephine will sich mit der Entscheidung, was genau sie nach ihrer Ausbildung anstellen möchte, noch etwas Zeit lassen und erst mal einen richtigen guten Abschluss machen. Dann wird sie sich überlegen, ob sie Windrose treu bleibt oder es sie doch einmal ins Ausland zieht.

Berufliches Fernweh

Das Reisen gehört für Josephine zu ihren Leidenschaften und ist ein Grund dafür, dass sie sich für eine Ausbildung im Tourismus entschieden hat. Gereist ist sie unter anderem schon in Spanien, Griechenland, Australien und England.
Ein weiteres Ziel auf ihrer Reiseliste ist Südafrika: „Wenn ich erst einmal dort war, kann ich die Kunden noch besser beraten als jetzt. Aus eigener Erfahrung kann ich dann über das Reiseland Südafrika berichten und die Kunden für unsere Reisen dorthin begeistern.“

Ich habe immer gedacht, dass die Leute, die in der Tourismusbranche arbeiten rund um die Welt fliegen und kaum zu Hause sind. Ganz so extrem ist es allerdings nicht, denn Tourismuskaufleute arbeiten ja überwiegend an ihrem Arbeitsplatz beim Reiseveranstalter oder im Reisebüro, damit andere Menschen rund um die Welt fliegen können. Josephine freut sich schon heute auf ihre erste Inforeise nach Südafrika. „Wenn ich ein Land erst mit eigenen Augen gesehen habe, fällt es mir sicher leichter, auch andere Menschen von einer Reise dorthin zu begeistern und unsere Kunden von unseren Angeboten zu überzeugen."


Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit
mit dem Deutschen Reiseverband.

 

Text: Anne Kluge
Fotos: Anna Blancke

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