Kinofeeling

Die Sch'tis in Paris – Eine Familie auf Abwegen

Die Filmreihe über die Region in Nordfrankreich und den picardischen Dialekt wird fortgesetzt. Ob im O-Ton auf Französichem Sch´ti oder mit dem fiktiven Dialekt des deutschen Sch´ti gesehen, der Film ist ein Brüller!

29. März 2018 - 14:20
SPIESSER-Autorin VeryMary94.
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VeryMary94 Offline
Beigetreten: 13.08.2012

Worum geht's?

Der Handlungsstrang klingt zugegebenermaßen etwas stumpf: ein gebürtiger Sch´ti hat es zu etwas gebracht und verleugnet seine Herkunft, indem er vorgibt jemand zu sein, der er eigentlich nicht ist. Aber der Film hat mich gut zum Lachen gebracht. Teil zwei kann sich definitiv sehen lassen. Warum? Ich erklär´s euch:

Trotz einer recht einfachen Handlung ist der Film detailreich inszeniert und lebt von den kleinen Momenten, die innerhalb der Sch´ti Familie passieren. Des Weiteren hat Dany Boon, der auch schon den ersten Film produziert hat und Valentin spielt, den Film mit sogenannten Running Gags zum Leben erweckt. Das wären zum Beispiel seine Kunden, die alle Rückenschmerzen bekommen, wenn sie auf seinen Stühlen sitzen. Ironie ist die humoristische Komponente, die den Film von Anfang bis Ende begleitet.

Der Film ist außerdem wieder extrem familienfreundlich. Die Message: Wer sich liebt, der rauft sich zusammen. So kommt es auch, dass die Hauptfigur Valentin und seine anfangs versnobbte Freundin Constance nach Valentins Gedächtnisverlust gezwungen sind sich komplett neu kennenlernen. Valentins Bruder, dessen Ehefrau und Tochter sowie seine Mutter sind nun auch in Paris und sorgen für einigen Trubel. Letztlich lernt Constance die Bodenständigkeit der Sch´tis zu schätzen und bietet Valentin den wohl größten Liebesbeweis! Was das ist, seht selbst!

Wer spielt mit?

Dany Boon ist Regisseur beider Sch´ti Filme. Schon im ersten Teil „Willkommen bei den Sch´tis“ hat er als verpeilter Postmann geglänzt und spielt nun einen versierten Möbeldesigner. Bis zu seinem zwölfteb Lebensjahr hat er tatsächlich den Dialekt Sch´ti gesprochen, gab ihn dann jedoch auf, weil sich Mitschüler über ihn lustig machten. Seine Freundin spielt Laurence Arné, die, wie ich finde, wirklich überzeugt. Authentisch und mit Herz stellt sie eine Rolle dar, die sich innerhalb des Films sehr verändert. Man nimmt es ihr ab.

Meine Lieblingsrolle ist aber die der Valérie Bonneton. Sie ist Valentins Schwägerin und Ex-Geliebte. Eine richtige Powerfrau mit viel Feingefühl für beide Brüder. Hervorragend!

Filmischer Augenschmaus?

Ist jetzt nichts Überwältigendes. Der Film lebt von seinem Humor, der ist bekanntlich nicht sichtbar, sondern funktioniert vor allem subtil.

Auf einen Blick
Action: ✪
Romantik: ✪ ✪
Humor: ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪
Gibt’s was zu meckern?

Ist es schon geklärt, ob es einen dritten Teil geben wird?

Braucht man Taschentücher?

Ganz und gar nicht.

Mit wem angucken?

Familie, Freunden, Arbeitskollegen, Fremden

Was macht man danach?

Kein Bauchmuskeltraining mehr nötig!

In 3 Worten:

herzlich, liebevoll, lustig

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Muss nicht unbedingt die große Leinwand sein.

Mainstream oder Independent?

Ich würde sagen Independent. Obwohl der erste Film in Frankreich, wie auch in Deutschland, Kassenschlager war.

Die Sch´tis in Paris - eine Familie auf Abwegen

Regie: Dany Boon
Darsteller: Dany Boon, Laurence Arné, Valérie Bonneton, Pierre Richard, François Berléand, Judi Beecher
Kinostart: 22. März 2018
Filmlänge: 107 Minuten
Genre: Komödie
FSK: 0

 

Text: Marie Robinski
Bilder: © Concorde Filmverleih

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