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„Ich treffe außergewöhnliche Menschen“

Jonas, 21, ist einer von über 30.000 Jugendlichen, die jedes Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr machen. Für „Geben gibt." erzählt er uns, welche Erfahrungen er beim Malteser Fahrdienst gemacht hat.

12. März 2010 - 13:53
SPIESSER-AutorIn Lilientiger.
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Lilientiger Offline
Beigetreten: 11.11.2009

35 Prozent der 14- bis 24jährigen engagieren sich nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums ehrenamtlich. Weitere 49 Prozent sind daran interessiert anderen zu helfen. Doch sie wissen oft nicht, wo und wie.

Dabei gibt es viele Möglichkeiten, sich zu engagieren: Manche geben nachmittags Nachhilfe. Andere sammeln in einer Umweltorganisation Abfall vom Straßenrand. Dann gibt es welche, die engagieren sich in Kirchenkreisen und lesen Senioren vor. Oder sie retten mit der Freiwilligen Feuerwehr Katzen von Bäumen. Es gibt viele Wege, sich zu engagieren. Und es gibt einen Weg, diesen Menschen dafür zu danken.

Viele Jugendliche wollen sich engagieren, wissen aber nicht wie. Geht es euch auch so? Hier findet ihr Links, die euch weiterhelfen.

Die Kampagne „Geben gibt. Bündnis für Engagement“ verleiht seit 2009 den Deutschen Engagementspreis. In diesem Jahr gibt es eine neue Preiskategorie für engagierte Jugendliche. Deshalb stellt SPIESSER.de euch zusammen mit „Geben gibt“ in den nächsten Monaten Jugendliche vor, die sich für andere einsetzen und ihnen helfen.

Den Anfang macht Jonas. Er ist 21 und arbeitet beim Malteser Fahrdienst.

„Ich wollte nicht die Welt retten. Einfach hilfsbereit sein und auf Menschen zugehen, wenn sie Probleme haben. Ich habe schon meinen Zivi beim Malteser Fahrdienst gemacht. Mir hat das so gut gefallen, dass ich am Ende noch ein Freiwilliges Soziales Jahr dran gehängt habe. Ich habe bei meiner Arbeit außergewöhnliche Menschen getroffen und übernehme viel Verantwortung. Fahrdienst für Behinderte und Senioren – das klingt erst mal unspektakulär.

Doch ich spiele nicht einfach nur den Taxifahrer. Ich helfe ihnen von zu Hause raus zu kommen. Dank meiner Arbeit kommen die Behinderten und Senioren unter Menschen, zur Arbeit in die Behindertenwerkstatt, zum Einkaufen. Sie können abends mal was unternehmen, Spaß haben. Ich ermögliche ihnen Sachen, die selbstverständlich erscheinen. Sind sie aber nicht.

Geben gibt. Bündnis für Engagement

Es wurde nominiert!

Und zwar für den Deutschen Engagementpreis 2010. Der Preis ehrt Menschen, die sich für die Gesellschaft engagieren. In diesem Jahr soll besonders das Engagement Jugendlicher sichtbar gemacht werden. Einsendeschluss war der 31.Juli 2010. Die Sieger der einzelnen Kategorien werden von einer Jury gewählt und auch ihr könnt online abstimmen.                   Auf www.geben-gibt.de gibt es alle Einzelheiten.                                       Wenn ihr selbst aktiv seid und andere davon überzeugen wollt, dann unterstützt die Kampagne „Geben gibt.“ auf Facebook, SchülerVZ oder StudiVZ und folgt ihr bei Twitter. Die Kampagne wird gefördert durch den Zukunftsfond der Generali Deutschland Holding AG und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Anfangs war ich natürlich aufgeregt, hatte keine Ahnung wie ich im Ernstfall reagiere. Was, wenn jemand während der Fahrt einen epileptischen Anfall bekommt? Klar gab es vorher Lehrgänge, aber als ich das erste Mal vor einem Schwerbehinderten stand – das war schon etwas anderes als in der Theorie. Mit der Zeit wurde es lockerer. Die Leute, die ich regelmäßig fahre, wurden zu Kumpels. Man hat dann überhaupt kein Problem mehr mit ihrer Behinderung. Nein, Probleme hatte ich vorher auch nicht. Ich nehme die Behinderung mit der Zeit einfach gar nicht mehr wahr. Die Hemmungen sind wie weggeblasen und ich habe ein Vertrauensverhältnis zu ihnen aufbaut.

Was man da für Geschichten hört, das ist für mich auch nicht einfach. Ich fahre eine Frau, die ist so alt wie ich. Sie ist beim Eislaufen gestürzt und dann ist ihr ist jemand mit dem Schlittschuh gegen den Kopf gefahren. Seitdem sitzt sie im Rollstuhl und ist alkoholabhängig geworden – aus purer Verzweiflung. Solche Schicksale prägen mich. Mir wird bewusst, dass mir das auch passieren könnte. Durch die Arbeit nehme ich mein Leben sehr viel bewusster wahr. Das gibt mir persönlich sehr viel. Morgen könnte ja schon alles ganz anders aussehen. “

Ihr engagiert euch auch ehrenamtlich oder kennt jemanden, der unbedingt gezeigt werden sollte? Dann erzählt uns in den Kommentaren davon – und nominiert sie oder ihn am besten gleich für den Deutschen Engagementpreis!

Fotos: Julia Kroh

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit "Geben gibt. Bündnis für Engagement"

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Kommentare

Drei Kommentare
  • Bin jetz schon 5 Jahre in der Jugend dabei, hab meinen Gruppenleiter gemacht und dieses Jahr steht Einsatzsanitäterkurs an... FSJ fänd ich eigl auch cool, will aber ehrlich gesagt (wenn ich nicht doch Wartesemester machen muss) so wenig Zeit wie möglich vor dem Studium verschwenden, 6 Jahre Studieren sind eh schon ne ziemlich lange Zeit...

  • Ich habe mich auch für ein Malteser-FSJ in Berlin beworben, aber die sind völlig belegt -.-

  • Letztens traf ich auch auf solch eine Gruppe in einer Stadt mit dem Namen "Sie werden sich wundern", diese verteilten Zettel mit wertvollen Gedanken und Lebensweisheiten.

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