Anpacken für unsere Welt

Macht euch stark –
mit Recht!

„Das ist doch mein gutes Recht“ – eine Floskel, die wir oft ganz beläufig in unserem Alltag verwenden. Warum sie für viele Kinder und Jugendliche (noch) keine Realität ist und wie ihr selbst was gegen diesen Missstand unternehmen könnt, hat SPIESSER-Redakteurin Mireille für euch zusammengefasst.

03. Februar 2016 - 10:57
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Beigetreten: 25.08.2014

Sauberes Wasser, eine funktionierende Abwasserentsorgung oder ein Dach über dem Kopf: Das alles ist für deutsche Kinder und Jugendliche selbstverständlich. Ganz anders sieht es im ehemaligen Fußball WM-Land Brasilien aus. Viele junge Brasilianer leben auf der Straße oder in Armenvierteln, den sogenannten Favelas. Dort haben sie keinen Zugang zu Trinkwasser, Bildungseinrichtungen sowie Freizeitaktivitäten.


Foto: © Kopp / MISEREOR

Die Lebensumstände in dem südamerikanischen Land stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Das Recht ströme wie Wasser“ im Mittelpunkt der Fastenaktion 2016 von Misereor. Anders als bisher ist die Fastenaktion dabei auch international ausgerichtet – findet also auch im Partnerland selbst statt – und wurde sogar gemeinsam mit brasilianischen Partnern organisiert. Während in Brasilien selbst die Rechte auf Wasser und eine sanitäre Grundversorgung im Fokus stehen, sind in Deutschland Recht und Gerechtigkeit im Allgemeinen die großen Themen der Aktion.

Wie in den Vorjahren gibt es innerhalb der Fastenaktion auch wieder eine von Misereor und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) angebotenen Jugendaktion. Dieses Jahr wird die Jugendaktion gemeinsam mit drei brasilianischen Organisationen umgesetzt. Das Ziel der Aktion „Basta! Das ist unser Recht!“: Möglichst viele von euch sollen mitmachen und sich mit Gleichaltrigen aus ärmeren Teilen der Welt solidarisieren. Auch ihr könnt dabei sein und euch für die Rechte von Kindern und Jugendlichen stark machen!

Zeit zu fasten!
Von Aschermittwoch bis Ostern verzichten viele bewusst auf etwas, um sich darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist im Leben. Doch fasten geht auch anders: Wie wäre es, wenn ihr die Zeit einfach nutzt, um mal eine andere Art zu leben auszuprobieren? Misereor hat da viele nützliche Tipps für euch zusammengetragen: jugendaktion.de/fasten-tipps
Jugend in Aktion

Unterstützt die Aktion und bestellt hier kostenlose
Postkarten!

Bei der Jugendaktion „Basta! Das ist unser Recht!“ könnt ihr gemeinsam mit anderen Jugendlichen aus Deutschland und Brasilien zeigen, was ihr verändern möchtet und wie ihr die Zukunft gestaltet wollt. Warum? Weil ihr die Zukunft seid! Und wie? Kreativ!
Dafür haben sich Misereor und der BDKJ gleich zwei besondere Aktionen ausgedachtet:

 

Ran ans Mikro!

Ihr habt eine eigene Band, singt im Chor oder produziert zu Hause am PC eure eigenen Tracks? Dann ist der Musikwettbewerb genau das Richtige für euch! Schreibt einen eigenen Song zum Thema „Recht und Gerechtigkeit“, dreht einen kurzen Videoclip dazu und teilt ihn auf www.jugendaktion.de! Ob Rap, Hip-Hop oder Reggae: Zeigt, was euch bewegt und schreibt euren Song der Gerechtigkeit!

Die jeweils fünf besten Songs aus Deutschland und Brasilien gewinnen nicht nur eine professionelle Aufnahme im Tonstudio, sondern werden zusätzlich auf dem eigenen Album der diesjährigen Musikaktion verewigt.

Augen auf!

Welches Kinderrecht findet ihr besonders gut umgesetzt? Oder gibt es ein Recht, das in eurem Umfeld noch nicht berücksichtigt wird? Schnappt euch eure Kameras, zeigt es auf www.jugendaktion.de oder www.facebook.com/jugendaktion.de und macht mit beim Fotowettbewerb! Die jeweils drei besten Fotobeiträge aus Deutschland und dem Partnerland Brasilien werden von einer Jury gewählt und gewinnen einen Korb mit massig fair gehandelten Produkten.

