Kinofeeling

Bob, der Streuner

Mit einer Katze ist das Leben doch gleich viel schöner. Das merkt auch der Straßenmusiker James, als in seiner neuen Bleibe der streunende Kater Bob auftaucht und nicht mehr von seiner Seite weicht. Aber die Probleme lösen sich ja trotzdem nicht in Luft auf. Welche Hürden James mit seinem Kater meistern muss, weiß SPIESSER-Autorin Carla.

19. Januar 2017 - 11:08
SPIESSER-AutorIn Curla.
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Curla Offline
Beigetreten: 30.04.2016

Worum geht's?

James lebt auf der Straße, hat mit Drogenproblemen zu kämpfen und versucht sich mit Straßenmusik über Wasser zu halten. Als er durch viel Glück und Engagement seiner Betreuerin Val (Joanne Froggatt) an eine Wohnung kommt, wird er dort vom streunenden Kater Bob überrascht, der sich in der Küche über seine Cornflakes hermacht. James hat genug mit seinem eigenen Leben zu tun und beschließt, Bob wieder ziehen zu lassen – Fehlanzeige. Der rothaarige Kater denkt nicht daran, wieder zu gehen und begleitet ihn von da an auf Schritt und Tritt, auch zu seinen Auftritten als Straßenmusiker.


Bob hat eine Vorliebe für Cornflakes. © 2016 Concorde
Filmverleih GmbH

Über Bob lernt James auch seine tierliebende Nachbarin Betty (Ruta Gedmintas) kennen, die bald mehr für ihn ist, als nur eine Hilfe in Katerfragen. Bob entwickelt sich immer mehr zum Publikumsmagneten, die Popularität der beiden in Downtown London steigt. Doch James Probleme lösen sich nicht in Luft auf: Das schwierige Verhältnis zu seinem Vater, der Methadonentzug, der vor ihm liegt und die Tatsache, dass Val noch nichts davon weiß, stellen den Straßenmusiker vor einige Hürden.

Roger Spottiswoode bringt den auf einer wahren Begebenheit beruhenden Roman von James Bowen auf die Leinwand und will unterstreichen, welchen Halt und welche Sicherheit Freundschaften zwischen Tier und Mensch geben können. Heraus kommt dabei ein Film für den Winter, der wärmen soll und dafür die wenigen Spannungskurven der Geschichte vom Kitsch geleitet ins sichere Happy End führt. Ein Film für alle Tierliebhaber, die sich an unaufgeregter Feel-Good-Unterhaltung erfreuen können und für diejenigen, die in diesem Sinne auch schon die Romanvorlage mochten.

Wer spielt mit?

Keine größeren Namen. Den Straßenmusiker James Bowen spielt Luke Treadway, der zuletzt in Angelina Jolie’s „Unbroken“ (2015) zu sehen war und gut zu der Rolle passt. Seine vegan lebende Nachbarin Betty wird von Ruta Gedmintas verkörpert, die einem sonst eher in der US-Serienlandschaft begegnet („The Strain“, „The Borgias“, „The Tudors“). Die 2014 mit dem Golden Globe als beste Nebendarstellerin ausgezeichnete Joanne Froggatt („Starfish“ 2016) wird dem gerecht und spielt die engagierte Betreuerin Val glaubwürdig.

Auf einen Blick
Action: ✪    
Romantik: ✪ ✪ ✪
Humor: ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪
Filmischer Augenschmaus?

Die eingestreuten Kameraperspektiven aus der Sicht des Tieres, die dem Publikum den Blick auf die Welt aus Katzenaugen näher bringen wollen, sind auf jeden Fall ein kleines Highlight.  Ansonsten ist das Design des Films entsprechend der Erzählung in warmen Farben gehalten und wenig spektakulär.

Gibt's was zu meckern?

Da der Film eine Adaption der literarischen Vorlage ist, kann man ahnen, auf was man sich einlässt. Die Geschichte eines Ex-Junkies auf Entzug in dieser Form zu romantisieren und eine Katze als Heilsbringer darzustellen, mag sich als Stoff für einen Wohlfühl-Winterfilm eignen. Dem ein oder anderen Zuschauer könnte die geballte Ladung klischeehafter Happy-End-Ästhetik mit gutem Grund zu viel werden.

Braucht man Taschentücher?

Wenn man eher zart besaitet ist, schon. Gerade die Szenen, die sich um das Vater-Sohn-Verhältnis drehen, können für Klöße im Hals sorgen.

Mit wem angucken?

Mit seiner Katze auf dem Schoß oder seinen tierliebenden Freunden.


Bob wird zum Publikumsliebling auf der Straße. © 2016
Concorde Filmverleih GmbH
Was macht man danach?

Mit seiner Katze kuscheln.

In 3 Worten:

Mit Samtpfoten angefasst.

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Für das gemeinschaftlich gesteigerte Feel-Good-Erlebnis sollte man ins Kino. Wenn man es gemütlicher mag, reicht auch der kleine Bildschirm zuhause aus – aber dann nur in Gesellschaft einer Katze.

Mainstream oder Independent?

Nach dem Romanerfolg hat die Produktion auf jeden Fall Mainstreamambitionen.

Bob, der Streuner

Regie: Roger Spottiswoode
Schauspieler: Luke Treadaway, Ruta Gedmintas, Joanne Froggatt
Kinostart: 12. Januar 2017
Länge: 103 Minuten
Genre: Drama, Komödie
FSK: 12

 

 

Text: Carla Kaspari
Bildmaterial: © 2016 Concorde Filmverleih GmbH. Alle Rechte vorbehalten

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