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Plaste? Nein Danke!

Kunststoff ist böse: Tiere verfangen sich darin oder fressen Kleinteile und verenden elendig. Auf den Meeren bilden sich riesige Plastestrudel in der Größe ganzer Länder und viele Inhaltsstoffe von Kunststoff sind giftig für Pflanzen, Tiere sowie uns Menschen. Genügend Gründe für Bloggerin Annemarie sich von dem bunten Zeug fernzuhalten. Zumindest eine Woche lang, denn ein ganzes Leben ohne Plaste ist dann doch eine echte Herkulesaufgabe.

27. August 2014 - 08:57
SPIESSER-Redakteurin Annemarie Walter.
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Annemarie Walter Offline
Beigetreten: 20.01.2011

Dieser Beitrag entstand
in Zusammenarbeit mit RWE.

Tag eins: Alles Plaste, oder was?!


Bloggerin Annemarie hat für euch
 den Test gemach. Sie hat eine Woche
auf Plaste verzichtet
– naja, sie hat ihr
bestes gegeben. Foto: privat

Meine plastefreie Woche beginnt an einem Samstag mit einen unschuldigen Guten-Morgen-Tee. Klarer Vorteil gegenüber einem Wasserkocher: Kein Kunststoff. Tja, denkste. Die Tülle pfeift mir was.

Während mein Magen empört knurrt, durchwühle ich den Vorratsschrank. Müsli, Milch, Reis, Linsen – alles steckt in Plastetütchen. Selbst die Papierpackung der Nudeln hat ein Plasteguckloch. Beim Couscous werde ich schließlich doch fündig: Es ist in herrliche, reine Pappe gebettet. Also doch ein herzhaftes Frühstück: Heißes Leitungswasser mit Couscous und Apfel. Der Hunger treibt es rein.

Dann durchkämme ich die Wohnung: Zahnbürste und -tube, Shampoo, Duschvorhang, Kühlschrank, Fensterrahmen, Kugelschreiber, Lineal, Handy, mp3-Player, Laptop – einfach alles in meinen vier Wänden scheint aus Kunststoff zu sein.

Es geht nicht anders, ich muss mein Vorhaben komplett auf Plaste zu verzichten verwerfen. Neue Regeln: Ich kaufe nichts neues mit Plaste und versuche, die Benutzung von Plastegegenständen wo es geht zu vermeiden. Ausgenommen sind lebensnotwendige Dinge.

Tag zwei – der längste Einkauf der Welt

Um mich vor Mangelernährung zu bewahren, muss ich einkaufen gehen. Bloß gut, dass  Supermärkte hier in Litauen auch sonntags geöffnet haben. Ich brauche eine geschlagene Stunde im Laden und trotzdem ist mein Beutel hinterher so gut wie leer. Eine neue Packung Couscous liegt drin, diverse Gläser, Konservendosen sowie Obst und Gemüse, das ich zum Glück unverpackt bekomme. Erschöpft verlasse ich den Laden. Die ganze Zeit über habe ich darauf gewartet, dass jemand „Diebin!“ schreit, weil ich meinen ganzen Einkauf in meinen Stoffbeutel gestopft habe – Wagen oder Korb konnte ich ja nicht nehmen.

Tag drei – Alltag


Egal, wo Annemarie auch hinsieht, ihre ganze
Wohnung ist volln von Plastik. Darauf verzichten?
Ein Ding der Unmöglichkeit. Foto: privat.

Gibt es eine Kunststoffphobie? Falls sie noch niemand entdeckt hat, werde ich mich als Untersuchungsobjekt zur Verfügung stellen. Inzwischen schrecke ich nämlich sogar vor dem Fenstergriff zurück. Zum Frühstück gibt es jetzt die ganze Woche über eine riesige Schüssel Obstsalat, zum Mittag Salat und abends Couscous oder Gemüsepfanne – ja, der Herd zählt ab sofort auch zu den lebensnotwendigen Gegenständen, ungeachtet der Plasteknöpfe.

Mittags geht meine Kollegin zum Supermarkt. Ich beschließe, dass mein Salat noch etwas Gurke vertragen kann und begleite sie. Die Kassiererin stopft meine Minigurke in eine Plastetüte. „Nein, danke, ich möchte nicht“, schüttle ich den Kopf. Die Verkäuferin ignoriert mich. Meine Kollegin steht direkt hinter mir. „Kannst du ihr bitte sagen, dass ich keine Tüte will?“ „Das ist kein Problem, sie kostet nicht“, meint sie. Ich konnte einfach nichts dagegen tun: Was Gemüsetüten angeht, ist die Menschheit offensichtlich hoffnungslos verloren.

 

Wie es mit Annemarie und ihrer Plastefreien-Woche weiterging,
lest ihr auf der nächsten Seite.

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Kommentare

Zwei Kommentare
  • Im letzten Satz ist ein kleiner Fehler: es muss Energie anstatt Öl heißen!

  • Netter Artikel, ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwer bis fast unmöglich ist ohne Plastik auszukommen. Sicher sollte man sich überlegen die verbrauchte Plastikmenge so gut wie möglich zu reduzieren. Allerdings muss man auch hinzufügen, dass der Kunststoffmüll, solange er fachgerecht entsorgt wird, und das ist in Deutschland die Regel, nicht so schlecht ist wie sein Ruf. Zum einen lassen sich sortenreine Kunststoffe wieder aufschmelzen und recyceln und sparen somit Rohstoffe. Zum anderen bestehen die Kunststoffe, wie im Artikel beschrieben, hauptsächlich aus Erdöl. Bei einer thermischen Verwertung, die prinzipiell ja auch beim Heizen mit Öl passiert, kann somit eine ganze Menge Öl gewonnen werden, denn der Brennwert von Polypropylen ist dank der Verarbeitung sogar höher als der von Rohöl.

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