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Schwerpunkt

Digitale Schulbücher auf der didacta 2012

Auf der Bildungsmesse didacta werden jedes Jahr technische Neuerungen für den Alltag in Schule und Studium vorgestellt. Dieses Jahr bietet die Messe den Startschuss für das Projekt "Digitale Schulbücher". Ist das die Zukunft für den Unterricht?

14. Februar 2012 - 16:42
SPIESSER-Redakteur Onlineredaktion.
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Onlineredaktion Online
Beigetreten: 25.04.2009

Wie schön das wäre: Endlich nicht mehr mit vollbepackter Tasche zur Schule, nur weil man Bücher für x verschiedene Fächer mitschleppen muss. Stattdessen einfach den Laptop ausklappen und das Mathe- oder Biobuch dort aufschlagen. Was klingt wie eine ferne Zukunftsversion, könnte schon bald Wirklichkeit werden. Christoph Bornhorn, Geschäftsführer der VdS Service GmbH erklärt, was hinter dem Projekt "Digitale Schulbücher" steckt.

Welches Konzept steht hinter dem Projekt "Digitale Schulbücher"?

Christoph Bornhorn: Mit "digitale Schulbücher" können Schulen, Lehrkräfte und Schüler Bücher verschiedener Verlage in einem Regal verwalten, lesen und nutzen - online oder offline. Der Nutzer muss sich nicht mit unterschiedlichen Softwarelösungen und Anzeigeformaten mehrerer Verlage auseinandersetzen. Stattdessen kann er mit einer Technik alle Bücher in einem digitalen Bücherregal nutzen. Online- und Offline-Version können synchronisiert werden. Dies ermöglicht den Einsatz in vielen unterschiedlichen Lern- und Lehrszenarien. Ein Schüler oder Lehrer kann zum Beispiel "digitale Schulbücher" mit Hilfe einer kostenlosen Software auf seinem privaten Laptop offline nutzen. Zusätzlich kann er aber auch von jedem Rechner mit Internetzugang – in der Schule oder anderswo - über www.digitale-schulbuecher.de online auf seine Bücher zugreifen.

didacta 2012
Von der Kindertagesstätte über Schule/Hochschule, Ausbildung/ Qualifikation bis hin zu Weiterbildung/ Beratung zeigt die didacta das Zusammenspiel der unterschiedlichen Bildungsbereiche, deren Inhalte und Methoden immer stärker ineinander greifen. Dieses Jahr findet die didacta vom 14. bis zum 18. Februar in Hannover statt.
Wie funktioniert das?

Der Nutzer erwirbt zunächst einen Freischaltcode für ein digitales Schulbuch im Webshop eines Verlages, der sich an "digitale Schulbücher" beteiligt. Jetzt hat er die Wahl. Er kann diesen Code entweder in die Online- oder in die Offline-Version eingeben. Beide Versionen sehen identisch aus und funktionieren identisch. Der Nutzer lädt sich die Offline-Version als kostenlose Software herunter, installiert sie lokal auf seinem Rechner und gibt dort den Freischaltcode ein. Oder er gibt den Code über die Online-Version ein, die unter www.digitale-schulbuecher.de zu erreichen sein wird. Anschließend wird das jeweilige Werk in das digitale Buchregal heruntergeladen und steht dort zur Nutzung bereit.

Welche Funktionen bietet das digitale Schulbuch?

"Digitale Schulbücher" hat die Bedürfnisse von Lehrern und Schülern im Blick: Die Lösung ist auf die Schulpraxis ausgerichtet und enthält zum Beispiel wesentliche Whiteboard-Funktionen. Der Nutzer kann Notizen machen, Lesezeichen setzen, zeichnen, er kann Texte markieren, abdecken und freistellen, Bücher schnell durchsuchen und vieles mehr.

Auf welchen Plattformen wird das digitale Schulbuch genutzt werden können?

Die Bildungsmesse didacta - in
diesem Jahr werden unter anderem
digitale Schulbücher vorgestellt.

