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Jugendwettbewerb „jugend creativ“: Was ist Glück?

Diese Frage hat sich wohl jeder schon gestellt und quälte gewiss schon so manchen Philosophen. Der internationale Jugendwettbewerb „jugend creativ“ ruft in diesem Jahr Kinder und Jugendliche dazu auf, die Frage nach dem Glück künstlerisch zu bearbeiten. SPIESSER-Autorin Naomi hat den Wettbewerbsteilnehmer Andrew Friedrich interviewt und mit ihm über Lottoscheine, freche Vögel und die Definition von Glück gesprochen.

10. Dezember 2019 - 14:37
SPIESSER-Autorin Blütenblatt.
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Blütenblatt Offline
Beigetreten: 12.09.2019

Andrew Friedrich, 19 Jahre alt, ist ein passionierter Künstler, der schon in jungen Jahren das Malen und Zeichnen für sich entdeckte. Die Freie Waldorfschule Wahlwies verließ er im Jahr 2018 vorzeitig, um nach Australien zu reisen. Dort lebt und malt er nun bereits seit einem Jahr und gibt sich ganz der Kunst hin. Sollte es ihn wieder in die Heimat ziehen, möchte er sich entweder an einer Kunsthochschule bewerben oder Bühnenbilddesign studieren.


Ein Selbstportrait von Andrew Friedrich
Instagram: @andrewfriedricharts

Der junge Künstler hat bereits zwei Mal an dem Baden-Württembergischen Jugendkunstpreis teilgenommen. Bei seinem ersten Versuch, 2017 hat es sein Bild leider nicht unter die 40 Besten geschafft, doch im Jahr 2018 war er einer der acht Gewinner des Wettbewerbs.

Da er sich gerne neuen Herausforderung stellt, wagt er sich in diesem Jahr an den Wettbewerb „jugend creativ“ zum Thema „Glück ist …“. Seine Motivation dahinter ist das vorgegebene Motto, das ihn herausfordert und die Möglichkeit, mehr Menschen mit seiner Kunst zu erreichen. Für seine Beiträge zu themenspezifische Wettbewerben lässt er sich sehr unterschiedlich inspirieren. Bei seinem ersten Wettbewerb habe er das Bild bereits im Kopf gehabt, bevor er den Wettbewerb entdeckte, erklärt Friedrich. Bei seiner zweiten Teilnahme am Baden-Württembergischen Jugendkunstpreis wurde er, an einem sonnigen Frühlingsnachmittag, von der Vision seines Bildes überrascht.


Um auf Ideen zu kommen, erstellte Friedrich eine Mindmap
Erste Entwürfe

Bei seiner diesjährigen Wettbewerbsteilnahme bei „jugend creativ“ geht Andrew Friedrich das ganze strukturierter an und hat sich eine Mindmap erstellt. 

„Ich habe Sachen aufgeschrieben, die ich mit Glück verbinde, daraus resultierend habe ich die Zeichnungen von dem Maler auf dem Berg, dem Schauspieler auf der Bühne und das Bild, aus dem die Frau herauskommt, angefertigt“, erläutert der gebürtige Wahlwieser.
„Dann hatte ich noch die Idee von einem Wanderer, der auf einem Berg steht und die Landschaft malt, die gleichzeitig auch die Realität ist, in der er sich gerade befindet und die in Fotos aus seiner Tasche herausfliegt. Die Idee dahinter ist, dass man sich seine eigene Zukunft ausmalt und dass es dich glücklich macht, wenn die Vorstellung zu Realität wird. Also Glück im Sinne von Erfüllung.“


Der Kookaburra hat gerade nochmal Glück gehabt.

Die Skizze des Vogels zeige hingegen den ganz herkömmlichen Sinn von Glück. Bei dem Vogel handelt es sich um einen Kookaburra, der ein dickes Stück Fleisch stiehlt und gerade noch so davonkommt. „In einem Hostel in Australien saßen die Kookaburras immer in den Bäumen und man musste höllisch aufpassen, dass sie einem nicht das essen vom Teller klauen. Die Vögel sind sehr dreist und selbstbewusst, aber auch total niedlich“, erklärt Friedrich seine Skizze. Das Bild würde er im Cartoonstil zeichnen, falls er es wirklich umsetzen sollte.


Die Frau, die aus dem Bild herauskommt

Ein weiterer Entwurf stellt einen Bauarbeiter dar, der nicht gerade reich aussieht aber sein Essen mit einem Bettler teilt. Der wiederum gibt etwas von dem Essen an einen Hund ab. „Eine für mich große Form des Glücks ist das Teilen, in diesem Fall das Teilen von Lebensmitteln“, erläutert der Wettbewerbsteilnehmer. „Ich will die Idee aber noch ein bisschen mehr ausführen und vielleicht auch die Perspektive ändern.“

Erfüllung und Glück

Andrew Friedrich fährt fort und erzählt, dass er sich zwar schon einige Gedanken gemacht habe, aber ihm viele der Ideen noch zu schwammig und unkonkret seien. Das Bild der Teilenden wolle er aber weiterverfolgen.


Friedrichs aktuelle Lieblingsidee: Ein Bild
des Teilens

„Ich tue mich ein bisschen schwer mit der Definition, was ist Glück. Ich habe mir tatsächlich schon überlegt, ob ich das einfach mal googeln soll“, fügt er lachend hinzu. Trotz der Zweifel an seiner Definition kann der 19-Jährige die abschließende Frage, was Glück für ihn bedeutet, nach nur kurzem Zögern beantworten: „Glück für mich ist oft Erfüllung. Erfüllend kann vieles sein, wie die Leidenschaft für einen anderen Menschen, Kunst oder das Schauspielern, wie es bei mir der Fall ist. Etwas, bei dem man in einen puren Rausch hineinkommt. Dieser Rausch kann sowohl durch äußerlich Eindrücke, wie die Natur, ausgelöst werden, als auch durch das innere Streben und ans-Ziel-Kommen. Das ist beides Glück für mich. Wenn man im Lotto gewinnt, ist das natürlich auch Glück, aber seelische Erfüllung wird man damit und durch Materielles generell nicht gewinnen.“

 

 

jugend creativ
Der internationale Jugendwettbewerb „jugend creativ“ gilt als einer der größten Jugendwettbewerbe seiner Art weltweit. Die diesjährige Wettbewerbsrunde läuft seit 1. Oktober 2019 zum Thema „Glück ist ...“. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 13 sowie Jugendliche bis einschließlich 20 Jahre, die nicht mehr zur Schule gehen, in den drei Kategorien Bildgestaltung, Kurzfilm und Quiz.
Einsendeschluss ist der 21. Februar 2020. Die Teilnahmebedingungen findet ihr hier.
 

Text: Naomi Asal
Bildmaterial: Andrew Friedrich

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