Kinofeeling

Der wunderbare
Garten der Bella Brown

Ein sonderbares Mädchen und ihr verwilderter Garten. Die Kollision von Bella mit ihrem geordneten Umfeld geschieht unvermittelt: Plötzlich sind da Menschen, die in ihrem Garten stehen. Nach und nach blüht etwas, wenn auch krumm, schief, verrückt und unverhofft.

21. Juni 2017 - 11:38
SPIESSER-Autorin cucumber.
Noch keine Bewertungen
cucumber Offline
Beigetreten: 17.11.2016

Worum geht's?

Das Leben von Bella spielt sich in geordneten, genauen und geregelten Bahnen ab. Aus ihrer Vergangenheit in Waisenhäusern hat sie eine Vorliebe für Ordnung und Sauberkeit mit in ihr Erwachsenenleben genommen. Und eigentlich kommt sie damit zurecht, ganz gut zurecht sogar, denn es bleibt ihr das Träumen.


Bellas Garten bringt sie an ihre Grenzen.

Doch eines Tages klingelt der Vermieter, im Gepäck eine saftige Beschwerde, dass ihr Garten zu verwildert sei. Mit der Frist von einem Monat soll die junge Bibliothekarin, mit ausgeprägter Antipathie für Schmutz und Dreck, das Chaos richten.

Ihr ruppiger Nachbar Alfie, der die Beschwerde einreichte, ist ihr dabei erst eine Hilfe als Bella Vernon, den Koch des kränklichen Alten bei sich aufnimmt. Und von jetzt auf dann kocht Vernon in Bellas Küche die köstlichsten Speisen, bringt seine Töchter mit und wäscht Bellas Wäsche.

Und dann kommt auch noch Billy, der verrückte Erfinder, täglich in die Bibliothek. So wird Bellas Herz herausgekitzelt. Plötzlich fliegen ihr die Menschen zu und sie muss sich und ihre Ängste neu sortieren, während ein lebendiger Garten und eine neue Geschichte entstehen.

Auf einen Blick
Action: ✪
Romantik: ✪ ✪ ✪ ✪
Humor: ✪ ✪ ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪ ✪
Wer spielt mit?

Jessica Brown Findlay spielt die träumerische Bella Brown. Die junge Britin ist bereits durch die Serien „Downtown Abbey“ und „Black Mirror“ bekannt geworden. Weiterhin stand sie für „Viktor Frankenstein“ und „The Riot Club“ vor der Kamera. Mit ihrer grazilen Sanftmut kann Findlay der Rolle der Bella Brown besonders gerecht werden. Auch der Schauspielerin scheint das Unkonventionelle ins Gesicht geschrieben zu sein.

Die Rolle des garstigen Nachbars Alfie ist für Tom Wilkinson wie auf den Leib geschneidert. Der Oscarnominierte und Golden-Globe-Gewinner ist durch „Rush Hour“, „Batman Begins“ das Gesicht des Films, das einem permanent irgendwie bekannt vorkommt.

Für alle Sherlock-Fans gibt es mit dem Iren Andrew Scott einen Grund mehr diesen Film anzusehen. Da er als Jim Moriarty an der Seite von Benedict Cumberbatch bekannt geworden ist und hier dem Koch Vernon sensibel und spannend Leben einhaucht. Seine Filmographie zieren mittlerweile außerdem „James Bond 007: Spectre“ und „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“.

Der Vierte im Bunde ist schließlich Billy, gespielt von Jeremy Irvine. Berühmt wurde der junge Brite mit seiner Rolle in Steven Spielbergs „Gefährten“. An der Seite vieler berühmter Schauspieler ist er inzwischen auch in „Große Erwartungen“ und „Die Liebe seines Lebens“ zu sehen.


Vernon kümmert sich um das leibliche Wohl des mürrischen
Nachbarn Alfie.
Filmischer Augenschmaus?

Schön, schön sind alle Bilder. Der Film hat in optischer Hinsicht seinen ganz eigenen Charme. Trotz dunkler und pastellener Farben liegt überall Bellas Zauber in der Luft.

Gibt's was zu meckern?

Eine Ähnlichkeit mit „Die fabelhafte Welt der Amelie“ lässt sich kaum leugnen. Muss man vielleicht auch gar nicht. Die Vorhersehbarkeit der Handlung vergisst man leicht, da man den Blick auf alles andere lenkt. Die Charaktere sind wichtiger, als jeglicher Plotspin, der eventuell noch kommen könnte. Wer tiefphilosophische Dialoge oder dramaturgische Purzelbäume erwartet, der erwartet in Bellas Welt zu viel.

