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Hank Green: „Ein wirklich erstaunliches Ding“

Über Nacht wird April May mit einem YouTube-Video weltberühmt. Plötzlich reist sie von einem Fernsehauftritt zum nächsten und versucht nebenbei, zusammen mit ihren Freunden, auch noch das Geheimnis der geheimnisvollen Skulpturen zu lüften, die über den Globus verteilt aufgetaucht sind. SPIESSER-Autor Cédric hat Hank Greens Debüt „Ein wirklich erstaunliches Ding“ für euch gelesen.

14. März 2019 - 08:46
SPIESSER-AutorIn cedric_.
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cedric_ Offline
Beigetreten: 21.09.2016

Worum geht’s?

Als April May spätabends von ihrem Designjob auf dem Weg nach Hause ist, entdeckt sie eine roboterähnliche Skulptur, ungefähr drei Meter hoch und ganz in schwarz. Carl, wie sie die Konstruktion später nennen wird, weckt die Begeisterung der ehemaligen Kunststudentin. Deshalb beschließt sie, obwohl es mitten in der Nacht ist, ihren besten Freund Andy anzurufen und mit ihm ein Video über die Skulptur zu drehen. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, stellt sich heraus, dass Carl nicht nur in ihrer Heimatstadt New York, sondern an insgesamt 46 Orten weltweit aufgetaucht ist. Das Video hat schon über eine Million Klicks auf YouTube und hat die 23-Jährige damit auf einen Schlag berühmt gemacht. Mithilfe der jungen Wissenschaftlerin Miranda findet April bald heraus, dass es sich bei den rätselhaften Robotern nur um Wesen außerirdischen Ursprungs handeln kann und macht sich auf die Suche das Rätsel der Carls zu lösen.

Eingebettet in diese Rahmengeschichte, die April im Rückblick und aus ihrer eigenen Perspektive erzählt, beschäftigt sich der Roman damit, wie April mit der neu gewonnenen Berühmtheit umgeht. Die Protagonistin entscheidet sich, wie sie selbst zugibt, mehrmals gegen die Vernunft und stattdessen für Dinge, die ihr mehr Geld, mehr Follower und mehr Einfluss bringen. Schnell sieht sie sich dem Druck ausgesetzt, immer weiter zu liefern, um relevant zu bleiben und wird zudem von der Angst geplagt, bei den neuesten Entwicklungen rund um Carl nicht ganz vorne mit dabei zu sein. Gleichzeitig muss sie auch noch mit dem Hass derjenigen umgehen, die denken, dass die Carls eine Gefahr darstellen könnten, schließlich weiß niemand, wo sie hergekommen sind.

Ein wirklich erstaunliches Ding

Autor: Hank Green
Verlag: dtv
Veröffentlichung: 28. Februar 2019
Seitenzahl: 448

Wer steckt dahinter?

„Ein wirklich unglaubliches Ding“ ist der Debütroman von Hank Green. Zusammen mit seinem Bruder John, der wiederum für seine Romane wie „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ bekannt ist, hat Green über drei Millionen Follower auf dem YouTube-Kanal Vlogbrothers.

Kurz und knapp oder dicker Schinken?

Mit etwas über 400 Seiten hat der Roman die richtige Länge, um Aprils Geschichte ausführlich genug zu erzählen ohne dabei langatmig zu werden.

Für die Bahn, den Sessel oder den Pausenhof?

„Ein wirklich erstaunliches Ding“ bietet Stoff zum Nachdenken über Themen wie den Druck aus den sozialen Medien. Daher lohnt es sich, das Buch in Ruhe zu lesen, sei es zu Hause im Sessel oder auf einer langen Bahnfahrt.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie schwer ist es, das Buch wegzulegen?

Während das Buch nur mäßig spannend startet, steigert sich die Spannung zum Ende hin, wenn April kurz davor ist das Rätsel der Carls zu lösen und sich selbst dabei, unvernünftig aber publikumswirksam, in ernste Gefahr begibt. Auf der Spannungsskala würde ich das Buch zwischen fünf und acht einstufen.

Wem borgt man es nach dem Lesen als erstes?

Die Themen in „Ein wirklich erstaunliches Ding“ sind für jeden interessant, der im Zeitalter von Smartphones und sozialen Medien aufgewachsen ist. Umso lesenswerter ist es für alle, die Science Fiction mögen. Den ein oder anderen könnte diese Komponente rund um Carl und seinen außerirdischen Ursprung aber auch abschrecken.

Lieblingszitat:

Als April über Berühmtheit nachdenkt schreibt sie: „Sie existiert ausschließlich in den Köpfen der anderen, nicht in dem des Berühmten. Ihr könnt am Flughafen einchecken und 999 Menschen werden nur ein weiteres Gesicht in der Menge sehen, während ihr für den Tausendsten möglicherweise berühmter seid als Jesus.“ (S.156)

In drei Worten:

Futuristisch, abgefahren und dennoch gegenwartsrelevant

 

Text & Teaserbild: Cedric Hübner

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