Kinofeeling

Film ab!

Roter Teppich, Promis und Weltpremieren. Auch auf dem 35. Münchner Filmfest gab es mehr zu sehen, als nur Filme. Ein Erfahrungsbericht von SPIESSER-Autor Jonathan.

11. Juli 2017 - 09:53
SPIESSER-Autor filmfreak.
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filmfreak Offline
Beigetreten: 23.12.2015

Blitzlichtgewitter. Stimmengewirr. Interviewfetzen fliegen durch den Raum. Alle möglichen Prominenzen, alles was – wenigstens in der Filmbranche – einen Namen hat, ist da: Armin Rohde, Uschi Glas, Claire Denis oder auch Brian Cranston aus „Breaking Bad“ zum Beispiel. Dazu noch mehr Fotografen, Journalisten und Kameramänner. Dicht an dicht stehen sie gedrängt. Viele von ihnen warten schon seit Stunden auf ihre Fotos, Interviews und Videoclips.

Und irgendwo mittendrin stehe ich. Ein bisschen verloren, ein bisschen überfordert, ein bisschen aufgeregt, aber auch ein bisschen sehr in meinem Element. Mit einem Presse-Filmfestausweis um den Hals und meiner Kamera in der Hand ziehe ich zwar ein paar interessierte Blicke auf mich, weil ich doch so seltsam jung aussehe, stehe aber trotzdem am roten Teppich des Münchner Filmfests. Ganz am hintersten Ende in einem Bereich der als „Print/Online/Radio“ gekennzeichnet ist. Aber wer kommt da schon vorbei? Also laufe ich kreuz und quer durch den ganzen Raum, stelle mich hier auf die Zehenspitzen, ducke mich dort unter anderen Kameras durch und an anderen Journalisten vorbei, um gute Bilder zu schießen – das Ziel der meisten hier.


Wen man nicht alles trifft auf so einem Filmfest ...
Premieren, Sondersendungen und sommerlich warme Filmnächte

Hundertachtzig Filme werden in der nächsten Woche hier auf dem 35. Münchner Filmfest gezeigt. Das ganze Spektrum ist abgedeckt: Von Kinderfilm bis zum Thriller, vom Coming-of-Age bis zur Dokumentation, von der Komödie bis zum Horrorfilm. Eröffnet wird das Filmfest aber mit der Deutschlandpremiere der französischen Komödie „Un beau soleil intérieur“, für den hier die Prominenz den roten Teppich, den „red carpet“, überquert.
Meine Kinokarten habe ich auch schon abgeholt, leider hat es nur für vier Filme gereicht. Schule und so. Trotzdem werde ich wohl in der nächsten Woche aus dem Filmfieber nicht mehr rauskommen. Eine Woche voller Filmpremieren, Filmsondersendungen und sommerlich warmer Filmnächte wartet auf mich, aber auch eine Woche voller Stress, knapp nicht-verpasster Bahnen und hektischem „zwischen-zwei-Kinos-hin-und-her-Hetzens-um-den-Filmstart-nicht-zu-verpassen“.

„Ein. Super. Film!“

Einer der ersten Filme die ich mir anschaue habe, ist eigentlich nicht nur ein Film, sondern eher das, was man ein Event nennen würde: Die Weltpremiere des dritten Teils der OSTWIND-Trilogie „Aufbruch nach Ora“ als Sneak Preview – das heißt, es wurden nur ausgewählte Szenen gezeigt, der ganze Film ist nämlich nicht rechtzeitig zum Filmfestbeginn fertig geworden. „Ein. Super. Film.“. Das waren zumindest die Worte der Drehbuchautorin Lea Schmidbauer. Ich als Junge hätte mir den Film zwar eher nicht angeschaut, aber Weltpremiere und große Show mit Regisseurin Katja von Garnier, Drehbuchautorin und der Produzentin Eva Karlström: Die alle mal live zu sehen war schon cool. 

Und gleich im Anschluss die Weltpremiere der Romanverfilmung „Tigermilch“, die am 17. August in die Kinos kommt. Produzentin, Regisseurin, Hauptdarsteller, Drehbuchautorin, Kameramann, Cutter, alle kamen sie nach dem Film – den ich übrigens sehr, sehr gut fand! - auf die Bühne, wurden vorgestellt und gefeiert. So gut fand ich den Film, dass ich das nach der Veranstaltung der Regisseurin auch noch persönlich gesagt habe. Sie hat gelacht und erzählt, dass beim Probe-Screening in Berlin ausschließlich alle Jungs den Film für gut befunden haben, aber nur 85 % der Mädchen. Woran das wohl liegen mag? Jedenfalls ein gelungener Ausgleich für „Ostwind“.


Der Rote Teppich aus Fotografen-Sicht.
Müde aber glücklich!

Samstagabend, letzter Filmfesttag. Noch ein letztes Mal darf über den Roten Teppich flaniert werden, der seine besten Zeiten inzwischen auch schon hinter sich hat. Hundertachtzig Filme wurden in den letzten sieben Tagen hier gezeigt. In manchen war man vielleicht der einzige Gast. Für andere saß man in ausverkauften Kinosälen. Der ein oder andere war vielleicht doch nicht so gut – oder aber ziemlich spitze.

Müde aber glücklich fahre ich noch ein letztes Mal in Richtung Festivalzentrum am Gasteig, bevor es wieder ab nach Hause geht. Während anderenorts die Abbauarbeiten schon begonnen haben, kommen hier noch einmal alle im sommernächtlichen München zusammen, um das Filmfest ausklingen zu lassen. Bis es im nächsten Juni wieder heißt: Film ab!

 

Film & Fotos: Jonathan Auer

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