Kinofeeling

„Ich bewerte meine Figuren nicht.“

In „Einmal bitte alles“ verkörpert Luise Heyer die sehr liebenswerte, manchmal aber auch etwas rücksichtslose Isi. SPIESSER-Redakteurin Polina hat mit Luise Heyer über diese Rolle, ihre Schauspielkarriere und zukünftige Projekte gesprochen.

24. Juli 2017 - 10:49
SPIESSER-Autorin Individuot.
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Individuot Offline
Beigetreten: 01.07.2014

Liebe Luise, du spielst in „Einmal bitte alles“ Isi, die als Kreativling einen Lebensweg einschlägt, der alles andere als gradlinig ist. Gibt es da Parallelen zu deiner Karriere?

In Bezug auf meinen beruflichen Werdegang muss ich zugeben, dass es bei mir um einiges leichter war, Fuß zu fassen. Es schließt Schweiß, Tränen und Zweifel aber nicht aus.

Hast du dir manchmal gewünscht, einen anderen Beruf gewählt zu haben? Wenn ja, welcher Beruf wäre es?

Ich konnte mir nie vorstellen etwas anderes zu machen, so sehr ich auch überlegt habe, um im Fall dass ich nicht an der Schauspielschule genommen werde, einen Plan B zu haben.

Isi ist eigentlich sehr liebenswert, manchmal aber auch etwas rücksichtslos oder egoistisch. Wie sympathisch ist dir die Rolle?

Ich bewerte meine Figuren nicht. Dann könnte ich sie nicht spielen. Ich kann sie emotional nachvollziehen. Aber ich verstehe, wenn man Isi als egoistisch empfindet. Das ist mir auch aufgefallen. Hat Spaß gemacht sie zu spielen.

Wie hast du dich auf die Rolle vorbereitet?

Die Probleme, mit denen sich Isi rumschlägt, kennt man in unserer Generation, glaub ich, sehr gut. Wer bin ich? Was will ich? Welchen Platz habe ich in dieser Welt? Wie komme ich dahin? Dann überfordert davon sein und stagnieren. Sich im Selbstmitleid suhlen (was manchmal auch sehr heilvoll sein kann) und wenn das auch endlich langweilig geworden ist, den Kopf wieder aus dem Sand ziehen.

Isis und Lottes Freundschaft und WG wirken wie die einzige „heile Welt“, an die sich Isi auch verbittert klammert. Kannst du das nachvollziehen? Sind dein Freundschaften auch so intensiv?

Lottes und Isis Freundschaft ist eigentlich schon eine Ehe. Sie teilen alles und sind auch an dem gleichen Punkt in ihrem Leben. Bis Lotte sich verliebt, nen Job kriegt und schwanger wird. Das geht Isi einfach viel zu schnell und für sie bricht etwas weg, dass entscheidender war als alles andere. Für Isi geht eine Beziehung zu Ende. Das kann ich gut verstehen.

Der Film lässt am Ende vieles offen. Wie geht es für Isi, deiner Meinung nach,weiter?

Sie findet hoffentlich ihren Platz in der Welt.

Und wie geht es für dich weiter? Auf welche Projekte freust du dich besonders?

Ich habe gerade angefangen unter der Regie von Caroline Link „ Der Junge muss an die frische Luft“ zu drehen. Das ist das jüngste Buch von Hape Kerkeling. Da freue ich mich sehr drüber.

Einmal bitte alles

Regie: Helena Hufnagel
Darsteller: Luise Heyer, Jytte-Merle Böhrnsen, Maxi Schafroth, Patrick Güldenberg
Kinostart: 20. Juli 2017
Filmlänge: 86 Minuten

 

 

Interview: Polina Boyko
Teaserbild: © 2017 filmschaft maas & füllmich GmbH

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