Das Streben nach Glück

„Ich genieße
jeden Tag“

Es gibt viele Studien und philosophische Diskussionen zum Thema Glück – und alle versuchen das einzufangen, was Menschen dauerhaft so richtig glücklich machen kann. Familie, enge Freunde oder eine Gemeinschaft, in der man sich wohlfühlt, können das am Besten. SPIESSER-Leser Philipp erzählt, warum er glücklich ist – und das obwohl er Gründe genug hätte, damit zu hadern.

04. Dezember 2015 - 11:09
SPIESSER-Autor daish.
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daish Offline
Beigetreten: 02.05.2014

Wie ich lebe

Mein Sport hat in meinem Leben eine sehr hohe Priorität. Trotzdem ist da noch die Schule – ich besuche eine Gesamtschule und möchte in zwei Jahren mein Abitur in der Tasche haben. Das bedeutet, dass von acht bis sechszehn Uhr Pauken angesagt ist. Meinem Sport kann ich erst nach der Schule nachgehen. Deshalb sind meine Wochentage strikt durchgeplant. Wenn der Schulgong ertönt, setze ich mich sofort in die Bahn und fahre vierzig Minuten zu meiner Trainingsstätte nach Leverkusen. Als Leichtathlet gehe ich für Bayer Leverkusen an den Start. Klar bleibt auch mal die Motivation auf der Strecke: Oft genug habe ich nach der Schule keine Lust, das Trikot anzuziehen und los zu spurten. Sobald ich aber in der Halle oder auf dem Platz stehe, sieht die Welt für mich ganz anders aus. Sind die ersten Schritte getan und Trainingseinheiten absolviert, bin ich voll in meinem Element. Noch besser sieht es nach dem Training aus, wenn ich mich überwunden und Leistung gezeigt habe. Ich trainiere fünf Mal pro Woche. In den Ferien bin ich im Trainingslager unterwegs. Ansonsten verbringe ich gerne Zeit mit meiner Familie und Freunden, auch gerne sportlich: Ich bin eingefleischter FC Köln-Fan und oft im Stadion anzutreffen.

Warum ich glücklich bin

Momentan bin ich besonders glücklich, weil es für mich sportlich wahnsinnig gut läuft. Was ich derzeit erlebe, motiviert mich. Ich genieße meinen aktuellen Lebensabschnitt in vollen Zügen. Es ist nicht nur das schönste Jahr für mich, es ist auch das Verrückteste. Während ich vor kurzem noch für die Junioren bei der Weltmeisterschaft in den Niederlanden angetreten bin, habe ich nun den Sprung in den Erwachsenen-Kader geschafft und darf an der WM in Katar teilnehmen. Das ist nicht nur ein wahr gewordener Traum, sondern eine wichtige Etappe in Richtung Rio de Janeiro im nächsten Jahr. Mein Glück hängt nicht nur von meiner sportlichen Karriere ab. Ich weiß, dass sie schnell vorbei sein kann. Ich weiß aber auch, wie schnell sich ausgeklügelte Lebenspläne ändern können. Deshalb bedeutet Glück für mich auch, Respekt vor dem Jetzt zu haben und jeden Tag zu genießen – und das tue ich!

Warum andere denken, ich könnte unglücklich sein

Als ich neun Jahre alt war, hat sich mein Leben schlagartig geändert. Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich im Wartezimmer saß und meine Mutter plötzlich anfing zu weinen. An diesem Tag bekam ich die Diagnose Knochenkrebs. Ich musste mich mehreren Operationen unterziehen, unter anderem am Oberschenkel. Irgendwann war klar, dass ich diesen nicht uneingeschränkt werde benutzen können. Im Krankenhaus las ich von einem erfolgreichen paralympischen Athleten. Da war mir klar, dass ich einer Amputation zustimme und lieber mit Prothese weitgehend uneingeschränkt lebe, als ohne unter ständigen Problemen zu leiden. Heute lebe ich damit sehr glücklich. Meine sportliche Karriere begann erst nach meiner Diagnose. Wenn ich heute zurückblicke, bin ich glücklich darüber, wie mein Leben bisher verlaufen ist – auch wenn das nicht immer geradlinig war!

Text: Adrian Arab
Fotos: www.photo-hartmann.de

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