Schmökern

„Ein Sommer am See“

Es sind Ferien, die Sonne strahlt – ab an den See! Dort verbringen auch die beiden Teenager und besten Freundinnen Rose und Windy ihre Ferien. Neben den nervenden Eltern, kommen auch noch Jungs ins Spiel. SPIESSER-Autorin Sabine hat den Comic im Buchformat für euch gelesen – am See natürlich.

18. Juli 2016 - 12:02
SPIESSER-Autorin Tizzy.
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Tizzy Offline
Beigetreten: 26.02.2010

Worum geht's?

Rose verbringt jeden Sommer mit ihren Eltern am See. Über die Jahre hinweg hat sich auch eine enge Ferienfreundschaft zu Windy entwickelt. Zwar ist sie ein exzentrischer, neugieriger und rebellischer Charakter – und damit das genaue Gegenteil von Rose – trotzdem verbindet die beiden ein starkes Band, viele Interessen und gemeinsame Erlebnisse. Auch diesen Sommer verbringen die beiden Teenager viel Zeit miteinander – und zwar mit den ganz typischen Teenie-Themen: Die beiden Pubertierenden reden über Sex, Jungs, Eltern, ihre wachsenden Brüste und schauen sich nachts heimlich Horrorfilme an, die erst ab 18 sind.

Es dauert nicht lange, bis auch Jungs ins Spiel kommen – und für Streit sorgen. Im Laufe der Geschichte spitzt sich alles zu: Zunächst eskaliert ein Streit zwischen Roses Eltern und dann lösen Gerüchte um eine ungewollte Schwangerschaft heftige Auseinandersetzungen in der Clique aus. Und auch zwischen den beiden Mädchen läuft nicht mehr alles reibunsgfrei.

Wer steckt dahinter?

„Ein Sommer am See“ ist ein kleines Meisterwerk, das durch die kreative Zusammenarbeit der kanadischen Cousinen Mariko und Jillian Tamaki entstand. Während die im Jahr 1980 geborene Künstlerin Jillian die Geschichte mit liebevollen Zeichnungen erzählte, schrieb die fünf Jahre ältere Schriftstellerin und Performance-Künstlerin Mariko aus Toronto die passenden Texte zu den Illustrationen. Der Comic hat schon viele Auszeichnungen erhalten: So bekamen sie im vergangenen Juli mit dem Eisner Award einen der bedeutendsten amerikanischen Preise für Comic-Künstler in der Kategorie „Bester Comic des Jahres“.

Kurz und knapp oder dicker Schinken?

Hält man das Buch in den Händen, vermutet man dahinter einen wirklich dicken Brocken. Doch beim Lesen wird schnell klar: Die Geschichte lebt vor allem von gezeichneten Bildern, die im typischen Comicstil, oft eher knapp beschrieben und kommentiert werden. Wer einen freien Nachmittag hat, der kann das Buch auch sicher an einem Stück durchlesen.

Für die Bahn, den Sessel oder den Pausenhof?

Eigentlich für jede Gelegenheit, da dieser Comic sehr kurzweilig daherkommt. Allerdings passt am ehesten die Bahn, vor allem, wenn es in den Urlaub geht. Die Geschichte rund um die Ferien-Freundschaft und die Umgebung von Awago Beach macht schon Lust darauf, spannende Abenteuer an freien Tagen zu erleben. Man träumt von witzigen Abenden mit der besten Freundin, Schwimmen im kühlen Nass und dem einen oder anderen Urlaubsflirt.

Ein Sommer am See

Autor: Jillian Tamaki, Mariko Tamaki
Verlag: Reprodukt
Veröffentlichung: 16. Juli 2015
Seitenzahl: 320

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie schwer ist es, das Buch wegzulegen?

Ich vergebe eine starke 9. Ich selbst habe das Buch in einem Stück gelesen. Das liegt daran, dass die Geschichte, die hier erzählt wird, trotz der Dramatik so federleicht und beschwingt ist. Man blättert sich schnell und gespannt von Seite zu Seite, da man den Geheimnissen, die sich um Awago Beach spinnen, nachgehen möchte. Es ist aufregend, zu erfahren, warum sich Roses Mutter nicht in den See zum Baden traut und was es mit einer ungewollten Schwangerschaft im Kreise der Dorfjugend auf sich hat.

Wem borgt man es nach dem Lesen als erstes?

Der besten Freundin, denn bei der Geschichte steht die jahrelange Beziehung von Rose und Windy im Vordergrund. Und obwohl die Charaktere in so mancher Situation nicht unterschiedlicher sein könnten, zeigt „Ein Sommer am See“, wie schön und aufregend Freundschaft und gemeinsame Bande sein können.

Das Buch eignet sich aber auch für Leser, die beim Schmökern gerne sentimental werden, denn es erinnert an leicht beschwingte Ausflüge an lauen Sommertagen in der Kindheit.

Lieblingszitat:

„Ich liebe es, wie meine Mom immer meint, sie durchschaut mich total.“ (S. 225)

In drei Worten:

Ergreifend, dramatisch, phantasievoll

Text+Foto: Sabine Zink

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