Bundestagswahl 2017

HIP – Halbwüchsig, Intensiv, Pikant

Retro killt! Mal ehrlich: Wir sehen alle verdammt gut aus. Ein Must-Have als Partei. Von Anfang an: wir, fünf junge Menschen, lungerten freiwillig eine Sommerferienwoche im SPIESSER-Büro herum. Anfangs war das noch ganz schön. Am dritten Tag wurden wir dann plötzlich gefragt: „Wenn ihr eine Partei gründen würdet, was wäre euer Parteiprogramm?“ Puh. Wir sollten eine eigene Partei gründen, innerhalb von zwei Tagen. So schnell war noch nicht mal die AfD auf dem Markt!

11. September 2017 - 16:06
SPIESSER-Redakteur Onlineredaktion.
Noch keine Bewertungen
Onlineredaktion Offline
Beigetreten: 25.04.2009

Ach, hipp, die Welt von Club-Mate und Einhornklopapier? Nein! HIP ist halbwüchsig, intensiv und pikant. Halbwüchsig, weil wir im Kopf alle noch nicht voll ausgereift sind. Dementsprechend ist es umso wichtiger, intensiv zu recherchieren. Jenes setzen wir um. Und pikant, weil wir süß UND scharf sind. Nicht nur auf Fotos. Auf den folgenden Seiten stellen wir euch unser Wahlprogramm vor – garantiert aufwendig bebildert. Nun wollen wir damit die Welt retten. Denn schließlich steht ja noch nicht fest, wer in den Bundestag einziehen wird. Viel Spaß mit realistischer Spinnerei!

Kultur

Kulturelle Vielfalt soll in unserem Staat als Grundbedürfnis nicht mehr wegzudenken sein. Wir von HIP werden Theater, Museen, Jugendhäuser und Kunstverbände mit einer guten Menge an Geld für kulturelle Projekte fördern. Denn jeder braucht künstliche Freude. Also Spaß an der Kunst, versteht sich.

In Bezug darauf soll es auch endlich mehr Mitmachmöglichkeiten geben – besonders für körperlich oder geistig behinderte Menschen. Mehr Bürgerbühnen, Jugendclubs, Kunstprojekte. Inklusive und barrierefreie Projekte gehören da auch dazu, das ist wichtig! Die bewusste Eingliederung von Geflüchteten werden wir sehr unterstützen, weil eben auch ein Syrer mal Theater spielen will.

Kultur ist manchmal ganz schön teuer. Weil aber vor allen Dingen jungen Menschen Kultur leicht zugänglich sein sollte, fordern wir, dass öffentlich-staatliche Museen ihren (hohen) Eintritt für Schüler und Studenten komplett sein lassen. Theaterkarten sollten einen Wert von 8 Euro nicht übersteigen – dann würden sicher auch wieder mehr Teenies Literatur erleben. Und nicht zuletzt soll auch Opa Hans auf ’ner App lesen können, ob sich sein Bus verspätet – deswegen ist uns Medienkompetenz für alle Generationen wichtig. Nur dann können wir alle auch ein bisschen smarter werden.

Vincent Koch (15), Ministerium für Kultur

Gesundheit

Dauernd werden die Diskussionen über die Legalisierung von medizinischem Cannabis angestoßen und verworfen. Doch so wirklich ist bis jetzt kein konkretes Ergebnis erzielt worden. Soll Cannabis zu medizinischen Zwecken jetzt legal sein oder nicht? Wir von HIP setzen uns dafür ein, dass Cannabis, trotz nicht ungefährlicher Wirkstoffe, für den medizinischen Gebrauch legalisiert wird. Viele kranke Menschen, die durch die  Wirkstoffe Erleichterung in ihrem Krankheitsfall verspüren, sollten doch die Chance erhalten, auf legale Weise an medizinisches Cannabis heranzukommen.

