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„Die Perfekten“

„Nobody is perfect!“ Dieser Spruch trifft auf die herrschende Elite in Caroline Brinkmanns Buch „Die Perfekten“ nicht zu. Sie lebt in einer heilen Parallelwelt fernab von den normalen Menschen. SPIESSER-Autorin Lena über eine Dystopie, die zum Nachdenken anregt.

26. Januar 2018 - 11:19
SPIESSER-Autorin Lena B..
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Lena B. Offline
Beigetreten: 02.02.2015

Worum geht's?

Hope ist ein Land in einer zukünftigen Welt, in dem die Menschen nicht mehr nach ihrem Geld oder ihrer Hautfarbe beurteilt werden. Das neue Maß aller Dinge sind die Gene. Nur die Gesegneten haben die perfekten Gene und sind daher qualifiziert über den Rest der Menschheit zu herrschen.

Doch Rain ist ein Ghost. Sie ist nicht registriert und lebt von Geburt an ein Leben auf der Flucht. Gemeinsam mit ihrer Mutter versteckt die eigensinnige Teenagerin sich vor dem Rest der Welt und folgt dem strengen Grundsatz: Vertraue niemandem! Denn diese Devise kann bei ihrem gefährlichen Versteckspiel über Leben und Tod entscheiden. Rains Wunsch, ein normaler Teenager und ein Teil von Hope zu sein, verleitet sie jedoch, für einen winzigen Moment ihre Deckung fallen zu lassen: Ausgerechnet vor Lark, einem Teenager aus Grey, der selbst ein dunkles Geheimnis hütet. Nach dem Verrat an ihren Prinzipien überschlagen sich die Ereignisse, denn das Unfassbare kommt ans Licht: Rain ist eine Gesegnete. Von nun an zählt nur noch eins: In dem heillosen Chaos zwischen dunklen Geheimnissen, gefährlichen Rebellionen und den Intrigen der Mächtigen, die Menschen zu retten, die sie liebt.

„Die Perfekten“ ist eine Dystopie. So mancher wird jetzt sicher denken:„Schon wieder irgendeine Dystopie? Schnarch!“ Und zugegeben: Das war auch meine erste Reaktion. Doch „Die Perfekten“ hat es geschafft, meine Erwartungen an eine gute Dystopie nicht nur zu erfüllen, sondern hat die Latte mit frischen Ideen und so wundervoll liebenswerten Figuren für alle Nachfolger noch höher gelegt.

Wer steckt dahinter?

Rains Geschichte ist der Feder von Caroline Brinkmann, einer deutschen Autorin für Jugendbücher, entsprungen. Sie studierte in Göttingen Medizin und ist neben ihrer Leidenschaft für die Schriftstellerei mit ihrem Beruf als Ärztin beschäftigt. 2013 gründete Brinkmann das Tintenfeder-Autorenportal, um angehenden Schriftstellern auf ihrem Weg zum eigenen Buch unter die Arme zu greifen. Anschließend erschien 2014 ihr eigener Debüt-Roman beim Papierzieher Verlag. „Die Perfekten“ ist die erste Dystopie der Autorin und ihr erster Roman beim One Verlag von Bastei Lübbe.

Die Perfekten

Autor: Caroline Brinkmann
Verlag: ONE Verlag
Veröffentlichung: August 2017
Seitenzahl: 606

Kurz und knapp oder dicker Schinken?

„Die Perfekten“ fällt definitiv unter die Kategorie fetter Wälzer. Doch trotz der stolzen 606 Seiten ist das Buch viel zu schnell durchgelesen. Obwohl mein Alltag es kaum zuließ, habe ich diesen dicken Schinken in kürzester Zeit verschlungen und bin doch noch immer nicht satt. Listo Kallisto! Bitte mehr davon!

Für die Bahn, den Sessel oder den Pausenhof?

Mit diesem Buch setzt man sich am besten mit einer heißen Schokolade auf die Couch und wickelt sich in dicke Decken ein. Ich persönlich konnte so den kalten Herbst vor den Fenstern vergessen und ganz in Rains Abenteuern versinken. Um ihn unterwegs zu lesen, ist der Roman vielleicht zu sperrig. Wenn er jedoch in die Tasche passt, sei gesagt: Mitschleppen lohnt sich! Egal wo man hinfährt, egal wie stressig der Alltag mal wieder ist – wenn man seine Nase zwischen die Seiten steckt, ist man sofort mitten im glamourösen Trubel von Aventin oder im gefährlichen Smog von Grey.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie schwer ist es, das Buch wegzulegen?

Ich muss leider gestehen, dass mich das Buch zwischenzeitlich etwas hängen gelassen hat. Vielleicht lag es nur an mir, aber als Rain in Aventin ankam und das Leben dort kennen lernte, fehlte mir die Spannung, die zuvor noch allgegenwärtig war. Daher muss ich leider ein Pünktchen abziehen und gebe eine 9 von 10. Doch keine Sorge: Nach dieser kurzen Flaute kommt der Nervenkitzel umso überwältigender zurück!

Wem borgt man es als erstes?

Jeder Freundin – oder, wie in meinem Fall: jeder Mutter –, die einen Faible für spannende, innovative Dystopien hat und mit der man gemeinsam einer Fortsetzung entgegenfiebern will. Denn ich glaube (und hoffe!), Rains Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt...

Lieblingszitat:

„Er mochte den Regen, der mit seinen Tropfen den Ruß aus der Luft einfing und ihn zu Boden rieseln ließ. Er mochte den Geruch und das Gefühl auf der Haut. Er mochte das Geräusch, wenn er gegen die Scheiben trommelte und den Schmutz von den Häusern wusch. Regen. Er war die Hoffnung.“ (Seite 42)

In drei Worten:

Dystopie. Dunkelheit. Hoffnung.

 

Text+Teaserbild: Lena Bernhardt

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