Mittagspause mit ...

Läuft bei euch!

Von wegen in Ruhe essen. Oliver Brüggen joggt lieber ein paar Runden im firmeneigenen Stadion. Der Pressechef von adidas nimmt SPIESSER-Autorin Susanne zum Laufen mit und erzählt, warum adidas und Fußball einfach zusammengehören und ob ein Einser-Abi wirklich so wichtig ist.

31. Mai 2016 - 10:28
SPIESSER-AutorIn dezemberistin.
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dezemberistin Offline
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Lockerflockig bei der Mittagspause
Joggen in der Mittagspause – sieht so wirklich der Alltag bei adidas aus?

Auf jeden Fall. Auch Geschäftliches wird bei uns auch schon mal bei einem gemeinsamen Ausdauerlauf besprochen. Und vor einer Weile hatte ich hier einen jungen Mann zum Vorstellungsgespräch da – mit dem habe ich mir ein Tischtennisduell geliefert. Ich wollte sehen, ob er nur Sprüche klopfen kann oder wirklich etwas drauf hat.

Was muss ich denn mitbringen, wenn ich mich bei adidas bewerben will?

Was nutzt ein Super-Abi oder ein Studium im Schnelldurchgang ohne jede Euphorie für den Sport? Wir suchen Menschen, die sich begeistern lassen und andere begeistern können. Die mitten im Leben stehen, neugierig sind, einen eigenen Kopf haben, kontaktfreudig sind und natürlich den Sport lieben. Entscheidend ist der gesamte Eindruck und das ist auch nur gerecht. Aber wenn wir zwei gleich gute Bewerber haben, der eine aber zum Beispiel Marathon läuft und der andere nicht – klar, wir entscheiden uns für den Marathonläufer. Er ist näher dran an unserem Unternehmen, er weiß, wie Sportler denken und was Sport bedeutet – und das kann man nicht lernen.

Oliver Brüggen

Oliver Brüggen ist Senior Director Public Relations für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei adidas. Während seines BWL-Studiums begann er Fußballberichte für Zeitungen zu verfassen. Nach einem Praktikum beim Radio, einem Volontariat beim Lokalfernsehen und einer Anstellung als Sportredakteur und -moderator beim Bayerischen Fernsehen kam Oliver Brüggen in den 90er Jahren zu adidas. Dort ist der 48-Jährige seit 20 Jahren in der Kommunikation tätig. Das Unternehmen aus Herzogenaurach ist einer der größten Sportartikelhersteller der Welt und beschäftigt derzeit 55.555 Mitarbeiter.

Also die Begeisterung für Sport …

… steht über allem. (lacht) Darüberhinaus sind gute Englischkenntnisse eine wichtige Voraussetzung. Englisch ist bei uns keine Fremdsprache, sondern Firmensprache. In unserer Konzernzentrale arbeiten 4.500 Kolleginnen und Kollegen aus mehr als 86 Ländern. Das Durchschnittsalter liegt bei rund 35 Jahren. Dieses internationale Umfeld inspiriert uns jeden Tag neu.

Was gehört zur Arbeit eines Pressechefs?

Unsere Abteilung ist die Anlaufstelle für alle Medien. Wir beantworten rund 10.000 Anfragen im Jahr. Darunter teilweise auch sehr kuriose. Als 2011 William und Kate geheiratet haben, haben wir einen Anruf von einem Radiosender bekommen. Die haben gefragt, was adidas davon hält. Ich wusste zunächst gar nicht, was ich sagen soll. Am Ende kam heraus, dass der Sender erfahren wollte, ob unsere Mitarbeiter aus Großbritannien die Hochzeit live verfolgen dürfen.

Und durften sie?

Natürlich. Wir haben keinen festen Ablauf, sondern Vertrauensarbeitszeiten – jeder kann seinen Arbeitstag in Absprache mit seinem Vorgesetzten individuell gestalten. Das Allerwichtigste für ein Unternehmen sind zufriedene und motivierte Mitarbeiter. Deshalb gibt es bei uns auch ein riesiges Sportangebot auf dem Gelände.

Welche Sportarten spielen denn bei adidas die größte Rolle?

Keine andere Marke ist stärker im Sport verwurzelt als adidas. Running, Training und Women zählen neben Originals zu unseren wichtigsten Kategorien. Und natürlich König Fußball. Wenn ich dich frage, wer bei der WM 2014 im Finale Deutschland gegen Argentinien das Tor geschossen hat …

… Mario Götze

… dann weißt du das, obwohl du kein Fußballfan bist. Aber wenn ich sage: Nenne mir fünf deutsche Leichtathleten, die bei Olympia an den Start gehen. Dann wird es für die meisten schon schwer, das zu beantworten. Fußball überstrahlt alles.


Trikot-Präsentation mit Cro
Wie bereitet ihr euch auf die EM in Frankreich vor?

Wir gehen neue Wege. Beispielsweise bei der Vorstellung des neuen DFB-Trikots. Früher haben wir ein Podium aufgebaut und eine Pressekonferenz mit dem Trainer, dem Spielführer und einem adidas Vertreter organisiert. Dieses Mal veranstalteten wir ein Konzert mit dem Rapper Cro und der Nationalmannschaft. Das alles in unserer Football Base, einem beliebten Treffpunkt für Jugendliche in Berlin. In diesem Rahmen wurde das Trikot enthüllt. Wir kommunzieren heute mit Bloggern und Influencern. YouTuber sind für unsere Zielgruppe Vorbilder. Facebook ist wichtig, noch relevanter aber sind Instagram und Snapchat. Das eröffnet uns viele neue Möglichkeiten.

Wie kommt es eigentlich, dass das Trikot der deutschen Nationalelf immer von adidas gestellt wird?

adidas und der DFB gehören einfach zusammen. Das fing schon bei der Weltmeisterschaft ’54 an. Unser Firmengründer Adi Dassler hatte Fußballschuhe mit Schraubstollen entwickelt. Das Wetter war schlecht und als es angefangen hat zu regnen, verhalf er der deutschen Mannschaft gegen die als unschlagbar geltenden Ungarn mit diesen Schuhen zum WM-Titel. Seitdem ist adidas auf der ganzen Welt bekannt.

Text: Susanne Rentsch
Fotos: Claudia Wehner

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