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Mel Wallis de Vries: „Wer sich umdreht oder lacht...“

Stell dir vor, in deiner Stadt sterben vier Mädchen, auf grausame Weise ermordet und Videos von den Taten werden im Internet verbreitet. Das allein ist ein sehr schreckliches Szenario, aber für Protagonistin Mandy kommt in Mel Wallis de Vries Psychothriller „Wer sich umdreht oder lacht…“ noch die Sorge um ihre schwerkranke Mutter hinzu.

21. Mai 2019 - 07:33
SPIESSER-AutorIn Jana Eberle.
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Jana Eberle Offline
Beigetreten: 13.05.2019

Worum geht’s?

Im Mittelpunkt der Handlung steht Mandy. Gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester Nina, zu der sie kein allzu gutes Verhältnis hat, lebt sie in Amsterdam und geht zusammen mit ihren Freundinnen Puck, Jade und Gwen in eine Klasse. Ihre Mutter ist an Krebs erkrankt. Aus diesem Grund setzt sich Mandy viel mit den Themen Tod, Trauer und Verlust auseinander. Ihr ist klar, dass ihre Mutter vielleicht bald nicht mehr da sein wird. Daher verbringt Mandy fast jeden Nachmittag im Krankenhaus, während ihre Freundinnen die unerwartet warmen Temperaturen genießen und sich auf den Sommer freuen. Im Krankenhaus lernt Mandy Axel kennen, dessen Vater ebenfalls an Krebs erkrankt ist. Da er sie versteht, ist er der einzige, mit dem sie offen über die Ängste bezüglich der Krankheit und dem möglichen Tod ihrer Mutter spricht. Wenn Mandy mit ihm Zeit verbringt, kann sie für einen kurzen Moment ihre Sorgen vergessen.

Dann wird ein Mädchen tot im Park gefunden. Die letzten Minuten ihres Lebens wurden über ihren eigenen Snapchat Account geteilt. Innerhalb kurzer Zeit sterben noch drei weitere Mädchen. Jedes Mal wird ein Video der Tat in sozialen Netzwerken wie Instagram, YouTube, oder WhatsApp geteilt. Die Polizei ist sich schnell sicher, hinter einem Serientäter her zu sein. Abgesehen vom Tathergang scheint jedoch keine Verbindung zwischen den Mädchen zu bestehen, weshalb jedes Mädchen das nächste Opfer sein könnte. Daher fühlen sich auch Mandy und ihre Freundinnen zunehmend nicht mehr sicher.

„Wer sich umdreht oder lacht...“

Autor: Mel Wallis de Vries
Veröffentlichung: 29. März 2019
Seitenzahl: 238 Seiten

Wer steckt dahinter?

Die niederländische Autorin Mel Wallis de Vries, Jahrgang 1973, die mir bisher leider unbekannt war. Sie hat schon eine ganze Reihe weiterer Psychothriller für Jugendliche veröffentlicht, die ich als Fan des Genres auf jeden Fall auch lesen würde.

Kurz und knapp oder dicker Schinken?

Mit 238 Seiten hat das Buch meiner Meinung nach eine gute Länge. Von mir aus hätten es auch noch mehr Seiten sein können. An vielen Stellen habe ich mir gewünscht, dass die Autorin den einzelnen Figuren mehr Tiefe gegeben hätte. So hätten dann auch Nebenhandlungen, die vielversprechend und spannend klangen, ausführlich behandelt werden können, anstatt sie nur zu erwähnen.

Für die Bahn, den Sessel oder den Pausenhof?

Ich habe das Buch an einem Wochenendtrip auf der Hin- und Rückfahrt im Zug gelesen. Im Großen und Ganzen würde ich aber sagen, dass man das Buch eigentlich überall lesen kann. Durch die meist kurzen Kapitel und weil man nicht so schnell aus der Handlung „raus kommt“, wenn man etwas länger nicht weiterliest, kann man problemlos Pausen beim Lesen machen.

Auf einer Skala von 1 bis 10: wie schwer ist das Buch wegzulegen?

Das Buch steigt bereits im ersten Kapitel spannend in die Handlung ein, und ich fand es an keiner einzigen Stelle zu langatmig. Besonders interessant war auch, dass die Taten aus der Perspektive der ermordeten Mädchen geschildert werden. So weiß man wirklich bis zum Schluss nicht, wer hinter den Morden steckt und was das Tatmotiv ist, obwohl die Autorin an einigen Stellen Hinweise streut. Allerdings hat das Buch mich dann doch nicht so stark gefesselt, als dass ich mich hätte losreißen müssen. Somit vergebe ich eine 7.

Wem borgt man es nach dem Lesen als erstes?

Wenn ich eine etwa 16-jährige Schwester oder Cousine hätte, dann ihr, da das in meinen Augen die angestrebte Zielgruppe ist.

Lieblingszitat:

„Meine Mutter mag zwar sehr krank sein, aber ich habe mich noch nie so lebendig gefühlt.“ (S.107) denkt Mandy, während Axel und sie sich das erste Mal küssen.

In drei Worten:

spannende, leichte Lesekost

Text & Teaserbild: Jana Eberle
Coverfoto: (c) Bastei Lübbe AG

 

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