Auf www.jugendaktion.de findet ihr noch viele weitere Informationen und Videos über die Lebensbedingungen im diesjährigen Partnerland Brasilien.

Was sind überhaupt Kinderrechte?

Foto: © Kopp / MISEREOR

Welche Rechte Kinder auf der ganzen Welt haben, wurde 1989 in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegt. Ihr sind alle Staaten der Welt, bis auf die USA, beigetreten. Diese Länder verpflichten sich, die Grundrechte der Kinder aktiv zu gewährleisten und gleichzeitig zu schützen. Als Kind gilt übrigens laut den Vereinten Nationen (UN) jeder Mensch, der das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

In insgesamt 54 Artikeln hält die Konvention fest, welche Rechte diese Menschen haben.  Ein elementares Grundrecht, von dem ihr bestimmt auch schon einmal gehört habt, ist das Recht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung. Besonders für Kinder ist dieses Recht lebensnotwendig: So sterben laut UNICEF täglich rund tausend Kinder unter fünf Jahren weltweit an Erkrankungen, die durch verschmutztes Trinkwasser, fehlende Sanitäranlagen oder mangelnde Hygiene verursacht wurden.

Zwei weitere Beispiele für Kinderrechte sind das Recht auf Freizeitaktivitäten und das Recht auf Bildung. Aber natürlich gibt es noch viele weitere wichtige Kinderrechte, die in der UN-Konvention festgehalten sind. Hier könnt ihr euch zu den Bestimmungen und Regelungen informieren.

Kinder in Brasilien

In diesem Jahr steht Brasilien im Mittelpunkt der Fastenaktion von Misereor – und somit auch der Jugendaktion. Vor allem das Recht auf Wohnen befindet sich in dem südamerikanischen Land in akuter Gefahr. Durch horrende Mietpreise oder wirtschaftliche Interessen werden viele Menschen an den Stadtrand in die sogenannten Favelas (Armenviertel) gedrängt oder verlieren sogar komplett ihr Zuhause. Von einem kindgerechten Leben kann dann keine Rede mehr sein: die Schutzbedürftigen verlieren den Zugang zu Bildungseinrichtungen, sauberem Trinkwasser und Freizeitaktivitäten.

Im Video erfahrt ihr mehr über die Lebensumstände der brasilianischen Bevölkerung:

Um das geplante Staudammbauprojekt am Fluss Tapajós zu verhindern, hat Misereor eine Petition gestartet. Hier könnt ihr mitmachen!

Und Kinderrechte in Deutschland?

Auch wenn es hierzulande sauberes Trinkwasser gibt und kein Mensch auf der Straße leben muss, so sind doch auch in Deutschland einige Kinderrechte gefährdet. Am deutlichsten wird das beim Recht auf Bildung. Kinder aus bildungs- oder einkommensschwachen Familien besuchen auch heutzutage noch seltener ein Gymnasium oder eine Uni. Wo bleibt da die Chancengleichheit? Mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingskrise wird das Problem noch deutlicher: Wie soll es das Recht Chancengleichheit für alle Kinder im Land geben, wenn es zusätzliche Sprachbarrieren gibt?

Und obwohl der Lebensstandard in Deutschland insgesamt sehr hoch ist, leben auch hier viele Kinder und Jugendliche in Armut. Laut einer aktuellen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts ist sogar jedes fünfte Kind von Armut betroffen. Zudem sind auch in Deutschland die Wohnverhältnisse in denen viele Kinder und Jugendliche leben nicht die besten: Steigende Mietpreise zwingen junge Leute dazu, aufs Land zu ziehen. Dort erwarten sie oft fehlende Ärzte, schlecht ausgebaute Infrastrukturen und weniger Bildungsmöglichkeiten. Somit gibt es auch bei uns noch Verbesserungspotenzial.

Folgt der Jugendaktion im Netz auf:

www.jugendaktion.de
facebook.com/jugendaktion.de
youtube.com/user/Jugendaktion
twitter.com/jugendaktion

 

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Misereor e.V.

Text: Mireille Huditz
Teaser-Foto: Claudia Wehner
Fotos: Misereor

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