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„Musik ist wie einen Drachen zu töten.“

Rapper, Schauspieler, Moderator und Kulturmanager – Rany Dabbagh ist ein echtes Multitalent. Zur Eröffnungsfeier des Medienlagers 2013 trat er mit seinem Jugendherbergsrap auf. Die Textworkshop-Teilnehmer Uli und Hagen haben Rany zu seiner Musik ausgefragt.

25. Juli 2013 - 16:52
von SPIESSER-Redakteurin Onlineredaktion.
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Onlineredaktion Online
Beigetreten: 25.04.2009

Uli und Hagen: In wieweit entspricht der „Jugendherbgsrap“ deinem Rap-Stil?

Rany Dabbagh: Es ist nicht ganz mein eigener Stil. Zwar habe ich die Musik selbst geschrieben, aber sie ist nicht mit der zu vergleichen, welche ich für mich schreibe. Der Jugendherbergsrap war ja auch ein Auftragswerk.

Übernimmst du solche Aufträge häufiger?

Ja, ich habe bereits mit „O2“ zusammengearbeitet. Es macht mir sehr viel Spaß immer wieder neue Projekte anzugehen und neue Dinge auszuprobieren.


Rany bei seinem Aufrtitt zur feierlichen
Eröffnung des Medienlagers 2013.
Du hast bei der Eröffnungsfeier des Medienlagers erwähnt, dass du verschiedene Raps für 26 Jugendherbergen geschrieben hast. Wie hast du dich über die ganzen Jugendherbergen informiert?

Teilweise bin ich selbst hingefahren, um mir ein Bild von ihnen zu machen, aber das meiste habe ich übers Internet herausgefunden. Meine Erkenntnisse habe ich anschließend zusammen mit dem Heimleiter kurz besprochen, um bestimmte Aspekte einzubauen, die ihm besonders wichtig waren.

Wie lange hast du an den Texten gearbeitet ?

Das ist schwierig zu erklären. Ich sage es mal so: einen Text zu schreiben ist, wie einen Drachen zu töten. Du musst zwischendurch immer wieder nachsehen, ob es noch derselbe Drache ist wie am Anfang. Zu sehen, in welche Richtung sich der Text entwickeln kann bis hin zum fertigen Werk, hat circa ein halbes Jahr gedauert.

Wie und wann bist du überhaupt zum Rappen gekommen?

Ursprünglich komme ich aus der Rock-Musik. Schon mit sechs Jahren habe ich angefangen Klavier zu spielen und im Laufe der Zeit habe ich dann in einer Rock-Band gespielt, die es bis zu Rock am Ring geschafft hat. Die Band hat allerdings irgendwann nicht mehr funktioniert.
Dann hab ich mich zunächst auf mich selbst fokussiert und war als Solo-Sänger und Songwriter tätig. Mit dem Rap habe ich vor drei Jahren angefangen. Ich hatte schon vorher improvisiert bei Auftritten, aber beim Rap ist es auch einfacher Gedanken durch Reime zu verknüpfen.

Also entsprach der zweite Track, den du bei der Eröffnungsfeier präsentiert hast eher deinem Stil?

Kurz gesagt: Der Freestyle war näher an meinem Herzen.

In Deutschland wird der Rap häufig auf die Gangster-Rap-Ebene reduziert. Was hörst du am liebsten ?

Gut, dass ihr es ansprecht. Ich habe mich gestern mit „Bushido“ beschäftigt. Das ist schon ein sehr lustiges und interessantes Thema, weil die Rapper aus diesem Bereich der Rap-Szene überhaupt nicht „real“ sind, sondern komplett produziert. Die versuchen nur ihr Image zu verkaufen.


Früher war Rany Sänger der Rock-
Band "Pi", heute ist er Solo unterwegs.
Meinst du, dass Bushido bei seinem Feature mit Shindy lediglich provozieren wollte oder diente dieser Track dazu, Shindy als Newcomer bekannter zu machen?

Ich weiß nicht, warum sich die Leute überhaupt noch über ihn aufregen. Bushido ist ein Bademeister gewesen, der sich nie wirklich hochgearbeitet hat. Was will man von so einem Mensch halten, der für kein einziges Wort steht was er rappt?

Legen wir das Thema Bushido mal bei Seite. Wir haben uns natürlich auch über dich informiert. Du bist Rapper, Schauspieler, Moderator und Kulturmanager. Wie machst Du das alles auf einmal?

Das ist eigentlich aus der Not heraus geboren. Leider ist es natürlich schwierig von Musik leben zu können, wenn man noch keinen großen Deal an Land gezogen hat. Aber im Endeffekt muss man versuchen, auch die Dinge zu machen, die einem vielleicht nicht besonders viel Spaß machen.

Gibt es einen Bereich, der Dir am meisten Spaß macht?

Am allerliebsten mache ich Musik. Auf der Bühne zu stehen oder am Album zu feilen, das sind die coolsten Momente.

Also willst du ein „Popstar“ werden oder findest du es ein wenig kleiner auch ganz nett ?

Schwierige Frage. Mein Ziel ist es einfach gute Musik zu machen und ich würde mich freuen, wenn ich davon später leben kann. Das Geld ist aber nicht das Hauptargument für mich.

 

Text: Uli Cremerius und Hagen von Klopotek
Foto: Marie Krause

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