Braucht man Taschentücher?

Nein. Wenn dann die Zartbesaiteten. Der gemeine Filmkonsument wird sich einfach freuen und die Eigentümlichkeiten der Protagonisten schätzen, dazu muss man ja nicht unbedingt Tränen vergießen. Auch wenn der Film am Ende ein bisschen das Märchengefühl hinterlässt, das einen wieder daran glauben lässt, dass es eben doch manchmal kleine Märchen gibt.

Mit wem angucken?

Allen, die gerade da sind. Schadet keinem. Bei allen Liebensgeschichteanteilen, allen zartleicht kitschigen Szenen und vorhersehbaren Handlungssträngen, ist es manchmal auch einfach schön einen Film mit unkonventionellem Charme und Witz zu sehen.

Was macht man danach?

Kurz seufzen, dann die Chips aufessen und losträumen. Dabei auf gar keinen Fall das Lächeln verlieren, das einem der Film auf die Lippen zaubert.

In 3 Worten:

Unkonventionell. Sanft. Schön.

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Je nach Vorliebe beides gut. Zu Hause alleine sonntags auf der Couch oder mit Freunden im Kino, egal. In Bellas Welt ist für alles etwas dabei. Zumal die Besetzung gewiss keine Fremden auf die Leinwand bringt.

Mainstream oder Independent?

Das Äußere des Films könnte eindeutig ein Hinweis auf unkonventionell und independent sein, jedoch ist eine Massenwirksamkeit wie bei Amelie nicht auszuschließen.

Der wunderbare Garten der Bella Brown

Regie: Simon Aboud („Comes a bright day“)
Schauspieler: Jessica Brown Findlay, Tom Wilkinson, Andrew Scott, Jeremy Irvine
Kinostart: 15 Juni 2017
Länge: 1 St. 32 min
FSK: ab 0 Jahre

 

 

Text: Annika Bäse
Bildmaterial: ©NFPmarketing&distribution*

Dir gefällt dieser Artikel?

Kommentare

Sag' uns deine Meinung!
Mehr zum Thema „Kinofeeling
  • filmfreak
    Kinofeeling

    Tigermilch

    Zwei Mädels, eine Hauptstadt, die Sommerferien – Nini und Jameelah haben sich einiges für DEN Sommer vorgenommen. Doch dann kommt alles anders und plötzlich steht alles still – ihre Pläne, ihre Zukunft, ihr Leben.

  • cucumber
    5
    Kinofeeling

    The Promise –
    Die Erinnerung bleibt

    Mikael ist jung, talentiert, ambitioniert und Armenier. In Aussicht auf ein besseres Leben für seine Familie geht er als Medizinstudent vom Lande nach Istanbul, um dort Arzt zu werden. Doch dort gerät er in die Wirren des Ersten Weltkrieges und muss erleben, wie seine Herkunft sein weiteres Leben bestimmt.

  • Individuot
    5
    Kinofeeling

    KEDI – von Katzen und Menschen

    Als die eigentlichen Herren der Stadt streifen Katzen zu Tausenden durch Istanbul. Frei und frech machen sie sich die Straßen und Lokale zu ihrem Zuhause. SPIESSER-Redakteurin Polina über die außergewöhnliche Liebeserklärung an die schnurrenden Vierbeiner.

  • freedy.beedy
    5
    Kinofeeling

    Der 101-Jährige

    Alte Männerhintern, wiedergefundene Sexualität und ganz viel Brause – „Der Hundertundeinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand“, eroberte die Kinoleinwand und die Lachmuskeln. SPIESSER-Redaktionspraktikantin Frieda über das Comeback des Hundertjährigen.

  • cucumber
    Kinofeeling

    Einmal bitte alles

    Jung, verträumt, voller Hoffnung und Idealismus durch das Leben schreiten. Diese ambitionierten Zeiten sind für Isi längst vorbei und nur noch Erinnerungen. Zwischen Anti-Hipstertum und dem hundertsten unbezahlten Praktikum muss sie sich der Gegenwart stellen.

  • Individuot
    Kinofeeling

    „Ich bewerte meine Figuren nicht.“

    In „Einmal bitte alles“ verkörpert Luise Heyer die sehr liebenswerte, manchmal aber auch etwas rücksichtslose Isi. SPIESSER-Redakteurin Polina hat mit Luise Heyer über diese Rolle, ihre Schauspielkarriere und zukünftige Projekte gesprochen.

