Anpacken für unsere Welt

Der Faktencheck
von MISEREOR

Was ist der freie Welthandel? Was bedeutet der Begriff der „Dritten Welt“? Ist die steigende Weltbevölkerung ein Problem? Wir haben mit Mitarbeitern von MISEREOR über Themen der Entwicklungszusammenarbeit gesprochen und ein Quiz zusammengestellt. Teste, wie gut du dich auskennst! Unter allen Teilnehmern verlosen wir drei Karikaturen-Bücher!

25. August 2017 - 09:53
SPIESSER-Redakteurin Onlineredaktion.
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Was der „freie Welthandel“ ist und wieso der Begriff irreführend ist, erklärt Armin Paasch, Referent Wirtschaft und Menschenrechte in der Abteilung Politik und Globale Zukunftsfragen bei MISEREOR:

Interview zum Thema globale Wirtschaft
Was bedeutet der Begriff der „Dritten Welt“?

Der Begriff umfasst Länder, die von stärkster Armut betroffen sind und in denen eine Ungleichverteilung des Reichtums herrscht. Da der Begriff aber von vielen Seiten als diskriminierend betrachtet wird, weil die Welt damit in verschiedene Klassen eingeteilt wird, sprechen wir heute viel mehr vom „globalen Süden“. Dazu gehören afrikanische, asiatische aber auch lateinamerikanische Länder. Ursprünglich ist der Begriff der „Dritten Welt“ eine Anlehnung an den früheren dritten Stand, also an die Arbeiterschaft.

Was macht MISEREOR für den globalen Süden?

Wir kümmern uns um die Armutsbekämpfung und helfen besonders denjenigen, die es schwer haben, einen Job zu finden. Wir bringen also insbesondere Leute ohne Bildung in die Beschäftigung. Außerdem fordern wir Regeln für das Arbeitsverhältnis und wollen auch transnationale Konzerne aus Deutschland zur Verantwortung ziehen, wenn diese gegen Menschenrechte verstoßen. Zudem herrscht in den betroffenen Ländern oft Korruption, gegen die wir vorgehen.

Was ist der freie Welthandel?

Der Begriff ist irreführend, da er Freiheit suggeriert. Diese Freiheit wird aber eigentlich nur großen Konzernen gewährt, indem diese keine Zölle für Exporte zahlen. Kleinere Unternehmen aus dem jeweiligen Land bekommen von diesen Möglichkeiten aber nichts mit. Der freie Welthandel existiert so aber nur für große Unternehmen, die dadurch noch mehr Vorteile genießen.

Verhindert der freie Welthandel also den Aufschwung?

Nicht unbedingt. Der Handel kann auch Chancen bieten, weil er einen leichteren Zugang zum Markt bringt, insbesondere im Kleidungs- oder Zuckerexport. Dadurch wachsen wiederum Arbeitsplätze, besonders bei den internationalen Unternehmen. Wichtig ist aber, dass angemessene Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das betrifft den Lohn, gewerkschaftliche Organisation, Krankheits- und Urlaubsgelder und vieles mehr. Der freie Handel kann Armut reduzieren, aber nur wenn die Rechte der Arbeiter respektiert werden.

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