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Jennifer Hof: Vom Knobeln und Freuen wie ein Honigkuchenpferd

Jennifer Hof: Kurze blonde Haare, ein süßes Lächeln und vor allem unendlich lange Beine. So kennen wir sie aus der dritten Staffel von „Germanys Next Topmodel“. Doch Jennifer ist längst nicht mehr Heidis Jüngling und bewegt sich heute lieber im Zahlendschungel der Steuern: Sie ist mitten in der Ausbildung zur Steuerfachangestellten und wirklich begeistert. SPIESSER-Autorin Leonie hat mit ihr gesprochen.

24. Dezember 2015 - 10:14
SPIESSER-Autorin LeoOleo.
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LeoOleo Offline
Beigetreten: 01.12.2012

Leonie: Hallo Jennifer. Das ist ja schon ein ordentlicher Karrierewechsel, den du da hingelegt hast. Wie kam es dazu?

Jennifer: Ich glaube, ausschlaggebend war der Punkt, dass ich schwanger wurde und gesagt habe, ich möchte etwas Handfestes, damit ich auch meinem Kind etwas bieten kann.

Kannst du mir ein bisschen von deinem Ausbildungs-Alltag erzählen?

Ja, ich mache eigentlich größtenteils die Arbeit, die eine ausgelernte Steuerfachangestellte auch macht. Unter anderem z.B. die Vorbereitung der Buchhaltung oder der Einkommenssteuer. Jetzt habe ich mich auch mithilfe meiner Kollegen das erste Mal mit Jahresabschlüssen beschäftigt. Natürlich muss ich auch mal nicht so anspruchsvolle Dinge tun, das bleibt nicht aus. Aber größtenteils Fachbezogenes und Dinge, bei denen ich viel lernen kann.

Wie warst du in deiner Schulzeit denn in Mathe?

Ja (lacht), tatsächlich war es so, dass ich vor dem Bewerbungsgespräch für diese Ausbildung erst einmal einen Mathetest machen musste, den ich wohl auch ganz gut gemacht habe. Und ja, in der Schule mochte ich Mathe eigentlich immer gerne. Gleichungen lösen zum Beispiel, ein bisschen knobeln und überlegen, wie man da rangehen kann. So ist das eigentlich auch in dem Job.

Ja, mein Freund, der auch Steuerfachangestellter wird, meinte auch, es drehe sich auch nicht um „Abiturmathematik“!?

Steuerfachangestellte brauchen einfach ein Verständnis für Mathematik. Wichtig sind zum Beispiel Dreisatz und Prozentrechnung. Mit „19 Prozent Umsatzsteuer“ sollte man schon etwas anfangen können.

Im Hinblick auf deinen vorigen Job hat sich sicherlich einiges verändert. Gerade der Ruf des Steuerfachangestellten schreit mehr nach Büroarbeit. Ist das so?

Klar, es sind verschiedene Welten. Also Modeln ist wirklich reisen, unterwegs sein, viele Menschen treffen. Aber wenn man dann Mutter geworden ist, hat man doch ein ganz anderes Verantwortungsgefühl und ist froh, dass man diesen Job hat. Froh, um diese Sicherheit, die dieser Job auch bietet. Egal, wo es einen hin verschlägt, als Steuerfachangestellter hat man tausend Möglichkeiten: Man kann sich weiterbilden und eines Tages sogar Steuerberater werden. Man kann aber auch ganz die Branche wechseln. Mit dem Expertenwissen dieser Ausbildung ist man ein gefragter Mitarbeiter, weil man sich einfach mit Steuern auskennt. Und das ist einfach wichtig für jeden, weil alle mit Steuern zu tun haben.

Mir wurde erzählt, dass die Ausbildung sehr eintönig sei, besagter Freund meinte, er hätte oft nach Beschäftigung suchen müssen. Was ist deine Meinung?

Ich habe relativ früh einige eigene Buchhaltungen reinbekommen, deswegen hatte ich auch immer relativ viel zu tun. An Fristtagen muss ich manchmal auch ganz schön Gas geben. Leerläufe kommen schon mal vor, wenn die Mandanten die Belege nicht rechtzeitig bringen. Da wartest du auf die Arbeit, obwohl der Schreibtisch voll ist. Die Belege lassen aber meist nicht lang auf sich warten.

Was magst du denn besonders gern an deiner Ausbildung?

Ja, eigentlich schon die Buchhaltung, ich mach total gerne Buchhaltung (kichert). Wenn meine Kollegen mich dann loben und mir sagen, dass ich es gut gemacht habe, freu ich mich dann immer wie ein Honigkuchenpferd.

Wie ist das mit einer Übernahme? In vielen Ausbildungen ist gerade das ja ein heikles Thema für Auszubildende. Haben Steuerfachangestellte bessere Chancen?

Einer der Chefs, quasi der für uns Azubis zuständig ist, hat damals gesagt, dass sie auch ausbilden, um die Fachleute in der Steuerberatungsgesellschaft zu halten. Weil sie dann auch wissen, mit wem sie es zu tun haben und die Leute schon wissen, wie es im Haus abläuft. Die meisten Steuerfachangestellten, die ich kenne, wünschen sich von ihrer Kanzlei übernommen zu werden und haben dabei gute Chancen.

Möchtest du zum Abschluss noch etwas loswerden?

Ja, dass es wichtig ist, sich Gedanken zu machen, bevor man über die Ausbildung urteilt. Denn sie ist nicht so öde und langweilig, wie viele behaupten. Wie in jedem Job muss man einfach die passende Kanzlei für sich finden. Ich habe wirklich viel Spaß. Jemand, der gern seinen Kopf einsetzt, gern knobelt, ehrgeizig ist und nicht gleich aufgibt, für den ist die Ausbildung zum Steuerfachangestelllten eine echte Perspektive.

Jennifer, vielen Dank für das Gespräch und weiter viel Erfolg bei deiner Ausbildung!

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit
der Bundessteuerberaterkammer.

 

Interview: Leonie Ruhland
Foto: Bundessteuerberaterkammer, bearbeitet durch Claudia Wehner

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