Ins Netz gegangen

Snapchat

Fotos, Videos, Nachrichten verschicken: noch nie war das so einfach wie in Zeiten von Snapchat. Das Beste: Ihr müsst euch nie wieder peinliche Nachrichten von früher durchlesen, denn alles was ihr sendet, wird nach spätestens zehn Sekunden gelöscht. SPIESSER-Praktikantin Renée hat für euch die angesagte App getestet.

05. Dezember 2015 - 13:45
SPIESSER-Autorin Oriella.
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Oriella Offline
Beigetreten: 13.10.2015

Was erwartet euch?

Snapchat dürfte so einigen von euch bereits ein Begriff sein: Die App ist seit einer Weile der angesagteste Stern am Smartphonehimmel und immer mehr Nutzer schicken sich Bilder, Videos oder Nachrichten über die Plattform. Aber warum ist genau diese App so angesagt? Fürs Verschicken von Inhalten gibt es doch schon Facebook oder WhatsApp? Das Besondere an Snapchat ist, dass die Nachrichten und Bilder schon nach wenigen Sekunden wieder gelöscht werden. Außerdem könnt ihr verschiedene coole Filter für eure Bilder und Videos auswählen, Texte dazuschreiben oder einen Emoji aufs Bild setzen. Eurer Kreativität sind somit keine Grenzen gesetzt. Seit Neustem gibt es außerdem eine neue Funktion, mit der die Nutzer mehrere Fotos und Videos zu einer „Story“ zusammenfügen können. Diese Story ist dann für 24 Stunden online auf dem Profil zu finden. So könnt ihr dank Snapchat euren Alltag auch über große Distanzen mit Freunden oder Bekannten teilen.

Was findet ihr dort?

Höchstwahrscheinlich eure Freunde. Denn nicht nur in den USA ist die App beliebt, auch in Deutschland freut sich Snapchat über immer höhere Downloadzahlen. Weltweit nutzen mittlerweile 200 Millionen Nutzer den kreativen Kommunikationspaß. Dabei werden täglich rund 700 Millionen Fotos hochgeladen und wieder gelöscht – Tendenz steigend.

Wo ist der Haken?

Der große Haken ist der Datenschutz. Seit einer Weile hat Snapchat seine AGBs geändert: So hat die App nun sämtliche Rechte an eurem Namen, euren Bildern, Videos und Nachrichten. Von eurem Handy werden die gesendeten Bilder zwar gelöscht, aber sie sind immer noch bei Snapchat gespeichert und können dann für Werbung oder andere Projekte genutzt werden – ohne, dass ihr ausdrücklich euer Einverständnis dafür gebt.

Generell hat die App schon seit ihrer Gründung immer wieder Schwierigkeiten mit der Sicherheit. So ist es für Technikfans ganz einfach, Fotos wieder herzustellen, die sie geschickt bekommen haben. Außerdem wurden 2014 rund 200.000 private Bilder veröffentlicht und auf verschiedenen Servern hochgeladen. Im Jahr davor waren es sogar 4,6 Millionen Daten, die von Hackern auf einer Website gepostet wurden, um zu zeigen, wie anfällig die App für solche Angriffe ist.

Ihr solltet also ganz genau aufpassen, welche Fotos ihr an wen sendet. Private Aufnahmen, vor allem Nacktfotos, haben in dieser App nichts zu suchen.

Wer steckt dahinter?

Erfunden haben´s 2011 Robert „Bobby“ Murphy und Evan Spiegel im sonnigen Los Angeles. Facebook hat bei den beiden bereits vor einiger Zeit angeklopft und gefragt, ob sie das Unternehmen für maximal drei Milliarden US-Dollar kaufen könnten. Doch Murphy und Siegel ließen Zuckerberg abblitzen. Ein cleverer Zug, denn seitdem ist der Wert der Firma nochmal gestiegen – auf mittlerweile rund 19 Milliarden US-Dollar.


Der kleine weiße Geist ist das Logo von SnapChat.
Foto: Maurizio Pesce, flickr.com
,
CC BY 2.0
Was müsst ihr mitbringen?

Tja, was braucht man wohl für eine App? Ein Smartphone wäre nicht schlecht. Geld braucht ihr hingegen keins, denn die App ist kostenlos. Und dann kann‘s eigentlich schon losgehen – zumindest für alle Android und iOS-Nutzer. Windows Phone-Besitzer gucken erst einmal in die Röhre. Für euch gibt’s die App dann hoffentlich ab nächstem Jahr.

Wie lange bleibt ihr?

Wer ein überzeugter Smombie sein will (Anm. d. Red. ein Smartphone-Zombie, d.h. eine Person, die auf ihr Handy blickend durch den Alltag spaziert und dabei um sich herum nichts mehr mitbekommt), der darf auf Snapchat auf keinen Fall verzichten. Durch die neuen „Stories“ eurer Freunde, die nach 24 Stunden verschwinden, werdet ihr definitiv dazu motiviert, mehrmals täglich in die App zu gucken, um bloß nichts zu verpassen. Achtung, Suchtgefahr!

Was erzählt ihr am nächsten Tag euren Freunden?

Nichts mehr. Ihr habt ja die ganze Zeit gechattet und Bilder getauscht.

Wohin zieht ihr weiter?

Hmm. Eine Steigerung von Snapchat wäre vielleicht noch Periscope, eine App mit der man live Videos übertragen kann, die dann noch 24 Stunden verfügbar sind.

Text: Renée Theesen
Teaser-Bild: Anja Nier
Fotos: Maurizio Pesce, flickr.com CC BY 2.0

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