Kinofeeling

Elite

Wenn Menschen aus ganz unterschiedlichen Milieus aufeinander treffen, kracht es meistens. Auch in „Elite“ kracht es, als drei Jugendliche nach dem Einsturz ihrer öffentlichen Schule auf eine Privatschule wechseln. Es entstehen unerwartete Verbindungen, schockierende Offenbarungen und ein dramatisches Ende – eine Mischung mit binge watching Garantie.

11. Oktober 2018 - 09:32
SPIESSER-Autorin Individuot.
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Individuot Offline
Beigetreten: 01.07.2014

Worum geht's?

Samuel, Nadia und Christian kommen aus eher einfacheren Verhältnissen. Als ihre Schule einstürzt, will die Baufirma das eigene Image aufpolieren und spendiert den Dreien ein Stipendium für eine Privatschule. Dort angekommen, prallt die Welt der drei auf eine Welt voller reicher, schnöseliger Kids, die ihnen von vornherein mit Feindseligkeit und Ablehnung begegnen. Doch es schwingt auch Neugier mit.

Schon in den ersten beiden der insgesamt acht Folgen der ersten Staffel sind die Konstellationen gesetzt – es geht um Machtspielchen, sexuelle Fantasien und ehrliche Zuneigung. Wir als Zuschauer erfahren davon allerdings nicht direkt, sondern in Form von Rückblenden, denn ein Verbrechen überlagert alle Spielchen und Verzweigungen: Schon in der ersten Folge erfahren wir, dass die wunderschöne Hauptfigur Marina ermordet wurde. Alle Beteiligten werden nach und nach befragt und in ihren Erzählungen spinnt sich die Geschichte um diese elf spanischen Jugendlichen fort bis zu dem unglücklichen Abend des Abschlussballs, den Marina nicht überlebt.

Wer spielt mit?

Wer bei Netflixserien auf dem aktuellen Stand ist, wird drei der Hauptdarsteller aus „Haus des Geldes“, ebenfalls eine sehr empfehlenswerte spanische Serie, kennen: Jaime Lorente und Miguel Herrán brillierten hier ebenso wie die Hauptdarstellerin María Pedraza. Gesellschaft leisten ihnen Álvaro Rico, Arón Piper, Danna Paola, Ester Expósito, Itzan Escamilla, Mina El Hammani und Miguel Bernardeau.

Ihre Rollen entwickelten die Schauspieler in enger Zusammenarbeit mit Autoren und Regisseuren der Serie in intensiven Proben noch vor Drehbeginn. Diese Zeit bot ihnen die Gelegenheit, ihre Rollen bestens kennenzulernen und sogar noch etwas mitzugestalten. Die entstandenen Charaktere sind vielschichtig und entwickeln sich enorm im Verlauf der Serie – eine wirklich beeindruckende Leistung von noch sehr jungen und teilweise ziemlich unerfahrenen Schauspielern.


Carla, Marina und Lu
Filmischer Augenschmaus?

Der Stil erinnert an „Gossip Girl“, das Schul-Setting an „13 Reasons Why“, hinzu kommt ein Hauch „How to get away with Murder“ in den Befragungsszenen. Was herauskam, ist eine spannende Mischung aus bereits bekannten Motiven und einigen bekannten Erzählsträngen, die aber teilweise unerwartet kombiniert werden. Dabei gelingt es den Machern der Serie ganz gut, die Schutzschicht des hochnäsig-aufgesetzten Lebens der Reichen durch das Zusammentreffen mit der „unteren Schicht“ Risse zu versetzen, in dem endlich etwas Wahres sichtbar wird.

Gibt’s was zu meckern?

Die intellektuell anspruchsvollsten Geschichten werden in „Elite“ nicht erzählt, es werden aber Themen angeschnitten, die Serien, die vor allem Jugendliche als Zielgruppe haben, meist auslassen. So geht es zum Beispiel um Polyamorie und auch sexuell übertragbare Krankheiten und den Umgang damit.

Braucht man Taschentücher?

Zum Ende hin, in den letzten zwei, drei Folgen gibt es schon Momente, die einen wirklich ergreifen können.

Auf einen Blick
Action: ✪
Romantik: ✪ ✪ ✪ ✪
Humor: ✪ ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ 
Bildungsfaktor: ✪ ✪ ✪
Mit wem angucken?

„Elite“ bietet sich schon eher für eine weibliche Zuschauerschaft an – da kann man ganz gut eine Mädelsrunde zusammenstellen und einen ganzen Abend damit verbringen.

Was macht man danach?

Die nächste Folge anmachen und sich ausmalen, was in Staffel zwei passieren könnte.

In 3 Worten:

Intrige, Teenies, Spanisch

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Geht beides und ist auch auf beidem gut, aber dadurch, dass es eben eine Netflixserie ist, wird der kleine Bildschirm wohl genügen müssen.

Mainstream oder Independent?

Mainstream, volle Möhre.

Elite

Regie: Ramón Salazar & Dani de la Orden
Drehbuch: Carlos Montero & Darío Madrona
Darsteller: Jaime Lorente, Miguel Herrán, María Pedraza, Álvaro Rico, Arón Piper, Danna Paola, Ester Expósito, Itzan Escamilla, Mina El Hammani, Miguel Bernardeau.
Veröffentlichung: 05.10.2018
Serienlänge: 8 Folgen à ca. 45-60 Minuen
Genre: Drama
FSK: ab 12 Jahren

 

 

Text: Polina Boyko
Bildmaterial: Pressematerial

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