Kinofeeling

Jurassic World

Zehn Jahre später als erwartet, aber um einiges lauter, furchteinflößender und hungriger als alle Vorgänger, entern die Dinosaurier wieder unsere Leinwände. Mit Jurassic World erscheint der vierte Teil der Jurassic Park Saga und eröffnet eine neue Dino-Epoche. SPIESSER-Autorin Jenifer hat sich ins Gehege getraut und ging auf Tuchfühlung.

12. Juni 2015 - 13:45
SPIESSER-AutorIn Jenifer Girke.
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Jenifer Girke Offline
Beigetreten: 10.06.2015

Worum geht's?

Der Traum des Jurassic-Park-Schöpfers John Hammond geht endlich in Erfüllung: Die Islar Nubla wurde in einen gigantischen Vergnügungspark umgewandelt, der jährlich Millionen von Besucher lockt. Mit kapitalistischer Habgier entwickeln die Parkbetreiber eine neue Superattraktion: den Indominus Rex. Ohne dessen Intelligenz und Kraft einschätzen, geschweige denn steuern zu können, ziehen sie ihn in einem fernen Gehege auf, vollständig isoliert von jeglichen Artgenossen. Als sich die gefährliche Kreatur aus dem Zwinger befreit, geht sie auf die Jagd und tötet ohne Rücksicht. Der große Dino-Flüsterer Owen schnallt sich den Heldengürtel um und versucht, die Park-Leiterin Claire sowie ihre beiden Neffen zu retten.


Als Dino-Flüsterer ist Chris Pratt einfach zum
Dahinschmelzen.
Wer spielt mit?

Frauenschwarm Chris Pratt schaut man (bzw. frau) gerne zu, wie er sich als Tierliebhaber durch den schlammigen Dschungel kämpft. Die schöne Claire, gespielt von Bryce Dallas Howard (bekannt aus The Help), durchlebt eine leicht vorhersehbare Wandlung von der erfolgsorientierten Geschäftsfrau hin zur fürsorglichen Tante und verliebten Dino-Kämpferin. Vincent D’Onofrio verkörpert gekonnt den Bösewichten Vic Hoskins und steht repräsentativ für das menschliche Versagen in der Geschichte. Außerdem gibt es eine Reihe an talentierten Nebendarstellern, so wie Jake Johnson (aus der US-Sitcom New Girl), der in seiner Rolle als Lake eine erfrischende Brise Humor mit in den Film bringt. Auch Ziemlich Beste Freunde Star Omar Sy ist mit am Start und steht als Held zweiter Reihe stets hinter seinem Freund Owen.

Filmischer Augenschmaus?

Schnelle Schnitte, kurze Sequenzen, viel Dschungel und noch mehr fletschende Zähne – wer darauf steht, der ist in Jurassic World genau richtig. Der Regisseur schafft es, durch geschickte Einbindung vieler amüsanter Anekdoten und Situationskomik den Film in ein 124-minütiges, sehenswertes Unterhaltungsformat zu packen. Was man sich sparen kann, ist der 3D-Aufpreis. Obwohl fliegende, schwimmende, laufende und fressende Großsäugetiere viel Potenzial haben, spannende 3D-Effekte miteinzubinden, fällt der Unterschied kaum auf.

Braucht man Taschentücher?

Wenn man es nur schwer ertragen kann, wie Dinosaurier ganze oder halbe Menschen verschlingen bzw. wie große Dinosaurier kleinere Dinosaurier jämmerlich verkümmern lassen, dann ja. Der Film hat eine dramatische Seite, die vor allem durch emotionale Dialoge nicht zu kurz kommt.

Mit wem angucken?

Neben tötenden Bestien werden viele andere Themen angesprochen: Es gibt ein Familiendrama, eine Lovestory und etwas Gesellschaftskritik ist auch dabei. Von daher hat man bei seiner Begleitung freie Wahl: das erste Date zum Händchen halten, die beste Freundin, wenn es schnulzig wird, der kleine Bruder, wenn die Dinos kommen oder der befreundete Philosoph aus der Nachbarschaft, um anschließend über die verheerenden Auswirkungen eines rücksichtslosen Kapitalismus zu debattieren.

Was macht man danach?

In den Streichelzoo gehen. Oder noch besser: ein Kätzchen aus dem Tierheim aufnehmen.

In 3 Worten:

actionreich, unrealistisch, amüsant

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Ein Indominus Rex ist nicht für den kleinen Bildschirm gemacht. Er braucht ein großes Gehege und sehr viel Platz.

Mainstream oder Independent?

Ein Film, dessen Titel das Wort „Jurassic“ beinhaltet, kann kein Mainstream sein, da es etwas besonderes sein muss. Gleichzeitig kann dieser Streifen genauso wenig Independent sein, schließlich erzählt er zum vierten Mal eine Story mit Dino, Park und Held. Regisseur Colin Trevorrow bemüht sich sehr, den traditionellen Jurassic-Park-Fan abzuholen und ebenso den nicht-vorbelasteten Newcomer mitzureißen.

Jurassic World

Regie: Colin Trevorrow
Darsteller: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Vincent D’Onofrio, Omar Sy, Jake Johnson, Irrfan Khan
Kinostart: 11. Juni 2015
Länge: 124 Minuten

 

 

Text: Jenifer Girke
Foto: Universal Pictures

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