Nächster Knackpunkt: die Impfpflicht. Immer mehr Eltern schrecken davor zurück, da sie die kleinen verweinten Gesichtchen ihrer Babys sehen, wenn die Impfspritzen die  Oberarmhaut durchstechen. Ist das aber wirklich ein Argument gegen die Pflicht? Nein, ist es nicht. Deswegen haben wir von HIP entschieden, dass es eine Impfpflicht für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr geben soll. Ertragt lieber den kurzen Schmerz, als später an Kinderlähmung zu erkranken.

Lilly Fritzsche (16), Ministerium für Gesundheit

Integration und Toleranz

Unsere Welt ist doch wirklich schon kompliziert genug: Kinderlähmung, Kriege, Kapitalismus und nicht zuletzt Steuererklärungen. Wir von HIP sehen da einfach keinen Sinn mehr in zusätzlichem Hass, wie er von Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und jeglicher Art von Diskriminierung verbreitet wird.

Deshalb positionieren wir uns klar für die Förderung von Inklusions- und Integrationsprojekten, wie Mentoring- und Patenschaftssystemen für Geflüchtete, die zum Beispiel Kindern die Möglichkeit eröffnen, mit Gleichaltrigen in „normalen“ Schulklassen unterrichtet zu werden.

Nicht nur die Beseitigung der Barrieren, die gelungener Integration im Weg stehen, sondern auch jener, die den Alltag körperlich eingeschränkter Menschen erschweren, liegt uns am Herzen. Wir von HIP möchten, dass Barrierefreiheit zur  Selbstverständlichkeit wird. Dasselbe gilt für jegliche Art von Sexualität – wir wollen, dass Diskriminierung und Benachteiligung hier zu Fremdwörtern werden.

Also: Öffnet gemeinsam mit HIP eure Herzen und macht die Welt durch Toleranz und
Liebe ein Stück unkomplizierter!

Klara Wessel (17), Ministerium für Integration und Toleranz

Bildung und Entwicklung

Bildung, Forschung, Kreativität und Erfindergeist stellen für uns bei HIP integrale Bestandteile dar. In einem rohstoffarmen Land wie Deutschland ist Bildung unsere große Chance, in die wir besonders investieren wollen, müssen. Wir setzen uns dafür ein, dass jedes Kind ein Recht auf individuelle Frühförderung hat und somit die Grundlage für das spätere Lernen gesetzt wird. Das Recht auf einen Betreuungsplatz müssen wir in die Praxis umsetzen.

In Deutschland sollte jeder die gleichen Chancen haben. Warum gibt es dann aber total unterschiedliche Bildungssysteme in den jeweiligen Bundesländern? Mit der Funktion eines Zentralabiturs könnten wir schon viel erreichen. Natürlich gibt es Nachteile, jedoch sind die Vorteile nicht von der Hand zu weisen – jeder, der das Abitur ablegt, muss dieselben Anforderungen bewältigen, egal, ob in Bayern oder Niedersachsen. Je mehr Mittel wir in die Bildung und in die Forschung investieren, desto besser können wir uns auf die Zukunft vorbereiten und die Gesellschaft voranbringen. Das ist unser Ziel!

Innovative Systeme, wie zum Beispiel Smartphones, gestalten unseren Alltag unkomplizierter. E-Autos sowie erneuerbare Energien sollen die Umwelt schonen. Das soll auch weiter so bleiben. Wir wollen die Forschung besonders fördern. Es geht um die Erhaltung unserer Erde – da kann die Entwicklung von umweltschonenden Projekten nicht schnell genug gehen!

Fabian Möbius (17), Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit & Entwicklung
Katharina Mehner (16), Ministerium für Bildung & Forschung

 

Texte und Fotos: Vincent Koch, Fabian Möbius, Katharina Mehner, Klara Wessel, Lilly Fritzsche

Dir gefällt dieser Artikel?

Kommentare

Deine Meinung ist gefragt!
Mehr zum Thema „Bundestagswahl 2017