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Christian Linker: „Influence – Fehler im System“

Stell dir vor, das Internet ist weg. Dann könntest du nicht nur diesen Text hier gerade nicht lesen … Was noch alles passieren könnte, steht in Christian Linkers neuem Thriller „Influence – Fehler im System“, den SPIESSER-Autorin Sarah für euch gelesen hat.

11. März 2020 - 15:25
SPIESSER-Autorin Sarah.
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Sarah Offline
Beigetreten: 26.04.2009

Worum geht’s?

Gerade noch hast du Politik in Bielefeld studiert und versucht, irgendwie über die Runden zu kommen und gewissermaßen von jetzt auf gleich hängt das komplette Internet von dir ab. So geht’s Amir, dem Protagonisten von Christian Linkers neuem Thriller „Influence – Fehler im System“. Eigentlich wollte er nur etwas in die Welt der Netzpolitik eintauchen, sich mit dem geheimnisvollen Internetaktivisten Habakuk austauschen und ein Praktikum für die Uni machen. Doch von einem Moment auf den anderen ist er dabei, mit Whistleblower Manfred einen riesigen Skandal aufzudecken. Ein Skandal, der nicht nur das Internet unausweichlich verändern würde … 

Doch bevor das passieren kann, ist auf einmal weltweit das Internet down. Und was funktioniert heutzutage noch ohne Internet? Auf jeden Fall sehr viel weniger als Amir bewusst war. Ohne Internet ist nicht nur er ziemlich aufgeschmissen, alle sind es. Und das führt zu Chaos. Inmitten dieses Chaos' muss Amir nicht nur die Informationen überbringen, die den riesen Skandal aufdecken könnten, sondern auch sein Leben schützen. Denn natürlich gibt es auch Menschen, die unbedingt verhindern wollen, dass er seine Informationen veröffentlicht. Amirs Leben scheint ihnen dabei nicht so wichtig zu sein. Aber Amir muss das nicht ganz allein durchstehen. Mit dabei ist Instagram-Sternchen Kalliope. Auch ihr Leben ist ohne Internet nicht mehr das, was es vorher war. Das scheint zunächst die einzige Gemeinsamkeit der beiden zu sein und macht das Zusammenleben unter diesen Umständen nicht gerade einfacher.

„Influence – Fehler im System“

Autor: Christian Linker
Veröffentlichung: 21. Februar 2020
Seitenzahl: 304

Wer steckt dahinter?

Christian Linker schreibt politisch und das nicht nur in seinem neuesten Jugendthriller. Am Anfang seiner Karriere hat das die Verlagshäuser noch abgeschreckt, niemand wollte seine politischen Geschichten herausbringen. Doch das hat sich geändert. Mittlerweile ist das politische Schreiben schon fast ein Markenzeichen des Kinder- und Jugendautors. Linker scheint sich perfekt in das Gefühlsleben von Kindern und Jugendlichen einfühlen zu können. So kommt es mir beim Lesen zumindest vor. Seine zahlreichen Jugend-Literaturauszeichnungen und Nominierungen geben mir recht. Aber warum kann er das so gut? Vielleicht, weil er neben seinen Lesungen und Preisverleihungen auch als Bildungsreferent für außerschulische Bildung unterwegs ist. Er ist, was das kulturelle Leben von Jugendlichen angeht, sehr engagiert und das macht seine Figuren so authentisch.

Kurz und knapp oder dicker Schinken?

Kurz und knapp ist das Buch mit seinen ca. 300 Seiten sicher nicht. Aber es ist sehr kurzweilig, so dass es sich eher wie 100 Seiten anfühlt.

Für die Bahn, den Sessel oder den Pausenhof?

Die Story ist teilweise so packend, dass du wahrscheinlich kurz vergisst, wo du überhaupt gerade bist. Trotz der Plot-Twists ist die Erzählung aber nicht so kompliziert, als dass man sie nicht auch mit Umsteige-Unterbrechungen in der Bahn lesen könnte. Man kommt gut schnell wieder in die Geschichte rein.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie schwer ist es, das Buch wegzulegen?

Dafür vergebe ich eine 7. Es ist schon spannend, aber nicht so spannend und unvorhersehbar, dass man es nicht auch mal aus der Hand legen könnte.

Wem borgt man es nach dem Lesen als erstes?

Den kritischen Stimmen in deinem Bekanntenkreis, sie werden es verschlingen! Vielleicht aber auch den Instagram-affinen Menschen, die mal etwas zum Nachdenken angeregt werden könnten.

Lieblingszitat:

„Vielleicht haben die Leute auf einmal Schiss, dass ihre Liebsten gar nicht existieren“, meint Kalliope. „Weil wir alle nur real sind, so lange wir erreichbar sind. Ich bin online, also bin ich.“

In drei Worten:

apokalyptisch, nervenaufreibend, gesellschaftskritisch

 

Text & Teaserbild: Sarah Küster
Coverfoto: dtv

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