Kinofeeling

Serienfeeling: Bad Banks 2

Nach der Krise ist vor der Krise und Jana verstrickt sich immer mehr in ein makabres Netz aus Macht, Manipulation und Abhängigkeit – wer gegen wen was in der Hand hat wird zunehmend komplizierter. Die zweite Staffel „Bad Banks“ erscheint am 6. Februar und trägt die alten Konflikte auf neue Spielfelder.

19. Februar 2020 - 13:31
SPIESSER-Autorin Individuot.
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Individuot Offline
Beigetreten: 01.07.2014

Worum geht's?

Sechs Monate nach der Krise, mit der die erste Staffel endete, muss die Finanzwelt sich neu erfinden. Während Christelle Leblancs Aufstieg in den Vorstand der fusionierten Deutschen Global Invest immer weiter in die Ferne rückt, bricht Jana mit ihrem Team auf zu neuen Ufern, nach Berlin in den neu gegründeten Inkubator für junge FinTechs. Schnell hat Jana hier ihre Finger bei „Green Wallet“ im Spiel, einem Startup, das auf nachhaltige Finanzprodukte setzt und mit Investitionen der DGI in kürzester Zeit auf den Markt gebracht werden soll. Während alt gegen neu, verstaubt gegen agil kämpft, hat Jana noch die eine oder andere Rechnung offen. Als selbst ihre engsten Verbündeten beginnen, nur noch an sich selbst zu denken, tritt auch noch Gabriel Fenger wieder auf den Plan.

Wer spielt mit?

Paula Beer verkörpert auch in der zweiten Staffel die Protagonistin Jana Liekam und transportiert die berechnenden, aber auch selbstzerstörerischen Züge Janas sehr eindrucksvoll. Désirée Nosbusch und Barry Atsama sind wieder als Christelle Leblanc und Gabriel Fenger zu sehen. Janas Team bilden Albrecht Schuch als Adam Pohl und Mai Duong Kieu in der Rolle der Thao Hoang.


Wir verlosen die zweite Staffel „Bad Banks“ 2 x auf DVD. Wer das nicht
erwarten kann, kann alle Folgen auch in der ZDF-Mediathek gucken.
Filmischer Augenschmaus?

Schon in der ersten Staffel wurzeln die Verstrickungen der einzelnen Figuren, ihre Beziehungen zu anderen Charakteren. Diese werden in der zweiten Staffel immer komplexer und vielschichtiger, sodass das Verlangen entsteht, mit Fotos und Bindfäden Schaubilder zu erstellen, wie man sie aus Krimis kennt. Diese Komplexität ist Vor- und Nachteil der Serie zugleich, denn während es manche Zuschauer eher zu viel wird, liegt für andere genau hier der Reiz. Es schadet definitiv nicht, vor der zweiten Staffel die erste noch mal zu schauen, um alle Fäden auch wieder beisammen zu haben, bevor sie in unerwartete Richtungen verlaufen.

Gibt’s was zu meckern?

Der Inkubator, als Sinnbild für die moderne Welt der Startups und FinTechs, geht im Beziehungsgeflecht der Hauptfiguren unter. Das Thema Nachhaltigkeit wird nur gestreift und muss letztendlich hinter der etablierten Struktur der „alten“ Banken zurückstecken. Dieser Konflikt wäre stellenweise interessanter gewesen, als das Spiel auf Rache und Schuld, das eher im Vordergrund steht. Oder ist das auch schon eine Message?

Braucht man Taschentücher?

In wenigen Momenten sehen wir die Seite von Jana, die sie selbst überfordert und unter der sie extrem leidet. Das kann emotional ergreifen, wandelt sich aber auch schnell in Wut, denn geblendet von ihrer eigenen Ohnmacht sind Jana auch keine Opfer zu groß.

Mit wem angucken?

Größte Voraussetzung: Diejenigen müssen die erste Staffel gesehen haben.

Auf einen Blick
Action: ✪ ✪ ✪
Romantik: ✪
Humor:
Niveau: ✪ ✪ ✪ ✪ ✪
Bildungsfaktor: ✪ ✪ ✪ ✪
Was macht man danach?

Sich innig wünschen, dass unsere Finanzwelt nicht nur von den Egos einzelner Personen abhängt. Über diesen Wunsch resigniert Lachen.

In 3 Worten:

verstrickt, manipulativ, Teufelskreis

Große Leinwand oder kleiner Bildschirm?

Das ist hier eher zweitrangig.

Mainstream oder Independent?

Nach dem großen Erfolg der ersten Staffel: definitiv Mainstream.

Bad Banks 2

Regie: Christian Schwochow
Darsteller: Paula Beer, Désirée Nosbusch, Barry Atsma, u. v. m.
Heimkinostart: 6. Februar 2020
Serienlänge: 312 Min. + 65 Min. Bonus
Genre: Drama, Thriller, Wirtschaft
FSK: 12

 

 

Text: Polina Boyko
Bilder: © 2020 LETTERBOX FILMPRODUKTION GMBH / IRIS PRODUCTIONS SA / REAL FILM / ZDF / ARTE

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