  • Kalendermensch
    Kinofeeling

    Das Pubertier

    Der Film „Das Pubertier“ soll eigentlich genau die Zeit skizzieren, die SPIESSER-Autor Vincent gerade durchläuft. So sollte er der deutschen Komödie eigentlich viel abgewinnen können. Eigentlich. Was er hingegen herausfindet, ist, wie ein guter Plot gnadenlos in die Hose gehen kann.

  • filmfreak
    5
    Kinofeeling

    Film ab!

    Roter Teppich, Promis und Weltpremieren. Auch auf dem 35. Münchner Filmfest gab es mehr zu sehen, als nur Filme. Ein Erfahrungsbericht von SPIESSER-Autor Jonathan.

  • juli_yuki
    Kinofeeling

    Axolotl Overkill

    Die 16-jährige Mifti erlebt so einiges: Sie geht eher auf Partys als in die Schule, nimmt Drogen und hat mit fast doppelt so alten Frauen und Männern Sex. Die Buchverfilmung ist verwirrend. Ob das gut oder schlecht ist, verrät euch SPIESSER-Praktikantin Juliane.

  • BibiBernhard
    Kinofeeling

    Sommerfest

    Schon das Filmplakat betitelt „Sommerfest“ als einen Film „Für alle Jugendlieben“. Ob er als Hommage an die ersten Schmetterlinge im Bauch mithalten kann, weiß SPIESSERin Bianca.

  • cucumber
    Kinofeeling

    Verborgene Schönheit

    Ein Drama über die großen Gefühle, zwischen Trauer, Schicksal, Freundschaft und der gezogenen Notbremse dreier Kollegen, die ihrem Freund die Rückkehr ins Leben auf unkonventionelle Weise ermöglichen wollen.

  • Der Mann den Sie Pfirsich Nannten
    5
    Kinofeeling

    Born To Be Blue

    In „Born To Be Blue“ zeigt Ethan Hawke die ganze Klaviatur der Schauspielkunst und der Film beweist, dass es auch Sex, Drugs und Jazz sein kann, nicht immer nur Rock'n'Roll.

  • juli_yuki
    Kinofeeling

    Embrace – Du bist schön

    Der Körper – etwas, über das fast jede Frau meckert. Auch die Autorin und Produzentin von „Embrace“ Taryn Brumfitt fühlte sich unwohl mit ihrem Körper und versuchte abzunehmen. Aber erst als sie aufhörte, ihren Körper zu bemängeln, begann sie glücklich

  • juli_yuki
    Kinofeeling

    Before I Fall

    Was würdest du an einem sich immer wieder wiederholenden Tag tun? Das erlebt das It-Girl Sam genau an ihrem Todestag und versucht alles, um den Teufelskreis zu durchbrechen. Ob es sich rentiert, den langen deutschen Filmtitel „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“

  • cucumber
    Kinofeeling

    Rosemari

    Ein neugeborenes Baby auf dem Boden der Hoteltoilette, eine untreue Frischvermählte, der andere Mann und die Hochzeitsgesellschaft samt Angetrautem eine Etage höher. Ein gefühlvolles, norwegisches Drama entspinnt sich aus diesem skurrilen Situationskonglomerat.

  • cucumber
    Kinofeeling

    Zwischen den Stühlen

    Drei ambitionierte Lehramtsstudenten, drei verschiedene Charaktere im Referendariat. Drei Geschichten vom Lehrerwerden und den Hürden des Alltags in deutschen Schulen.

  • Individuot
    Kinofeeling

    Möge das Nerdwissen mit euch sein

    1977 kam der erste Star Wars-Film „Star Wars Saga” in die Kinos und eröffnete mit einem Paukenschlag den Beginn einer zeitlosen, mythologischen Geschichte von Gut gegen Böse. 40 Jahre später wollen wir euer Wissen rund um die Star Wars Filme testen: Is the Force with you?

  • cucumber
    Kinofeeling

    Honigfrauen

    Balaton, 1986. Das Paradies für die beiden jungen Schwestern Maja und Catrin aus der DDR. Ihre heile Welt voller Träume und schwesterlicher Einigkeit bleibt jedoch nicht lange bestehen, denn schnell entdecken die beiden Mädchen, dass ihre „heile Welt“ auch unter Sonne und Strand Risse bekommt.

