Kinofeeling

Offline

Online trifft auf Offline, real auf digital. „Offline“ klingt ganz cool, bringt neue Filmelemente ins deutsche Kino, aber kann durch diese, die diffuse und banale Handlung leider trotzdem nicht überdecken.

21. Februar 2017 - 09:32
SPIESSER-Autorin cucumber.
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cucumber Offline
Beigetreten: 17.11.2016

Worum geht's?

Jan ist siebzehn, steckt theoretisch im Abitur und verbringt seine Zeit im Online-Rollenspiel „Die Schlacht um Utgard“. Währenddessen gehören die Realität des trauten Heims, der Schulpflicht oder soziale Kontakte dabei eindeutig nicht zu seinen Stärken.

Innerhalb der Welt des Spiels hat es Jan mit seiner Figur Fenris zu einigem Erfolg und Bekanntheit gebracht, was er im alljährlichen Online-Turnier des Spiels unter Beweis stellen will. Während der Vorbereitungen dazu wird jedoch sein Account gehackt und weder sein Handy noch seine Geldkarte sind funktionstüchtig. So macht sich Jan, ganz offline, auf den Weg zu seinem Online-Erzfeind Loki und sucht diesen in der realen Welt auf.

Begleitet wird er von Karo, einer weiteren Gamerin des Spiels, die ebenso von Loki ihrer virtuellen Identität beraubt wurde. So beginnt die Reise des schüchternen Jan und der blauhaarigen, unkonventionellen Karo. Mehr und mehr müssen sich die beiden der Realität stellen und ihre Teamfähigkeit außerhalb des Rollenspiels testen, während die Zeit bis zum Turnier immer knapper wird.

Wer spielt mit?

Moritz Jahn und Mala Emde spielen die beiden Hauptfiguren. Jahn kennt man aus Fernsehfilmen und der Fernsehserie „Die Pfefferkörner“. Emde, bisher zu sehen in Rollen bei diversen deutschen Kriminalserien, wurde 2015 mit ihrer Hauptrolle als Anne Frank im Fernsehfilm „Meine Tochter Anne Frank“ bekannt.

Auf einen Blick
Action: ✪ ✪ ✪
Romantik: ✪ ✪
Humor: ✪ ✪
Niveau: ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪
Filmischer Augenschmaus?

Der Film besticht durch die enge Verstrickung der realen Welt und des Rollenspiels. Immer wieder setzten sich virtuelle Elemente im Leben der Charaktere durch und werden wie online vor dem inneren Auge desjenigen abgespielt. Die Vermischung von Realfilm und Elementen des Gamings ist, zugegeben, sonst selten im deutschen Film. Jedoch ist eben dies eine Sache für Liebhaber oder Spieler, die selbst wissen, wie es ist, wenn die virtuelle Welt Einzug in den banalen Alltag der Realwelt hält.

Gibt's was zu meckern?

Wenn man von der Aufmachung des Films einmal absieht, bleibt noch immer eine Handlung übrig, die in ihren Motiven ebenso diffus und banal erscheint. Dieses Manko ist auch mit allen Specialeffects nicht wett zu machen. Die Figuren sind überzeichnet, die Klischees geben sich die Klinke in die Hand und die Handlung bleibt vorhersehbar.

Braucht man Taschentücher?

Für den emotional stabilen Zuschauer sollte der Abend eigentlich tränenlos ausgehen. Im Grunde gibt es kaum Gelegenheit, aus der Fassung zu geraten.

Mit wem angucken?

Eindeutig mit jemandem, der etwas mit der Gamerwelt anfangen kann! Oder zumindest bereit ist sich dafür zu öffnen.

Was macht man danach?

Gute Frage … Allgemein würde ich beinahe sagen: der Sucht frönen. Entweder der eigenen Spielesucht des Rollengamertums oder Chips, Schokolade, Kaffee oder die Lieblingsserie.

In 3 Worten:

Insider. Gamer. Platt.

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Kleiner Bildschirm. Eine größere Leinwand würde den Film wohl auch nicht besser machen.

Mainstream oder Independent?

In Anbetracht der Tatsache, dass der Inhalt des Films ein eher kleines Publikum anspricht, würde schon beinahe Independent passen. Jedoch ist die filmische Aufmachung eher in Richtung Mainstream-Deutscher-Film-am-Mittwochabend zuzuordnen.

Offline

Regie: Florian Schnell
Schauspieler: Moritz Jahn, Mala Emde
Kinostart: 23. Februar 2017
Länge: 83 Minuten
Genre: Mischung aus Realfilm und Animation
FSK: 12

 

 

Text: Annika Bäse
Bildmaterial: © 2017 - Little Dream Entertainment

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