Beruferoulette

Keine Angst vor Rampenlicht

Mit Journalisten hat Eva Beringer (29) in ihrem Berufsalltag häufig zu tun. Normalerweise
spricht sie mit ihnen über car2go, die Firma für die sie arbeitet. Für SPIESSER-Autorin Miri hat
die Pressereferentin eine Ausnahme gemacht und erzählte von ihrem spannenden Beruf.

26. April 2016 - 13:15
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mirabelle Offline
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Corporate
Communication
Specialist

Dein Traumjob, denn du …
• berichtest den neuen Leuten, die du kennenlernst,
begeistert von den Dingen, für die dein Herz schlägt
• magst flexible Arbeitszeiten
• nimmst gerne die Rolle des Vermittlers ein

Das gehört dazu:
• Empathie, Offenheit und Kommunikationsfähigkeit
• Freude am Schreiben und Freude an Zahlen

Wie du es wirst:
• mit einem Uni- oder Fachhochschulstudium
im Bereich der Kommunikation
• als Quereinsteiger mit einer Menge Praxiserfahrung
durch Praktika und Werkstudenten-Jobs

Der Getränkeautomat im Eingangsbereich der car2go-Zentrale in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart lässt keinen Wunsch offen. Eva Beringer und ihr Kollege, der Werkstudent Moritz Moser, fragen mich, was ich trinken will. Zur Auswahl stehen verschiedenste Teesorten, Kaffee, Espresso, Sprudel und Wasser mit und ohne Geschmack. Für die Mitarbeiter von car2go alles kostenlos. Ich bin jetzt schon beeindruckt.

Car2go ist ein junges Unternehmen mit einer jungen Unternehmenspolitik. „Mir gefällt die Kombination aus etwas Innovativem, Neuem und der Sicherheit, trotzdem den Konzern im Rücken zu haben“, erzählt Eva. Innovativ und neu: Damit meint sie das Konzept des Carsharing-Dienstes. Kunden können sich per App die nächstgelegenen car2go-Autos anzeigen lassen, eines reservieren und direkt mit der App aufschließen, losfahren und es später einfach überall wieder abstellen. Fast genauso, als wäre es der eigene Wagen.

Der Konzern im Rücken, von dem Eva redet, ist kein geringerer als die Daimler AG. Keine große Überraschung bei einem Unternehmen, das direkt bei Stuttgart sitzt. Trotzdem frage ich mich, welches Interesse ein so erfolgreicher Automobilhersteller denn an Carsharing haben kann? Moritz klärt mich auf: „Carsharing wird ja eher von Menschen genutzt, die in der Stadt nur selten ein Auto brauchen oder die sich noch kein eigenes Auto leisten können.“

Eva fügt hinzu: „Damit ergänzt car2go eher das Angebot von Daimler, als dem Unternehmensziel zu widersprechen“. Als sie mir das erklären, merke ich, Eva und Moritz sind ganz in ihrem Element. Kein Wunder, schließlich ist genau das ihr Job: Zwischen dem Unternehmen und der Öffentlichkeit – in dem Fall mir – zu vermitteln.

 

Kreativ muss man sein

Evas Werdegang ist ganz klassisch gewesen: An der Stuttgarter Hochschule der Medien hat sie ihren Bachelor in Werbung und Marktkommunikation gemacht und dabei während mehrerer Praktika schon einmal in ihren künftigen Beruf reingeschnuppert. Danach hat sie den Master in Kommunikationsmanagement an der Uni Hohenheim oben draufgesetzt.


Let's go mit Car2go

„Ich habe mich schon immer für Kunst und Mathe interessiert, deswegen war die Mischung aus etwas Kreativem mit der BWL-Komponente perfekt“, erzählt Eva, „und auch, wenn’s typisch klingt: Irgendwas mit Medien. Genau das hat mich von vorneherein gereizt“.

Auch Moritz, der gerade noch seinen Master in Kommunikationsmanagement macht und Eva als Werkstudent unterstützt, sagt: „Man muss einerseits die Funktionsweise von Unternehmen verstehen und andererseits gut kommunizieren können. Diese Verknüpfung von beidem finde ich sehr spannend“.

Kein Tag sei wie der andere, versichern mir beide. Da gebe es die vorhersehbaren Dinge, wie die Herausgabe von Pressemitteilungen oder die Planung von medientauglichen Events. Immer wieder kommen aber auch Aufgaben auf sie zu, die sich vorher nicht planen lassen – die Anfrage von SPIESSER mit Eva über ihren Beruf zu sprechen zum Beispiel. „Man darf kein Problem damit haben, auch mal im Rampenlicht zu stehen“, lacht Eva.

Und ich finde, das macht sie richtig gut!

Begeisterung rüberbringen

Eva zeigt eins der Elektrofahrzeuge.

Zum Schluss wollen sie und Moritz es sich nicht nehmen lassen, mich einmal mit einem car2go herumzufahren. Mir ist das recht – ich freu mich!

Eva zeigt mir, wie die Buchung über das Smartphone funktioniert – tatsächlich ähnlich einfach, wie eine Pizza zu bestellen. Als wir im Wagen sitzen, schaltet sie testweise den Motor an. Nichts ist zu hören. „Ist alles in Ordnung?“, will ich von ihr wissen.

Aber meine Sorge ist unbegründet: An vier der weltweit 29 car2go-Standorten sind alle Wagen Elektrofahrzeuge, so auch hier in Stuttgart. „Ich sehe da auch einen Bildungsauftrag“, sagt Eva. „Durch car2go kommen einige Leute erstmals mit Elektroautos in Kontakt. Und die sind ja schließlich die Zukunft“.

Text: Miri Watson
Fotos: Benjamin Ulmer

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