Beruferoulette

Bitte mitmischen!

Auch Frauen können richtig zupacken – das beweist Azubine Eileen (20) jeden Tag. Was genau ihre Aufgaben als angehende Verfahrensmechanikerin Transportbeton sind und wie ihr Alltag in der Männerdomäne Betonwerk genau aussieht, das hat SPIESSER-Praktikantin Victoria für euch herausgefunden.

21. Oktober 2016 - 13:28
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Beigetreten: 03.02.2016

Ich treffe Eileen im Betonwerk im sächsischen Reichenbach. Was mir sofort auffällt: Sie ist die einzige Frau im Betrieb. Auch in ihrer Berufsschule in Erfurt ist sie das einzige Mädchen, das Verfahrensmechanikerin mit der Spezialisierung Transportbeton lernt, erzählt sie mir. Sie habe sich aber ganz bewusst für einen Beruf entschieden, der nicht so typisch für Frauen ist. „Nur weil ich ein Mädchen bin, bedeutet das nicht, dass ich weniger kann“, sagt sie und nimmt mich direkt mit auf einen Rundgang durch ihr Werk.

Verfahrensmechaniker Transportbeton
Dein Traumjob, denn du …
• suchst einen abwechslungsreichen Job
• bist ein Frühaufsteher
• packst gern mit an

Das gehört dazu:
• technisches Verständnis und logisches Denkvermögen
• körperliche Fitness
• Organisationstalent
• Kommunikationsstärke

Wie du es wirst:
• Hauptschullabschluss oder mittlerer Schulabschluss
• Duale Ausbildung in Berufschule und Betrieb

Einstiegsgehalt:
• 1.600 - 2.600 Euro pro Monat

Von hier aus steuert sie zusammen mit ihren Kollegen die Mischung des Betons. Schnell stelle ich fest, dass „Betonmischer“, wie man ihren Beruf umgangssprachlich nennt, eine viel zu einfache Bezeichnung für ihren anspruchsvollen Job ist. Eileen erklärt mir, dass sie von ihrem Computer aus kontrolliert, wie viel Zement, Kies, Sand und andere Stoffe aus den Silos in den eigentlichen Mischer gelangen müssen. „Je nach Mischung werden die vom Kunden gewünschten Betoneigenschaften erreicht.“ Neben dem PC steht ein Telefon, denn Eileen übernimmt auch die Annahme von Bestellungen und ist für die Disposition der Fahrer verantwortlich. Mit denen steht sie ständig per Funk in Kontakt, denn die Anlieferung von Transportbeton muss immer exakt getimed sein.

„Jeder Tag ist anders!“

Unsere nächste Station ist das Lager von Kies, Sand und Splitt – wichtigen Bestandteilen von Beton. Hier muss Eileen darauf achten, dass immer genügend Vorrat vorhanden ist und im Notfall nachbestellen. Voller Begeisterung erklärt sie mir, wie vielseitig Beton als Baustoff ist: „Durch seine hohe Druckfestigkeit kannst du fast alles aus Beton bauen – seien es Straßen, Häuser oder Brücken!“


Werktstatt, Prüflabor, Außeneinsatz –die Arbeitsorte und
-aufgaben von Eileen sind abwechslungsreich.

Während wir gemeinsam über das Gelände laufen, erzählt mir Eileen, wie sie zu ihrer Ausbildung gekommen ist. Nach dem Abi hatte sie keine Lust, gleich wieder an einer Uni weiterzulernen, andererseits war sie von einer gewöhnlichen Berufsausbildung als Bürokauffrau auch nicht so begeistert.

„Ich bin überhaupt nicht der Typ, der im Büro sitzt“, gesteht sie. So kam nur eine Ausbildung im handwerklichen Bereich in Frage. Die Entscheidung fiel dann auf einer Berufsmesse. Eileen liebt ihren Job: „Man arbeitet zwar trotzdem im Büro, um die Mischanlagen im Blick zu haben, aber die handwerkliche Arbeit kommt nicht zu kurz, zum Beispiel wenn ich die Maschinen reinige oder Silos befülle.“


Die Arbeit im Betonwerk hält für Eileen und ihre
Kollegen jeden Tag neue Herausfoderungen bereit.

Ganz zum Schluss unseres Rundgangs zeigt mir Eileen noch einen der Fahrmischer, mit denen der Transportbeton zu den Baustellen gefahren wird. Dort entstehen von dem Beton, den Eileen zusammen mit ihren Kollegen gefertig hat, dann Brücken oder Häuser.

Verfahrensmechaniker Transportbeton sei zudem ein Beruf mit Perspektive: So kann man sich nach der dreijährigen Ausbildung unter anderem zum Betonprüfer oder Techniker der Fachrichtung Maschinentechnik weiterbilden lassen. Eileen hat aber andere Pläne im Kopf: „Ich möchte eventuell noch Bauingenieurwesen studieren.“

Text: Victoria Lê
Fotos: BTB/Informations Zentrum Beton

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