Foto: didacta

"Digitale Schulbücher" wird alle Betriebssysteme und Endgeräte abdecken. Schülern und Lehrern wird nicht die Nutzung einer bestimmten Technik vorgegeben. Das System wird sowohl auf Windows also auch auf Mac-Rechnern lauffähig sein. Geplant ist zudem, digitale Schulbücher auf das Tablet zu bringen und dabei sowohl das iPad als auch Android-Geräte zu berücksichtigen. "Digitale Schulbücher" ist eine herstellerunabhängige Lösung: Ein Schüler, der in der Schule einen PC und zu Hause einen Mac hat, kann die Bücher auf beiden Rechnern nutzen.

Wann wird gestartet?

Marktstart für das Projekt wird der Beginn des Schuljahres 2012/2013 sein.

Wie stellen sie sich denn den Einsatz im konkreten Schulalltag vor? Eigentlich müssten doch alle Schüler über ein entsprechendes Gerät verfügen - alles andere wäre ungerecht.

Wir plädieren schon lange dafür, dass spezielle Budgets für digitale Bildungsmedien bereitgestellt werden müssen. Wir gehen davon aus, dass digitale Angebote in Zukunft stärker in der Schule zum Einsatz kommen werden, schließlich wandelt sich das Mediennutzungsverhalten von Schülern erheblich. Doch um diesen Wandel in der Schule so umzusetzen, dass alle Schüler etwas davon haben, müssen natürlich zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt werden. Nur auf diesem Weg kann Bildungsgerechtigkeit insoweit hergestellt werden. Die Politik ist hier gefordert.

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Kommentare

Drei Kommentare
  • Da steckt ja 'acta' drin?! Ist das dann überhaupt noch möglich? - Kleiner Spaß am Rande! :'P

    Ich bin von dem Thema 'Schule 2.0' generell sehr angetan und ich sammel auch in der Schülervertretungsarbeit immer wieder neue Ideen, wie das aussehen könnte. Dafür haben wir extra Workshops und Arbeitsgruppen! Umsetzung & Finanzierung zeigen sich hier noch sehr schwierig, aber ich freue mich, dass es solche Messen gibt und ich hoffe auch auf eine evtl. positive Umsetzung.

  • Ich habe die digitalen Schulbücher heute auf der Didacta live erlebt - da hat man noch viel Arbeit vor sich, wenn das bis zum Herbst fertig sein soll. So taugt es fast nichts.

    Zu sehen war ein auf iMacs unter Windows präsentierter Flash-basierter PDF-Viewer. Na, herzlichen Glückwunsch.
    Man kann nicht sinnvoll markieren, weil der Stift den Text im PDF nicht erkennt. Unterstreichungen sind krickelig oder man muss mühsam eine Linie einzeichnen. Man kann nicht mal im Inhaltsverzeichnis auf den Kapitelnamen klicken um auf die entsprechende Seite zu kommen. Suchfunktion? Fehlanzeige. Haptisches Blättern? Videos? Sowas gibt's nur in iBooks 2.

    Ich möchte nicht wissen, wie die Akkulaufzeit sinkt, wenn man die ganze Zeit den Flashplayer laufen hat, nur weil man sein Schulbuch braucht... Immerhin wird es für das iPad wohl eine Alternativimplementierung geben müssen.

    Ich höre jetzt lieber auf mit Meckern...

    Immerhin bringt das System eine Gewichtsreduktion, wenn man das Buch nicht mehr neben den Laptop in den Schulranzen stecken muss.

  • Auch, wenn ich lieber ein echtes Buch in der Hand habe, wenn ich lese, bin ich wirklich dafür, dass die schweren dicken Schulbücher von leichten kleinen E-books ersetzt werden. Sonderlich teurer kann ich mir das eigentlich auch nicht vorstellen.

    Nur bin ich, wenns dies endlich gibt, schon längst aus der Schule. MHpf. Naja, ich freu mich für die anderen.