  • Kirschblütenrot
    5
    Kinofeeling

    Guardians of the
    Galaxy Vol.2

    Turn the Music up! Wenn zu abgedrehter Weltraumaction rockige 70er Jahre Musik ertönt, wissen wir: Die wohl populärsten Helden der Galaxie sind wieder da! Ob Teil zwei der rasanten Weltraumkomödie mit dem Erfolg des ersten Films mithalten kann, weiß SPIESSER Autorin Stephanie.

  • judith.itright
    Kinofeeling

    The Founder

    „McDonald’s“ ist uns allen ein Begriff – die einen lieben es, die anderen verachten es. Aber wie ist die Kette eigentlich entstanden? „The Founder“ erzählt die interessante Geschichte leider nicht ohne einige Längen.

  • Der Mann den Sie Pfirsich Nannten
    5
    Kinofeeling

    Verleugnung

    In postfaktischen Zeiten, in denen wir die Freiheit der Meinung als Deckmantel von Fake News enttarnen müssen, zeigt „Verleugnung“ wie es gehen kann.

  • cucumber
    Kinofeeling

    Ein Dorf sieht schwarz

    1975: Eine Familie zieht in ein nordfranzösisches Dorf. Klingt zuerst eher unspektakulär, wäre da nicht der kleine aber feine Unterschied, dass die Familie Zantoko heißt und aus dem Kongo stammt. So sehen die Einheimischen Schwarz und das gleich bei einer ganzen Familie.

  • juli_yuki
    5
    Kinofeeling

    Tiger Girl

    Mit „Tiger Girl“ kommt ein deutscher Film in die Kinos, den es noch nie zuvor so gab. Das Team von „Love Steaks“ arbeitete auch bei dieser Produktion wieder mit improvisierten Dialogen. Daraus entstand eine fiktive, Gewalt und Action geladene Story, die das neue Genre „Martial

  • annaweigelt
    Kinofeeling

    Free Fire

    Schieß oder stirb! Mit „Free Fire“ bringt Ben Wheatley einen Film in die Kinos, der nur so vor schwarzem Humor und Hülsenpatronen trieft. Mit Martin Scorsese als Co-Produzent kann der Film gar nicht anders als ein voller Erfolg werden, findet SPIESSER-Autorin Anna.

  • Onlineredaktion
    Kinofeeling

    Power Rangers

    Fünf High School-Besucher unterschiedlicher Gesellschaftsschichten treffen aufeinander und entdecken zufällig fünf verschiedenfarbige Steine, die ihnen außerirdische Kräfte verschaffen. Mit den neu erworbenen Superkräften müssen die Schüler die Welt retten. SPIESSER-

  • kleinesinsekt
    Kinofeeling

    Mit Siebzehn

    Dem 78-jährigen Regisseur André Téchiné ist mit „Mit Siebzehn“ ein Film gelungen, der vor Jugendlichkeit nur so sprüht und die leichten aber auch die nicht so leichten Seiten des Erwachsenwerdens liebevoll zeigt. Warum es sich auf jeden Fall lohnt, für

  • Gradl mim Radl
    Kinofeeling

    Bailey – Ein Freund
    fürs Leben

    Hundefans aufgepasst! Ihr wolltet schon immer wissen, was sich euer Hund eigentlich während seines ganzen Lebens so denkt, wenn er mit euch spielt oder ihr ihn doch mal in die Schranken weisen müsst? In „Bailey“ erfahrt ihr so einiges darüber. Ob der Film auch für Nicht-Hundefanatiker

  • cucumber
    Kinofeeling

    Offline

    Online trifft auf Offline, real auf digital. „Offline“ klingt ganz cool, bringt neue Filmelemente ins deutsche Kino, aber kann durch diese, die diffuse und banale Handlung leider trotzdem nicht überdecken.

  • cucumber
    Kinofeeling

    Into the Forest

    Ellen Page in einer neuen, alten Rolle der Nell. Die in den verlassenen Wäldern Kanadas ohne Strom, ohne Zugang zur Außenwelt, nur mit ihrer Schwester gegen das Ungewisse eines Gesellschaftswandels ausharrt und ums Überleben kämpft.

  • BibiBernhard
    Kinofeeling

    Elle

    Gleich drei Oscar-Nominierungen untermauern die Qualität des Films „ELLE“. Der Thriller ist aber auch harter Tobak, in dem nicht nur die Filmcharaktere eine ganze Menge verarbeiten müssen, findet SPIESSERin Bianca.