SPIESSERs gute Welt

Strohstern statt Lametta

Wegwerf-Baumschmuck, Schmalzkuchen-to-go und Berge von Geschenkverpackungen: Zur Weihnachtszeit wird in Deutschland 30 Prozent mehr Müll produziert als im restlichen Jahr. Woher der Müll kommt und wie du ihn vermeiden kannst? SPIESSER-Autorin Talisa hat ein paar Tipps!

03. Januar 2019 - 17:34
SPIESSER-AutorIn ttalisha.
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ttalisha Offline
Beigetreten: 09.03.2018

So richtig zu spüren bekommen wir das Ganze nur selten, trotzdem wird das Thema immer relevanter: Plastikmüll ist in unserer Gesellschaft zunehmend zu einem echten Problem geworden. Kaum ein Produkt ist in unseren Supermärkten noch unverpackt zu finden. Wegwerfprodukte wie Zahnbürsten oder Strohhalme wurden in den letzten Jahrzehnten zur Normalität – Tendenz steigend.

Ein paar Fakten zum Einstieg

Eine Plastiktüte benötigt 450 Jahre, um sich in der Natur zu zersetzten. Pro Kopf produzieren wir durchschnittlich über 200 Kilogramm Plastikmüll im Jahr. Die größte „Plastikmüll-Insel“ befindet sich im Nordpazifik und ist dreimal so groß wie Frankreich und alle jährlich in Deutschland benutzten Plastiktüten aneinandergereiht würden 46 Mal um die Welt reichen. Krass, oder?


Weihnachtsmarkt ohne Plastikmüll? Du kannst auf jeden
Fall dazu beitragen! Photo by freestocks.org on Unsplash

Dass sich auch nach neuen EU-Verboten für Einweg-Plastik nichts regt, wundert mich kaum. Die Verbraucher scheinen nicht aufgeklärt genug zu sein, keiner will sich an die eigene Nase fassen. Noch dreht sich die Welt ja weiter. Immer wieder werden wir mit Bildern von verschmutzten Stränden und durch Müll sterbenden Tieren konfrontiert. Plastik ist eine Plage: für Tiere, Umwelt und für uns Menschen.

Was hat Müll mit Weihnachten zu tun?

Ich weiß schon, noch eine die einem die schönste Zeit im Jahr schlecht reden will. Darum geht es aber nicht. Zur Weihnachtszeit wird in Deutschland 30 Prozent mehr Müll produziert als im restlichen Jahr. Das liegt unter anderem daran, dass jedes Geschenk doppelt und dreifach in Plastik, dann in Papier eingewickelt wird und zum Schluss kommt noch ein hübsches Plastikschleifchen drauf. Die Imbiss-Stände auf dem Weihnachtsmarkt geben ihre Ware meistens auch nur in Papier- und Plastikschälchen raus und die Feuerwerksreste, die an Silvester wieder vom Himmel fallen, möchte auch keiner wegräumen. Du siehst also, das kann man nicht einfach ignorieren.

Aber wir können es besser machen

Geschenkpapier kann man immer wieder verwenden, zerreiß es also nicht in tausend Stücke (ich weiß, die Aufregung lässt das kaum zu), oder verpack das nächste Mal dein Geschenk doch in Zeitungspapier: erfüllt nicht nur seinen Zweck, sieht auch noch cool aus. Benutz doch außerdem Jute-Schnur zum Zusammenbinden der Geschenke, dann kannst du nicht nur auf Plastikbändchen, sondern auch auf Tesafilm verzichten. Ein weiterer Tipp: Nimm dir deine eigene Tasse und eigenes Geschirr mit auf den Weihnachtsmarkt. Damit vermeidest du selbst während der Weihnachtszeit eine Menge Müll. Und wenn sich das doch mal nicht vermeiden lässt, achte wenigstens darauf, ihn ordentlich zu trennen.


Selber backen heißt Plastikmüll einsparen und wissen, was
drin steckt. Photo by rawpixel on Unsplash
Selber backen

Lebkuchen, Spekulatius und Plätzchen dürfen während der Weihnachtszeit nie fehlen. Ganz abgesehen davon, dass der Prozess des Knetens, Austechens und Verzierens einen total in Weihnachtsstimmung versetzt, kannst du durch das Backen von den Weihnachtsleckereien auch noch eine Menge Plastikmüll einsparen. Selbst wenn du die Zutaten nicht verpackungsfrei einkaufst, ist der Großteil nur in Papier verpackt, bspw. Mehl, Zucker oder Backpulver. Selber backen ist umweltfreundlicher, spaßbringender und schmeckt ohnehin viel besser. Und du weißt, was drin ist.

Bunter Baum ganz ohne Plastik

Ganz klar, früher gabs mehr Lametta: Billige Lichterketten, Glitzergarn und Christbaumkugeln aus Plastik. Deinen Baum zu verzieren geht aber auch ganz ohne Plastikmüll: getrocknete Orangenscheiben, Cranberry-Girlanden und Tannenzapfen sind nicht nur total öko, sie sehen auch noch echt schön aus. Und du kannst sie ganz einfach selber machen, wiederverwenden und so auch noch eine Menge Geld sparen.

Du siehst also, unsere Generation kann in diesem Thema wirklich etwas bewegen. Anstatt die Augen vor der Wahrheit zu verschließen, können wir darauf achten und aktiv Plastik vermeiden. Wir können es den Älteren und Jüngeren weitergeben und so den Plastik- und Papiermüll in Deutschland reduzieren. Noch ist genug Zeit, der Plastikvermüllung entgegenzuwirken. Aber wir müssen jetzt die Verantwortung dafür übernehmen!

 

Text: Talisa Moser
Teaserbild: Photo by Kari Shea on Unsplash

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