Kinofeeling

Jackie

Jackie, die Ehefrau des erschossenen Präsidenten John F. Kennedy, erlebte das Attentat auf ihren Mann aus nächster Nähe und stand plötzlich selbst im Mittelpunkt. SPIESSER-Autorin Jelena hat die Biographie über eine starke Frau schon gesehen und weiß, ob es ein sehenswerter Film ist.

03. Februar 2017 - 12:17
SPIESSER-AutorIn Jelly.
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Beigetreten: 10.09.2012

Worum geht's?

Am 22. November 1963 wurde der damalige US-Amerikanische Präsident John F. Kennedy in Dallas erschossen. Seine Frau Jackie Kennedy saß bei dem Anschlag neben ihm, repräsentierte als First Lady seine Familie, organisierte seine Beerdigung und kümmerte sich um sein Vermächtnis. Um sie dreht sich dieser Film.

Im Fokus steht dabei ein nachgespieltes Interview für das LIFE Magazin, bei dem Jackie Kennedy nach der Beerdigung ihres Mannes in ihrem Sommerhaus in Massachusetts interviewt wird. Entlang ihrer Berichte und Kommentare zu der Zeit seit dem Attentat bis zur Beerdigung John F. Kennedys wird die Geschichte erzählt.

Immer wieder wechselt der Film von Interviewszenen zu den Geschehnissen nach dem Attentat. Damit wird man hautnah in die Erlebnisse aus Jackie Kennedys Sicht hereingezogen und hört gleichzeitig ihre Meinung zur Politik und dem Vermächtnis ihres Mannes, ihren Kampf mit ihrem Ruf als First Lady und die Frage, was aus ihr nach dem Tod ihres Mannes wird, zu einer Zeit, in der die Meinung und das Können von Frauen noch seltener berücksichtigt werden.

Wer spielt mit?

Jackie bei der Beerdigung ihres Mannes J. F. Kennedy.
 

Natalie Portman spielt ihre Rolle als Jackie Kennedy so gut, dass man fast vergisst, dass man sie schon aus Filmen wie „Black Swan“, „V wie Vendetta“ und „Star Wars Episode I-III“ kennt. Ihr zur Seite stehen Peter Saarsgard als Jackies Schwager Bob Kennedy, Greta Gerwig als ihre Freundin und Privatsekretärin Nancy Tuckerman.

 

Auf einen Blick
Action: ✪ ✪     
Romantik: 
Humor:  ✪
Niveau:  ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor:  ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
 
Filmischer Augenschmaus?

Die Kostüme und Kulissen sind so realistisch, dass man sich direkt in die USA der 60er Jahre zurückversetzt fühlt. Aufnahmen für das Fernsehen im Weißen Haus werden in Schwarz-Weiß gezeigt und Natalie Portman sowie alle anderen Schauspieler spielen ihre Rollen so überzeugend, dass man kurz zweifelt, ob die Schwarz-Weiß-Aufnahmen tatsächlich neu gedreht sind oder hier Archivmaterial genutzt wird.

Gibt's was zu meckern?

In dem Hollywood-Film wird einiges an Wissen über die US-amerikanische Geschichte vorausgesetzt. Kinder an einer amerikanischen Highschool lernen das wahrscheinlich; hier aber sollte man sich vor dem Film noch mal ein wenig über John F. Kennedy und die US-amerikanische Politik der 1960er informieren.

Braucht man Taschentücher?

Ja. Wenn man sieht, wie Jackie Kennedy ihren toten Mann im Arm hält, wie sie ihren Kindern erzählt, dass ihr Vater gestorben ist und wie sie versucht eine Präsidentenbeerdigung zu organisieren ohne dabei die Nerven zu verlieren, bleiben wohl die wenigsten Augen trocken.

Mit wem angucken?

Mit dem Geschichtsnerd im Freundeskreis. Er oder sie sollte aber die Klappe halten können, wenn es an die emotionalen Szenen geht.


Jackie muss sich aus dem Schatten ihres verstorbenen
Mannes kämpfen.

 
Was macht man danach?

Sich über John und Jackie Kennedy und US-amerikanische Politik (nein, ausnahmsweise nicht Trump) informieren und freuen, dass man nicht mit einem Präsidenten verheiratet ist.

In 3 Worten:

Dramatisch, historisch, emotional.

 

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Im Kino wird man definitiv mehr in die Dramatik der Geschichte hineingezogen. Der Film lebt aber nicht von einzigartigen Bildern oder großen Special Effects, deshalb kann man den Film auch auf dem kleinen Bildschirm gucken.

Mainstream oder Independent?

Der Film ist zwar eine Hollywood-Produktion mit einer bekannten Schauspielerin in der Hauptrolle, wir aber wohl durch seine Thematik und sein Genre zumindest in Deutschland nicht zu den meistgesehensten Filmen werden.

Jackie

Regie: Pablo Larrain
Schauspieler: Natalie Portman, Peter Sarsgaard, Greta Gerwig, Billy Crudup
Kinostart: 26.01.2017
Länge: 100 Minuten
Genre: Drama
FSK: 0

 

 

Text: Jelena Malkowski
Bildmaterial: © Tobis Film

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