Nachgefragt

„Jeder kann sich der ganzen Welt präsentieren“

Erfolgreiche YouTuber wie Unge, DagiBee oder LeFloid machen deutlich: Die Videoplattform ist in Deutschland angesagter denn je. Doch wer steckt hinter der Videoplattform und wie lässt sich damit Geld verdienen? Wir haben bei Robert Lehmann vom YouTube-Team Deutschland nachgefragt.

01. September 2015 - 15:11
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Beigetreten: 25.08.2014

SPIESSER: Was ist YouTube eigentlich?

Robert: YouTube ist eine Plattform, die es Milliarden von Menschen ermöglicht, selbst erstellte Videos zu entdecken, anzusehen oder mit anderen zu teilen. Von Musik, Sport und Comedy zu DIY, Beauty und Gaming bis hin zu News und Wissen – alle Interessen sind auf der Plattform vertreten.

Wer steckte ursprünglich hinter der Plattform? Welche Grundidee gab es?

2005 stellten die YouTube-Gründer Chad Hurley und Steve Chen ein kleines Problem fest: Es gab zwar viele Möglichkeiten, Videos aufzunehmen, aber noch keinen einfachen Weg, Videos mit anderen Menschen zu teilen. Im Februar 2005 registrierten sie YouTube als Namen für die heute größte Videoplattform der Welt. Das erste hochgeladene Video „ Me at the Zoo” verkörperte die grundlegende Idee hinter dieser neuen Plattform: Jeder kann einfach eine Kamera anschalten und sich selbst und seine Videos der ganzen Welt präsentieren. Nach einigen Testmonaten ging youtube.com im Dezember 2005 offiziell als Webseitean den Start.

Robert Lehmann, 31,

ist Pressesprecher für YouTube in Deutschland. Vor seinem jetzigen Job hat er bereits einen Kurzfi lm über
YouTube gedreht – und interessiert sich auch privat für Video und Film. Für ihn ist die Videoplattform eines der aufregendsten Kapitel der Internetgeschichte.

Wie hat sich YouTube entwickelt?

Seit 2005 hat sich bei YouTube vieles verändert: Mittlerweile
werden jede Minute rund 400 Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen und die Plattform hat mehr als eine Milliarde Nutzer weltweit pro Monat. YouTube Videos können heute zudem in 3D oder auch Ultra HD (4k) Aufl ösung gezeigt werden. Außerdem können seit 2007 YouTube-Künstler ihre Videos nicht nur einem weltweiten Publikum präsentieren, sondern damit auch Geld verdienen. YouTube unterstützt sie auch mit einer Reihe an Programmen und Tools, die ihnen helfen, bessere Inhalte zu erstellen und ein Publikum aufzubauen. Dazu zählen unter anderem die „YouTube Spaces” in London, L.A., Tokio, New York, São Paulo und Berlin – Orte, die zum Lernen, Vernetzen und Erschaffen von großartigen Ideen und Videos einladen.

Was hat es mit dem YouTube Space in Berlin auf sich?

Das YouTube Space Berlin wurde gemeinsam mit der Met Film School Ende April eröff net. Es hilft YouTube-Machern bei ihrer Erstellung neuer Videos, bei der Zusammenarbeit und dem Austausch mit anderen Kanälen. Das YouTube Space stellt ein professionelles Umfeld bereit, damit YouTube-Künstler ihre Geschichten zum Leben erwecken können: einen Greenroom, zwei regelmäßig wechselnde Filmsets (aktuell: ein Hotelzimmer sowie ein Wohnzimmer/Barbereich), ein Chillout-Bereich, ein Vorführraum, ein Maskenraum, eine Postproduktion sowie ein 140 Quadratmeter großes Studio. Ausgestattet mit neuester Audio-, Video- und Schnitttechnik, steht hier alles zum Experimentieren und Produzieren von Videos bereit. Der Zugang und die Nutzung des YouTube Space ist für die Künstler mit einem eigenen Kanal und über 1.000 Abonnenten natürlich kostenfrei. Wer im YouTube Space Videos produzieren möchte, muss jedoch mindestens 18 Jahre alt sein. Regelmäßig stattfi ndende Workshops stehen allen interessierten YouTubern offen und sind auch kostenfrei. Eine weitere Besonderheit des Space ist, dass ihn auch die Studenten der Film School benutzen können.

Wie funktioniert YouTube heutzutage? Wie kommt damit Geld rein?

Da die Produktion von guten Videos nicht nur viel Zeit, sondern häufig auch Geld kostet, möchte YouTube Videokünstler dabei unterstützen, Geld mit ihren Videos zu verdienen. Deshalb hat YouTube das sogenannte Partnerprogramm gestartet. Über eine Million Videokünstler aus über 30 Ländern weltweit nutzen bereits diese Möglichkeit.

Was sind eigentlich die sogenannten Netzwerke und wie funktionieren sie?

Netzwerke unterstützen und fördern talentierte Videomacher und entwickeln gemeinsam mit den Künstlern neue Formate, helfen bei der Produktion und kümmern sich um die Vermarktung der jeweiligen YouTube-Kanäle.

Hat YouTube Einfluss darauf, was hochgeladen wird/werden kann?

Nein, YouTube stellt den Videomachern lediglich die technische Plattform zur Verfügung. Wichtig ist uns aber ein respektvolles Verhalten in der Community, daher haben wir verbindliche Community Guidelines und Nutzungsbedingungen.

Welcher YouTube-Typ bist du?
Mach mit bei unserem Test und finde heraus, mit welchen Videos du auf YouTube so richtig durchstarten kannst!

Interview: Mireille Huditz
Illustration: Diana Stuck

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