Kinofeeling

Free Fire

Schieß oder stirb! Mit „Free Fire“ bringt Ben Wheatley einen Film in die Kinos, der nur so vor schwarzem Humor und Hülsenpatronen trieft. Mit Martin Scorsese als Co-Produzent kann der Film gar nicht anders als ein voller Erfolg werden, findet SPIESSER-Autorin Anna.

06. April 2017 - 13:55
SPIESSER-Autorin annaweigelt.
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annaweigelt Offline
Beigetreten: 17.03.2015

Worum geht's?

Mit „Free Fire“ versetzt uns Regisseur Ben Wheatley ins Boston der 70er Jahre. Es dämmert und zwei zwielichte Gestalten brettern mit einem alten Wohnmobil zu einem bevorstehenden Waffendeal, den die ambitionierte Justine (Brie Larson) zusammen mit dem charismatischen Mittelmann Ord (Armie Hammer) in die Wege geleitet hat. In einer verlassenen Lagerhalle treffen die Iren Frank (Michael Smiley) und Chris (Cillian Murphy) auf die südafrikanischen Händler Vernon (Sharlto Copley) und Martin (Babou Ceesay), um über eine riesige Ladung von Maschinengewehren zu verhandeln. Was erst harmlos beginnt, entartet zu einem Chaos, als sich die Fahrer der beiden kriminellen Gruppen (Sam Riley & Jack Reynor) wegen eines privaten Konfliktes in die Haare kriegen und ein erster Schuss fällt: Der friedliche Deal entwickelt sich zu einer Massenschießerei, in der jeder Einzelne um sein Leben kämpft.


Kurz bevor die Schießerei losgeht.
Wer spielt mit?

„Free Fire“ brilliert mit einem Cast vom Feinsten. Ben Wheatley schrieb dem irischen Drehbuchautor und Schauspieler Cillian Murphy, den wir bereits aus „The Dark Knight“ und „Inception“ kennen, die Rolle des gelassenen Chris geradezu auf den Leib. Da Wheatley ein großer Fan von „The Lone Ranger“ ist, ließ er Armie Hammer für die Rolle des koketten Ord engagieren. Justine, die einzige Frau an Bord, wird verkörpert von der US-amerikanischen Schauspielerin und frischgebackenen Oscar-Gewinnerin Brie Larson, die der ein oder andere Indie-Filmliebhaber aus „Greenberg“ oder „Raum“ kennt.

Auf einen Blick
Action: ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
Romantik: ✪ ✪
Humor: ✪ ✪ ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪
Filmischer Augenschmaus?

Bevor der Zuschauer in das Geschehen katapultiert wird, beginnt der Streifen mit einer atemberaubenden Panoramaaufnahme vom nächtlichen Boston. Danach wird dem Auge kaum mehr Ruhe gelassen – es springt von Schnitt zu Schnitt, von Schuss zu Schuss und zwischen dem humorvollen Schlagabtausch der Protagonisten geradezu hin und her. Dass Wheatley vor dem Dreh zahlreiche Protokolle von echten Schusswechseln gelesen hat, macht sich auf jeden Fall bemerkbar.

Die Dynamik von „Free Fire“ ist unglaublich, was teilweise auch dem Fakt verschuldet ist, dass der Film fast komplett in chronologischer Folge gedreht und auf digitale Effekte weitestgehend verzichtet wurde: Innerhalb von sechs Wochen Drehzeit zündete das Filmteam 500 pyrotechnische Explosionen und feuerte 6000 Schuss ab. Das Resultat lässt sich sehen.

Gibt's was zu meckern?

Seit ein paar Jahren schon setzt Hollywood vor allem auf blau-orange kolorierte Filme. Auch in „Free Fire“ wurde auf diesen Effekt zurückgegriffen. Ich sage nur: Mut zu neuen Farben!

Braucht man Taschentücher?

Da „Free Fire“ eher von schwarzem Humor und Rumgeballere als von großen Gefühlen lebt, empfiehlt es sich Taschentücher gegen Popcorn zu einzutauschen.

Mit wem angucken?

Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Aber vor allem Tarantino-Liebhaber und B-Movie-Fans werden auf ihre Kosten kommen, da eine gewisse Nähe zu „Reservoir Dogs“ nicht geleugnet werden kann.

Was macht man danach?

„Free Fire“ ist kein Film, der zum Nachdenken anregt. Man geht aber auf jeden Fall mit sehr guter Laune und einem erhöhten Adrenalinspiegel aus dem Kino, den man gern mit fettiger Pizza in Kombination mit ausgelassenen Gesprächen im Freundeskreis wieder senken kann.


Der Waffenhändler Frank noch ganz entspannt.
In 3 Worten:

Staubtrocken, wild und ungestüm.

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Auf einer großen Leinwand macht „Free Fire“ auf jeden Fall mehr Spaß. Aber auch bei einem DVD-Abend mit Freunden kann man ihn natürlich schauen – Hauptsache in Gesellschaft. Zusammen lacht es sich besser.

Mainstream oder Independent?

Auf jeden Fall Mainstream, denn mit seiner hochkarätigen Besetzung und der Filmgröße Martin Scorsese im Produktionsteam lässt sich „Free Fire“ kaum als Indie-Film bezeichnen. Außerdem ist anzunehmen, dass er in den deutschen Kinos wie eine Bombe einschlagen wird. Oder zumindest wie 6000 Patronen.

Free Fire

Regie: Ben Wheatley
Schauspieler: Cillian Murphy, Brie Larson, Armie Hammer, Michael Smiley, Sam Riley, Sharlto Copley, Babou Ceesay, Jack Reynor, Sam Riley, Enzo Cilenti, Noah Taylor
Kinostart: 06. April 2017
Länge: 90 Minuten
Genre: Actionkomödie
FSK: 16

 

 

Text: Anna Weigelt
Bildmaterial: © 2000-2017 Muschalik Digitale Medien

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