Brief an …

Brief an... die GEMA

SPIESSER-Autoren schreiben Briefe. Diesmal lässt Lenakiwi ihren Frust über die GEMA ab.

23. Juni 2012 - 12:14
SPIESSER-Autorin Lenakiwi.
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Lenakiwi Offline
Beigetreten: 09.05.2012

Sehr geehrte Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte,

Du willst dafür sorgen, dass Musiker für ihre Arbeit auch entsprechend Geld bekommen. Daran ist ja nun wirklich nichts auszusetzen. Hinter einem einzigen Musiktitel stehen schließlich viele Menschen, die damit ihre Brötchen verdienen.

Aber mal ganz ehrlich. Man sitzt abends am PC, möchte sich ein Youtube-Video anschauen und schon kommt der mittlerweile aggressionsauslösende rote Kasten mit einem Smiley: „Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der GEMA nicht eingeräumt wurden.“


Musikproduktionen wollen gehört werden!
Foto: Christian v. R. / pixelio.de

Und es nicht nur nervig sondern dreist, dass du auch Videos sperrst, welche von den Musikern und Bands selbst eingestellt wurden. Ein aufwendiges Musikvideo soll doch seinen Fans präsentieren werden können! So eine Sperre hat also nicht nur Vorteile. Das geistige Eigentum von Musikern zu schützen macht ja nur dann Sinn, wenn es überhaupt jemanden gibt, der das dann sieht oder in dem Fall auch mal hört.

Mich erinnert deine Sperr-Methode stark an Zensur. Ein Video, was der Rest der Welt anschauen kann, kann ich nicht aufrufen. Und es bringt mir nichts, dass das Video irgendwann freigeschaltet wird. Ich will es jetzt sehen!

Aber mal davon abgesehen, dass du mir jeden zweiten Klick bei Youtube versaust, willst du den geplagten Schülern und Studenten auch noch die lang ersehnte Party am Wochenende nehmen. In Berlin bangen die Clubs wegen der Erhöhung deiner Gebühren um ihre Existenz und allein in Ulm und Stuttgart müssten wegen dir erste Diskotheken schließen. Empfindest du es wirklich als notwendig und gerechtfertigt, Betriebe in den finanziellen Ruin zu stürzen und damit die Verbreitung und den gemeinsamen Genuss von Musik zu verhindern? Dann kannst du ja gleich das Hören von Musik ganz verbieten.

Wenn ich du wäre, würde ich mir auch über die Bemerkungen von den Musikern  Gedanken machen. So auch Deichkind auf ihrer offiziellen Facebook Seite: „Sooo, 'Leider geil' ist jetzt auch gesperrt. Ob Plattenfirma, YouTube oder GEMA, egal wer dafür verantwortlich ist. Wir wollen, dass unsere Videos zu sehen sind. Regelt euren Scheiß jetzt endlich mal und macht eure Hausaufgaben. Ihr seid Evolutionsbremsen und nervt uns alle gewaltig."

Gerade in solchen Fällen solltest du die Videos besser nur dann sperren, wenn ein Musiker das von dir fordert.  Alles in allem, räume die überflüssigen Steine aus dem Weg und reduziere dein Tun auf das Nötigste! Schließlich willst du ja nur tun, was nötig ist, um das geistige Eigentum zu schützen und nicht mehr.

Mit Grüßen

Lena

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Kommentare

Zwölf Kommentare
  • Das hat nichts mit Bequemlichkeit zutun, sondern damit, dass ich hier a) keinen 5 km langen Text mit dem ganzen juristischen Hintergrund verfassen kann und vor allem mit b) das dieses Problem wieder einmal vor allem mit den deutschen Behörden zu keiner Lösung kommen will. Und wie man eindeutig sieht hat die GEMA ein Problem mit realistischen Preisverhandlungen - wenn man sich diesen Tariferhöhungsbescheid ansieht. Das hat nichts mehr mit Schuldzuweisung zutun.
    Mal ganz davon abgesehen dass durch das ungekürzte Deichkind Zitat deutlichst hervorgeht, das mindestens zwei weitere Parteien an der Sperrung von Youtube Videos beteiligt sind/ sein könnten. Hätte ich also "die Schuld erstmal einzig auf die GEMA abwälzen und erst auf "Anfrage" Zugeständnisse" machen wollen hätte ich das Zitat entsprechend an meine Intention angeglichen mit diesem einfach und sprachlich korrekten Zeichen: [...]!

  • Youtube ist relativ flexibel, die können sich mit JEDEM ANDEREN VERKACKTEN LAND einigen, nur wieder mit den deutschen Werteverfechtern geht es nicht. (Die Gema sehe ich sowieso relativ kritisch, weil erst 2005
    Da kann man sich manchmal schon aufregen.

    Ein Hoch auf Youtube-Unblock! :)

  • ...was ich übrigens erstaunlich finde, ist, dass ich solche Videos, die in Youtube für mich ja eigentlich gesperrt wären, über die Youtube-App auf meinem iPod abspielen kann... Also, mich stört's ja nicht! :D

  • "Dieses Video ist in deinem Land leider nicht verfügbar. Das tut uns Leid."

    TUT ES NICHT!!! %*#&*#%& !!!

  • Welches Thema irggendwie wieder nicht angesprochen wurde ist:
    Urheberrechtsabgaben auf Datenträger
    Dazu noch das kleine Update
    Und hier dann mal die Folge, wofür man quasi pauschal an die Gema zahlen muss egal, was man tut...

    Ah, hier noch Urheberrechtsabgaben auf Geräte. Die Fortsetzung, wo es nicht um Datenträger geht, sondern um Geräte ;)

  • So irrelevant, dass Du mit zu denen gehörst, die (aus Bequemlichkeit?) die Schuld erstmal einzig auf die GEMA abwälzen und erst auf "Anfrage" Zugeständnisse an die anderen am Streit nicht unerheblich beteiligten Parteien machst.

    Es hat im Übrigen nichts mit Organisationsunvermögen zu tun, wenn die GEMA zunächst 12 Cent pro abgespielter Mediendatei forderte.
    Das nennt man Verhandlungsausgangspunkt: Jede streitende Partei wählt zunächst ein Höchst- bzw. Minimalgebot und irgendwo dazwischen muss sich eben geeinigt werden.

    Die GEMA hat lange genug Kooperationsbereitschaft gezeigt, jetzt sind die anderen am Zug. Und wenn immer noch die Anzeige von Videos gesperrt wird, dann liegt das schlicht an Youtube, das nicht bereit ist die Gebühren in Deutschland zu zahlen!

    Dass die GEMA als eigenständiger Inkassodienst neben der GVL einigermaßen überflüssig ist, weil ein zusätzlicher Kostenfaktor, haben wir ja vorher schonmal hinlänglich geklärt.
    Andererseits ist es wichtig, eine eigene Abteilung zu haben, die sich einzig mit der ordentlichen Ausführung der übertragenen Pflichten der Leistungsschutzrechteinhaber befassen, denn gerade zu Zeiten des Internets sind die Möglichkeiten Musik(-videos) zu verbreiten so umfassend geworden, sodass Einzellösungen nicht mehr funktionieren. Also muss eine Pauschalregelung, ein Pauschalpreis, her, auf den sich endlich beide Seiten – Rechteinhaber und erst Recht die Nutzer – zu einigen haben.

  • Toller Brief! Ich wünschte der würde tatsächlich an die GEMA geschickt werden :D!

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