SPIESSER unterwegs

Buenos días Bolivien – die Reise beginnt!

SPIESSER-Autorin Lena wird für zwölf Monate in Bolivien leben. Genauer gesagt in der  Hauptstadt Sucre in den Anden – also auf rund 2.800 Metern Höhe. Woran sie bei der Planung ihres Freiwilligendienstes denken musste, worauf sie sich am meisten freut und was ihr vielleicht sogar ein bisschen Angst macht? Sie sagt es euch.

09. August 2015 - 10:00
SPIESSER-Autorin Adama.
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Adama Offline
Beigetreten: 10.02.2014

Im Rahmen eines Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD) der Organisation VOLUNTA  werde ich schon bald für ein ganzes Jahr in Bolivien an einer Schule als pädagogische Assistenz arbeiten. Zunächst herrschte großes Erstaunen über meine Entscheidung, nach Bolivien zu gehen. Freunde und Familie fragten, ob ich nicht auch nach Barcelona könne, schließlich würde dort auch Spanisch gesprochen. Davon ließ ich mich aber nicht beirren, als ich vor etwa einem Jahr meine Bewerbung an die Organisation VOLUNTA schickte. Inzwischen ist alles in Sack und Tüten und ich stehe schon in den Startlöchern für meine große Reise.


In Bolivien warten wunderschöne Landschaften
und eine neue Kultur auf Lena. Foto: M M,
flickr.com, CC-Lizenz (CC BY-SA 2.0)

Natürlich bin ich aufgeregt und weiß, dass Bolivien erstmal eine Herausforderung für mich darstellen wird. Nicht nur die Sprachbarriere wird mir anfänglich zu schaffen machen, ich werde auch in einer achtköpfigen Wohngemeinschaft leben. Diskussionen und Unstimmigkeiten sind da zumindest in Teilen vorprogrammiert. Je näher die Abreise rückt, desto mehr Zweifel und Angst kommen in mir hoch: Wie wird mich das Jahr wohl verändern? Was werde ich in Bolivien am meisten vermissen? Ob Bolivien wirklich die richtige Entscheidung war? In meinem Kopf schwirren viele Gedanken, die ich zeitweise kaum alle zu sortieren vermag.

Aber ich empfinde das südamerikanische Land auch als eine große Chance für mich. Ich habe die Möglichkeit, eine völlig neue Kultur, andere Menschen und eine andere Mentalität kennenzulernen – und dort sogar ein ganzes Jahr zu verbringen. Wer kann das schon von sich behaupten!? Doch bis ich tatsächlich alles organisiert hatte, um nach Bolivien zu reisen, stand ein gutes Stück Arbeit vor mir. Aber mal ganz von vorne...

Ganz schön viel Papierkram

Als ich mich entschieden habe einen Jugendfreiwilligendienst zu machen, war ich Feuer und Flamme für meinen Traum. Schnell merkte ich aber: Die Vorbereitungen für einen solch langen Auslandsaufenthalt habe ich extrem unterschätzt. Bereits die Bewerbungen sind ziemlich aufwendig. Nicht selten habe ich Dokumente über zehn Seiten verschickt.


Papierkrige bei Lena. Foto: Lena Apke

Nachdem ich bei VOLUNTA meine Bewerbung eingereicht hatte, wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen – das ist jetzt neun Monate her. VOLUNTA ist eine Schwesterorganisation des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und bietet Freiwilligendienste im In- und Ausland an. Bereits knapp zwei Wochen später habe ich meine Zusage bekommen: Ein einseitiger Brief, der seitdem mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat.

 

Die Zusage ist erst der Anfang

Es gibt so viel zu organisieren und zu erledigen, wenn man einen einjährigen Auslandsaufenthalt plant. Und stets begleitet einen die Sorge, dass man etwas vergessen könnte. Das zehrt kräftig an den Nerven! Nachdem der Flug gebucht ist und alle Formalitäten für die Beantragung meines Visums erledigt sind, bin ich erst einmal erleichtert.

Doch da ich zum Zeitpunkt meiner Ausreise noch minderjährig bin, benötige ich außerdem eine Vollmacht meiner Eltern. Außerdem verbringe ich momentan fast wöchentlich Zeit bei meinem Arzt des Vertrauens, um alle Impfungen hinter mich zu bringen: Gelbfieber, Hepatitis A und B, Typhus und Tollwut – schon etwas beängstigend, woran man so denken muss.

Auch wenn ein Freiwilligendienst staatlich gefördert wird – ganz billig ist das nicht. Das sollte man wirklich wissen, bevor man sich dafür entscheidet. Allein das Visum hat mich rund 400 Euro gekostet, die Impfungen ebenso. Und wenn man wie ich, nur wenig Erfahrungen mit Wander- und Rucksackreisen hat, gibt es auch hier einige Anschaffungen, deren Kosten sich schnell summieren. Empfehlenswert sind gute Wanderschuhe, eine gute Regenjacke und natürlich ein stabiler Backpacker-Rucksack. Und der will dann auch sinnvoll gepackt werden. Wo wir schon bei meinem aktuellen Problem wären.

Zwischen Verzweiflung und Vorfreude

In diese beiden Taschen soll Lenas ganzes
Gepäck – eine Herkulesaufgabe. Foto: Lena Apke

Kaum zu glauben, aber wahr: Das eigentliche Planen für meinen Freiwilligendienst fängt jetzt erst an. Mein sehr ambitioniertestes Ziel war es einmal, nur einen Rucksack mitzunehmen. Und der sollte nicht schwerer als 23 Kilogramm sein. Auf endlosen Listen habe ich meine gefühlt 500 wichtigsten Gegenstände aufgeschrieben, die ich auf keinen Fall zu Hause lassen möchte. Aber um diese Gegenstände tatsächlich alle mitzunehmen, bräuchte es wohl einen Kleinlaster, keinen einfachen Rucksack. Und auch mit der „handlichen“ Reiseapotheke, die ich plane mitzunehmen, könnte ich vermutlich ein ganzes Pharmazieunternehmen beliefern.

Klarer Fall von: Ich brauche eine neue „Ich-packe-meinen-Koffer-Liste“. Am Ende liegt tatsächlich eine übersichtliche DIN A4-Seite vor mir mit der wichtigsten Ausbeute: Zwei Trekkinghosen, eine Regenjacke, Wanderschuhe, ein Schlafsack und nur wenige Oberteile. Das übliche an Kosmetiksachen, allen voran Sonnencreme und Insektenschutz. Den Rest kaufe ich mir einfach vor Ort, beschließe ich. Morgen geht’s schon los – ich kann's kaum glauben!
 

Text: Lena Apke
Teaser-Bild: Illustriert von Moritz Rakutt

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Kommentare

Zwei Kommentare
  • Hallo! Eine Gelbfieberimpfung ist notwendig und ggbf. muss man den Impfpass bei der Einreise zeigen. Allerdings laufen hier ziemlich viele streunende Hunde rum, daher würde ich eine Tollwutimpfung auch sehr empfehlen :-)

  • kann man auf die Impfungen auch verzichten oder muss man sie machen???

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