Kinofeeling

KEDI – von Katzen und Menschen

Als die eigentlichen Herren der Stadt streifen Katzen zu Tausenden durch Istanbul. Frei und frech machen sie sich die Straßen und Lokale zu ihrem Zuhause. SPIESSER-Redakteurin Polina über die außergewöhnliche Liebeserklärung an die schnurrenden Vierbeiner.

08. August 2017 - 13:45
SPIESSER-Autorin Individuot.
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Individuot Offline
Beigetreten: 01.07.2014

Worum geht's?

Um Katzen, um Menschen, um Istanbul. „KEDI – von Katzen und Menschen“ ist ein Dokumentarfilm über Katzen in Istanbul und ihre „Besitzer“. Als Zuschauer lernt man mehrere getigerte und gefleckte Protagonisten kennen, streift mit ihnen durch die Gassen, klaut Fisch auf dem Basar und legt sich mit Kontrahenten an. Parallel erzählen Menschen, die mit diesen Katzen oft verkehren – Besitzer kann man sie nun wirklich nicht nennen –, wie die Katzen zu ihnen gekommen sind, was sie ihnen bedeuten und welchen Effekt die kleinen Tiger auf sie haben. Durch geheimnisvolle Augen und mit Sonne auf dem Fell erhascht man als Zuschauer außerdem einen ganz ungewöhnlichen und spannenden Blick auf Istanbul.

Auf einen Blick
Action: ✪
Romantik: ✪ ✪
Humor: ✪ ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪ ✪ ✪
Wer spielt mit?

Da es sich um eine Doku handelt, gibt es keine Schauspieler. Die Protagonisten sind Menschen und Katzen, die in Istanbul genau so leben, wie der Film es zeigt.

Filmischer Augenschmaus?

Vieles an diesem Film ist sehr gelungen: Die verschiedenen Nahaufnahmen von Cai-Gläsern, Basar-Ständen und Katzenaugen, die Kamerafahrten, die sich an die Pfoten der Protagonisten heften, werden untermalt mit fernöstlichen Klängen und ergeben zusammen ein fein abgestimmtes Filmerlebnis. Mal verträumt, mal lebendig will man genauso durch die Straßen schlendern, Katzen hinterm Ohr kraulen und auf dem Basar einkaufen.

Gibt’s was zu meckern?

Nein. Es ist eine Doku, es geht um Katzen – wer hier Action und viel Liebesdrama erwartet, ist selber schuld. Wobei das Liebesdrama noch nicht einmal ausbleibt …

Braucht man Taschentücher?

Nee. Aber so ein schnurrendes Tierchen auf dem Schoß wäre super.

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Mit wem angucken?

Mit der eigenen Katze oder mit anderen Katzenliebhabern. Auf keinen Fall mit Menschen, die von „ooooh!“ und „aaaah!“ und „Gott, sind die süß!“ schnell genervt sind.

Was macht man danach?

Den nächsten Flug nach Istanbul buchen und den Napf des eigenen Schnurrminators schön voll machen.

In 3 Worten:

Verschmust, unabhängig, besonders

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Beides eine gute Idee. Auf der großen Leinwand kommt die Schönheit Istanbuls erst richtig zur Geltung, zuhause auf dem eigenen Sofa lässt sich besser schmusen. Und zuhause nervt man nicht ganz so viele Menschen mit unabwendbaren Lauten der Verzückung.

Mainstream oder Independent?

Ganz eindeutig independent.

KEDI – von Katzen und Menschen

Regie: Ceyda Torun
Darsteller: Keine
Kinostart: 10. August 2017
Filmlänge: 79 Minuten
Genre: Kinodoku

 

 

Text: Polina Boyko
Bildmaterial: © Weltkino

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