Kinofeeling

Nirgendwo

Irgendwann im Leben kommt der Zeitpunkt, an dem man die richtige Entscheidung für seine Zukunft treffen muss. Den Protagonisten Danny führt dieser Zeitpunkt aus Berlin zurück in die heimatliche Kleinstadt, zu den Jugendfreunden und der Jugendliebe Susu. SPIESSER-Autorin Fabienne findet den Film wie direkt aus dem Leben gegriffen.

24. Oktober 2016 - 08:42
SPIESSER-Autorin Pamina96.
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Pamina96 Offline
Beigetreten: 13.11.2013

Worum geht's?

Der Student Danny führt mit seinem BWL-Studium in Berlin das Leben eines jungen Menschen, der sich eigenständig in die Großstadt hinausgewagt hat, aber dort keine Erfüllung findet. Als sein Vater unerwartet stirbt, kehrt er auf Bitte seiner Adoptivschwester Kirsten in seinen ländlichen Heimatort in Bayern zurück, wenn auch zuerst mit gemischten Gefühlen.

Dort begegnet er den Freunden aus seiner Vergangenheit, sowie seiner Jugendliebe Susu, mit der er von neuem anbandelt. Zudem entdeckt Danny erneut seine Liebe zur Fotografie, die er während der Studienzeit vernachlässigt hat. Neben der Trauer um seinen Vater lassen er und seine Freunde ihre exzessive Jugend wieder aufleben.


Die Freunde entspannen auf einer Dachterrasse.
Bild: © Matthias Starte

Sie alle haben einen Wunsch: Ihren Platz im Leben finden. Jeder von ihnen hat mit den Wirrungen in der Liebe, neuen Verantwortungen oder mit dem Erwachsenwerden zu kämpfen. Schließlich muss sich Danny entscheiden, ob er sich aufmacht, seinen wirklichen Träumen zu folgen, oder bleibt, um sich in seiner Heimat ein Leben aufzubauen.

Wer spielt mit?

Der Protagonist Danny wird von Ludwig Trepte („Polizeiruf 110“, „Tatort“) gespielt, während Saskia Rosendahl („SOKO Leipzig“) für die Rolle seiner Jugendliebe Susu vor der Kamera stand. Amelie Kiefer („Die Welle“) spielt Dannys Adoptivschwester Kirsten. Als weiteres Mitglied der Kleinstadt-Clique ist „Fack ju Göthe“-Star Jella Haase zu sehen.

Filmischer Augenschmaus?

„Nirgendwo“ setzt auf authentische Bilder und Eindrücke, die wie direkt aus dem Leben gegriffen sind. Dazu gehört, dass die Darsteller nicht immer top gestylt aussehen, sondern sehr natürlich oder auch einfach mal verschlafen. Emotionen werden dabei sehr ausführlich dargestellt.

Auf einen Blick?
Action:        ✪ ✪
Romantik:     ✪ ✪
Humor:       ✪
Niveau:       ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪
Gibt's was zu meckern?

Die Zeit während Dannys Studium wird für meinen Geschmack etwas zu schnell abgehandelt. Da die Anfangsszene kurz zuvor noch in seiner Heimat spielt, bekommt man als Zuschauer leider nur einen flüchtigen Eindruck von seinem Leben in Berlin. Außerdem hätte der Film die Hintergrundgeschichte von Dannys verstorbenen Eltern etwas ausführlicher schildern können. Andere Szenen (z.B. die Partyszenen) werden wiederum etwas zu sehr in die Länge gezogen.

Braucht man Taschentücher?

Stille, melancholische Momente können Zuschauer, die nah am Wasser gebaut sind, während des Films zum Taschentuch greifen lassen.

Mit wem angucken?

Am besten mit ein paar Freunden, mit denen man das Lebensgefühl der Jugend selbst immer wieder zelebriert.

Was macht man danach?

Danach philosophiert man darüber, wofür das Leben zu kurz ist und was für Zukunftsträume uns beschäftigen.


Mischa, Tom und Kirsten. Bild: © Matthias Starte
In 3 Worten:

Nachdenklich. Emotional. Melancholisch.

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

„Nirgendwo“ gehört nicht zu den Filmen, für die sich der Sitzplatz vor der Kinoleinwand zwingend lohnt. Der kleine Bildschirm zuhause reicht völlig aus, um das emotionsgeladene Zusammenspiel der Protagonisten mitzuverfolgen.

Mainstream oder Independent?

Ganz klar Independent. Durch die ruhige, oftmals dramatische Handlung, in der viel Melancholie mitschwingt, hebt sich der Film sehr von Gag-reichen Blockbustern ab. Sowohl der Anfang als auch das Ende sind untypisch und weit entfernt von Klischees.

 

Nirgendwo

Regie: Matthias Starte
Schauspieler: Ludwig Trepte, Saskia Rosendahl, Amelie Kiefer, Jella Haase
Kinostart: 27. Oktober 2016
Länge: 97 Minuten
Genre: Drama
FSK: ab 12 Jahren

 

 

Text: Fabienne Kollien
Bildematerial: © Matthias Starte

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