Schmökern

„Der Sommer, in dem alle durchdrehten (außer mir!)“

So hat sich Arvid seinen Sommer bestimmt nicht vorgestellt. Zusammen mit seinem Vater campt er auf dem Hof von Indiane mit den Achselhaaren und ihrem schwulen Vater Roger. SPIESSER-Autorin Stephanie ist für euch mit in die Ferien gefahren.

17. März 2017 - 09:26
SPIESSER-Redakteur Onlineredaktion.
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Onlineredaktion Online
Beigetreten: 25.04.2009

Worum geht's?

Aus Geldmangel machen Arvid und sein Papa dieses Jahr Urlaub mit dem Wohnwagen in Nordfurzbotn, auf dem Grundstück von Roger Berg und seiner Tochter Indiane. Das wäre ja gar nicht so schlimm, wenn Indiane Arvid nicht so nerven würde und Roger Arvids Papa nicht schöne Augen machen würde. Als Letzterer plötzlich anfängt mit Roger Fahrrad zu fahren trotz jahrelangen Pläutzchentrainings, beschließen Arvid und Indiane die beiden nicht mehr aus den Augen zu lassen und schmieden Notfallpläne. Ganz nebenbei haben sie einen erlebnisreichen Sommer bis Arvids bester Freund Frank kommt und Arvids Welt vollkommen kopfsteht.

Wer steckt dahinter?

Endre Lund Eriksen, geb. 1977, ist ein norwegischer Schriftsteller, der Literatur, Theaterwissenschaften und Geschichte studiert hat. Mit acht Jahren schrieb er sein erstes Buch, heute ist er Autor von Dreh-, Kinder- und Jugendbüchern. Sein erster Roman „Beste Freunde, kapiert!“ wurde in Norwegen mehrfach ausgezeichnet.

Der Sommer, in dem alle durchdrehten (außer mir!)

Autor: Endre Lund Eriksen
Übersetzung: Maike Dörries
Verlag: Kosmos Verlag
Veröffentlichung: 09. März 2017
Seitenzahl: 224

Kurz und knapp oder dicker Schinken?

220 Seiten in großer Schrift, also eher knackig gehalten. Manchmal ist weniger eben mehr, die Story wird nämlich super dargelegt. Obwohl eben diese ein ernsteres Thema behandelt, ist das Buch leicht zu verstehen.

Für die Bahn, den Sessel oder den Pausenhof?

Ich habe das Buch ganz entspannt auf einer Bahnfahrt gelesen, aber Vorsicht, einige Lachanfälle haben mir den einen oder anderen merkwürdigen Blick eingebracht. Auch auf dem Pausenhof mit aufgeschlossenen Freunden lässt es sich gut lesen.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie schwer ist es, das Buch wegzulegen?

Ich würde eine 7 vergeben. Das Buch ist äußerst charmant und wickelt einen ganz unbemerkt um den kleinen Finger. Neben den Lachanfällen möchte man eben wissen, wie Arvids Geschichte weiter geht und so hab ich doch ein, zwei Mal erschrocken auf die Uhr geguckt. Außerdem geht es auf eine beiläufige und frische Art mit einem ernsten Thema um.

Wem borgt man es nach dem Lesen als erstes?

Auch wenn die Zielgruppe wohl eher bei 12-15 liegt, würde ich es meiner Mama als erstes borgen. Wer gerne lacht und Unterhaltung sucht, wird dieses Buch lieben. Danach würde ich es wohl meiner Nichte geben, sie ist in etwa in Arvids Alter und kann sich sicherlich in die Probleme der beginnenden Pubertät gut einfühlen. Außerdem weiß ich, dass sie mit dem Thema Homosexualität umgehen kann.

Lieblingszitat:

„Mist, Mist, Mist.
Jetzt gibt’s keinen Zweifel mehr. Ich hab es mit eigenen Augen gesehen, gerade eben. Oder gehört. Er IST schwul. Total schwul.“ (Seite 55)

In drei Worten:

lustig, real, tiefgründig

Text+Teaserbild: Stephanie Storbeck

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