Schmökern

„Der Mann
zwischen den
Wänden“

Was wäre, wenn man als einziger Mensch übersinnliche Fähigkeiten hätte? Und was, wenn diese übersinnlichen Fähigkeiten einen Mord aufdecken könnten? Im Thriller „Der Mann zwischen den Wänden“ geschieht genau das. SPIESSER-Autorin Madita hat für euch Emma Ångströms neues Buch unter die Lupe genommen.

16. August 2017 - 10:04
SPIESSER-Autorin Madita Schäkel.
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Madita Schäkel Offline
Beigetreten: 21.05.2014

Worum geht's?

Macht euch auf einen der absonderlichsten Morde in der Thriller-Geschichte gefasst: Alva ist gerade einmal neun Jahre alt. Zusammen mit ihrer Mutter und ihren beiden Schwestern zieht sie von Ludvika nach Stockholm. Schnell wird klar, dass das neubezogene Haus nicht normal ist – es geschehen seltsame Dinge. Es ist fast so, als wäre das Haus lebendiger als seine Bewohner. Und dann passiert es: Eine Frau verschwindet. Zwei Wochen gibt es kein Zeichen, keine Spur, keinen Verdacht. Doch dann wird ihre Leiche ausgerechnet im Flur ihrer eigenen Wohnung gefunden. Während die Polizei nicht weiß, was sie machen soll, gelingt es der kleinen Alva, dank ihrer übersinnlichen Fähigkeiten, das Rätsel zu lösen – Schritt für Schritt deckt sie Unglaubliches auf. Und sie ist nicht die einzige. Auch Henry kommt dem Ungeheuerlichen auf die Schliche: Ihm ist es jedoch wichtig, dass nichts von dem das Haus verlässt. Was wirklich geschehen ist, erratet ihr nie.

Wer steckt dahinter?

Emma Ångström ist eine hervorragende Autorin, die weiß, wie man Spannung aufbaut. „Der Mann zwischen den Wänden“ ist das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe, doch es wird nicht mein Letztes sein – denn bisher habe ich keinen Roman gelesen, der das Paranormale so clever mit dem Normalen verwebt.

Emma Ångström wurde 1982 im schwedischen Västerås geboren. Wusste sie schon als Kind, dass sie Bücher schreiben will? Womöglich. Doch nach ihrem Masterabschluss in Architektur widmete sie sich zunächst der PR-Branche. Noch heute leitet Sie die PR-Abteilung eines Architekturbüros im schönen, lebhaften Stockholm. „Der Mann zwischen den Wänden“ ist bereits der zweite Roman der Autorin – hoffentlich nicht der Letzte

Kurz und knapp oder dicker Schinken?

Mit gerade einmal 319 Romanseiten ist „Der Mann zwischen den Wänden“ kurz und knackig, jedoch keinesfalls dürftig: Der Plot ist schnelllebig, doch die Charaktere sind es nicht. Besonders Alva ist eine Person, die einem auch nach dem Lesen noch im Kopf bleibt – kennt ihr solche Figuren? Sie ist anders als die anderen und wird selbst von ihren eigenen Schwestern ausgegrenzt. Ihre Großmutter würde sie verstehen, doch diese ist leider zusammen mit einigen Geheimnissen verstorben.

Der Mann zwischen den Wänden

Autor: Emma Ångström
Verlag: Arctis Verlag
Veröffentlichung: August 2017
Seitenzahl: 336

Für die Bahn, den Sessel oder den Pausenhof?

Dieser tiefgreifende Thriller spielt Piano auf euren Nerven, deswegen empfehle ich eine Tasse Tee dazu – die wirkt schließlich beruhigend. Für den Pausenhof eher nicht zu empfehlen, denn endet die Pause, müsst ihr aufhören zu lesen. Meine Empfehlung: Nehmt eine komfortable Position ein und genießt diesen eher ungewöhnlichen Thriller, der weit mehr ist: Emma Ångström beleuchtet menschliche Abgründe und Familiendynamiken. Tiefer als die meisten Thriller, die ich gelesen habe.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie schwer ist es, das Buch wegzulegen?

Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass in dem Stockholmer Haus merkwürdige Dinge vor sich gehen: „Es herrscht eine gedrückte Stimmung, als wäre in diesem Zimmer noch etwas Vorheriges vorhanden, obwohl es leer ist“. Die Autorin baut kontinuierlich Spannung auf und jagt dem Leser mit ihren Worten einen kalten Schauer über den Rücken. Ab und zu erwischt man sich dabei, den Raum um sich zu begutachten – war das gerade ein Schatten? Schwer wegzulegen und deswegen eine 9.

Wem borgt man es als erstes?

Borge dieses Buch jemandem, der es genießt, wenn die Nerven Alarm schlagen. Kennst du jemanden, den manchmal ohne sinnige Erklärung ein komisches Gefühl in den eigenen vier Wänden überkommt? Dann hast du für ihn oder sie das perfekte Geschenk gefunden. Pure Action-Fans kommen hier sicherlich nicht auf ihre Kosten. Doch wer sich seiner eigenen Angst stellen will, dem wird dieser Thriller schmecken.

Lieblingszitat:

„Genau in dem Moment, als sein Zeigefinger den Boden berührt, begreift er, um was es sich da handelt. Dieser geronnene, dunkelbraune, beinahe schwarze Fleck ist Blut.“ (Seite 275)

In drei Worten:

Unglaublich. Spannend. Tiefgreifend

 

Text+Teaserbild: Madita Schäkel

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